Bissiger Sommer
Neben einheimischen Insekten und Spinnentieren machen sich zunehmend auch zugewanderte Arten unangenehm bemerkbar und sorgen vielerorts für Irritationen. Doch ob exotisch oder heimisch: Sind diese stechenden, saugenden und beißenden Quälgeister nur lästig oder auch gefährlich? Wir sprachen mit dem Experten Dr. Martin Kreuels.
- Herr Dr. Kreuels, Sie sind Freilandbiologe und Arachnologe, zu deutsch: Spinnenforscher. Wie gefährlich sind denn Spinnen?
- Sind Sie selbst schon mal Opfer einer Spinnenattacke geworden?
- Stechen, saugen, beißen: Gibt es da Unterschiede?
- Wie steht es mit den asiatischen Marienkäfern, deren massenhaftes Auftreten letzten Sommer an vielen Orten in Deutschland beobachtet wurde? Viele Menschen berichteten von schmerzhaften Bissen.
- Gibt es Möglichkeiten, sich effektiv gegen Insekten zu schützen?
- Was tun, wenn man Opfer eines Insektenstiches wird?
Herr Dr. Kreuels, Sie sind Freilandbiologe und Arachnologe, zu deutsch: Spinnenforscher. Wie gefährlich sind denn Spinnen?
Unsere heimischen Arten sind allesamt ungefährlich. Die ganz großen Arten wie die Hauswinkelspinne können zwar kleine Piekser verursachen, doch das ist nichts Bedenkliches. Eingewanderte Arten hingegen zwicken schon mal kräftiger, beispielsweise beißt die aus Italien zuwandernde Kräuseljagdspinne auch Menschen. Das tut weh, ist aber ungefährlich. Als gefährlicher gilt die aus Südeuropa eingeschleppte Schwarze Witwe, doch Lebensgefahr beim Gebissenwerden besteht auch hier nicht. Die Giftwirkung kann zuverlässig mit Antihistaminen behandelt werden. Größere Vorkommen werden derzeit aus Amsterdam sowie in den Regionen um Leipzig und Dresden gemeldet. Eingeschleppte tropische Arten, denen man allgemein eine besondere Gefährlichkeit nachsagt, überleben den Winter nicht, sind also allenfalls ein saisonales Problem. Und selbst die als Tropenspinne schlechthin geltende Vogelspinne sondert nur ein schwaches Gift ab. Nicht unterschätzen aber sollte man die Folgen von Angstreaktionen gegenüber Spinnen – besonders beim Autofahren, wenn sich plötzlich eine Spinne von der Sonnenblende ins Gesichtsfeld von Fahrerin oder Fahrer abseilt. Spinnenbisse als solche sind in aller Regel aber deutlich harmloser als beispielsweise der Biss einer mit Erregern infizierten heimischen Zecke.
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