Kein Schlückchen in Ehren – Warum Schwangere Alkohol unter allen Umständen vermeiden sollten

In Deutschland kommen jedes Jahr etwa 10.000 Neugeborene mit Alkoholschäden zur Welt. Etwa 4.000 von ihnen leiden unter dem Vollbild des fetalen Alkoholsyndroms. Lebenslange schwere körperliche und geistige Behinderungen sind die Folge. Doch obwohl die Fakten bekannt sind, gaben in einer Studie der Charité 58 % der befragten Schwangeren an, gelegentlich Alkohol zu trinken.

Mögliche Spätfolgen bei den Kindern

Die Universität Duisburg-Essen hat vor einigen Jahren in einem Vergleich mehrerer Studien die Symptome zusammengetragen, die bei alkoholgeschädigten Kindern auftreten können. Hier ein kleiner Auszug aus einem ganzen Katalog des Schreckens. Natürlich muss keines dieser Merkmale Indiz einer Alkoholstörung sein. Aber allein das Wissen, dass diese und andere Symptome als Folge von Alkoholgenuss in der Schwangerschaft vermehrt auftreten, sollte Sie in Ihrem „Nein!“ bestärken.

Organischer Bereich

  • Wachstumsstörungen, Minderwuchs, Untergewicht
  • vergleichsweise kleiner Kopfumfang, Minderentwicklung des Gehirns
  • Sprachstörungen
  • Hörstörungen
  • Schlafstörungen
  • Ess- und Schluckstörungen, oft fehlendes oder übermäßiges Hungergefühl
  • Augenfehlbildungen
  • Herzfehler, oft Scheidewanddefekte
  • Gaumenspalte
  • Fehlbildungen im Urogenitalbereich

Verhaltensauffälligkeiten

  • motorische Koordinationsschwierigkeiten durch Entwicklungsverzögerungen der Fein- und Grobmotorik und mangelhafte Auge-Hand-Koordination („Tollpatschigkeit“)
  • Problembewältigungsschwierigkeiten (immer wieder gleiche Herangehensweisen ohne Variablen)
  • selbststimulierendes, teils selbstverletzendes Verhalten
  • Ungeduld und Spontaneität einerseits, Entscheidungsschwierigkeiten andererseits
  • dissoziales und oppositionelles Verhalten
  • Nichterkennen von Konsequenzen
  • Schwierigkeiten, sich in soziale Bezüge angemessen einzugliedern und sich darin wohlzufühlen
  • Ignoranz gegenüber verbalen Anweisungen, unkooperatives und oppositionelles Verhalten bei verbal ausgesprochenen Grenzsetzungen (Nichtakzeptanz von „Nein“)
  • Unempfänglichkeit oder Unverständnis gegenüber nonverbalen Signalen durch Gestik, Mimik und Körpersprache anderer Menschen
  • sinngemäßes Verständnis von Anweisungen, aber Unvermögen zur angemessenen Ausführung
  • oft ängstlich-besorgte und chronisch frustrierte Einstellung
  • niedrige Frustrationstoleranz
  • schnelle Ermüdbarkeit

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