Demenzerkrankungen: Das Leiden der Angehörigen
Die Zahl an Demenzerkrankungen nimmt ständig zu, denn immer mehr Menschen werden immer älter. Von den ersten kleinen Irritationen bis hin zu dem Zeitpunkt, an dem die Erkrankten ihre eigenen Kinder oder den langjährigen Partner nicht mehr erkennen, vergehen manchmal Jahre. Jahre, in denen Angehörige Zeuge werden, wie die erkrankte Person, die einst vielleicht wichtiges Vorbild war, so vieles wusste und so vieles konnte, durch schleichenden Verlust von Fähigkeiten immer mehr zum Schatten ihres einstigen Ichs wird. Es ist ein Prozess, in dem die Identität Schritt für Schritt verloren geht. Pflegenden Angehörigen wird viel abverlangt, sowohl physisch wie auch emotional: Demenz ist ein Leiden, das die Angehörigen ganz unmittelbar erfasst und weit über das Mitleid hinaus hin zum echten Miterleiden wird..
Jeder kann betroffen sein
Es gibt zahlreiche Formen von Demenz, Alzheimer ist nur die bekannteste. Neben genetischen Ursachen können unter anderem hoher Blutdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen die Entstehung von Demenzerkrankungen begünstigen. Als eigentlicher Auslöser von Demenzerkrankungen gelten stark verdichtete Zellablagerungen im Gehirn. Sie verengen die Nervenbahnen und behindern den Fluss der Botenstoffe. Irgendwann gehen ganze Nervenzellareale einfach unter – ganz so, als würden Teile einer Festplatte im PC für immer gelöscht werden. Die Folgen sind immer gleich: Die Krankheit, die durch Therapie nur verlangsamt, aber nicht gestoppt oder gar rückgängig gemacht werden kann, führt unweigerlich zum Persönlichkeitszerfall. Meist tritt die Erkrankung erst ab dem 65. Lebensjahr auf, doch es gibt auch Menschen, die bereits mit 40 erkranken. Es beginnt mit harmlosen Symptomen der Vergesslichkeit, die für sich genommen nichts bedeuten müssen. Jeder vergisst mal was. Doch manchmal steckt mehr dahinter. Und dann kann wirklich jeder Mensch betroffen sein – als Erkrankter oder als pflegender Angehöriger. Grund genug also, diese Krankheit und ihre Folgen nicht mehr zu tabuisieren.


