Alkohol - Prävention für Jugendliche

22.09.2008

Zeichnung einer Frau, die ein Sektglas hältFlatrate-Saufen, Komasaufen und Alkoholexzesse auf dem Pausenhof: Es vergeht kaum mehr ein Tag ohne Meldungen über minderjährige Alkoholopfer. Zum Glück endet nicht jeder Promillerausch wirklich im Koma, doch langfristig gesehen drohen neben ernsthaften organischen Schädigungen vor allem der Leber und des Hirns auch die soziale Isolation und der Marsch ins schulische oder berufliche Abseits. Eltern tun deshalb gut daran, ein waches Auge auf die Trinkgewohnheiten ihres Nachwuchses zu haben.

Schlechte Vorbilder

Vielleicht kennen Sie diesen bitterbösen Witz. Sitzt ein Mann sturzbesoffen an der Theke und lallt: "Wisst ihr, warum ich saufe? Weil mein Sohn mit 16 schon Alkoholiker ist!" Es gehört wenig Fantasie dazu, sich auszumalen, dass zuvor das Elternhaus eine gewisse Vorbildfunktion für den Sohn hatte. In der Tat werden unsere Kinder systematisch zu Alkoholikern erzogen – und dies sogar in allerbester Absicht. Denn zur Geselligkeit gehört nun einmal Alkohol. Kein familiäres Beisammensein ohne Schnäpschen, keine Grillparty ohne Ströme von Bier, kaum eine Feier unter Kollegen, bei der nicht kräftig gebechert und anderentags stolz über Filmrisse und deren Folgen berichtet wird. Wer nicht mithält, ist ein Schlappschwanz. Im Kreis der Jugendlichen selbst geht es dann auf exakt dieser Ebene weiter: Komm, trink mit uns, heißt es. Nimm doch noch einen, sagen die anderen. Na los, du Spaßbremse, einen noch. Und natürlich will man keine Spaßbremse sein – und trinkt weiter mit. Wer trinkt, ist schließlich lustig und hat mehr Spaß. Das sieht doch jeder – schließlich wird, wo die Flaschen kreisen, nach Herzenslust herumgealbert, gekichert, geschäkert und gelacht. Was nicht weiter schlimm wäre, würde der Alkohol nicht eine wichtige Funktion des Gehirns mit jedem Schluck ein Stückchen weiter außer Kraft setzen: die Fähigkeit, das rechte Maß zu erkennen. Die Alten machen es vor, die Jungen machen es nach. Unser Appell an alle Eltern, Großeltern und erwachsenen Geschwister: Macht eure Kinder, Enkel und Geschwister nicht zu Säufern. Alkohol ist und bleibt eine Droge, die abhängig, süchtig und kaputt macht. Nicht anders als die zu Recht verteufelten sogenannten harten Drogen, höchstens etwas langsamer.

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