Natur macht stark!

Eine Frau auf einem Stuhl am See sitzend mit weit von sich gestreckten ArmenWarum Mediziner und Psychologen Natur als wichtigen Faktor unserer Gesundheit sehen

Natur ist gesund – das hört sich nach einer Binsenweisheit an. Dahinter stehen aber glasklare medizinische Fakten: Viele der sogenannten Zivilisationskrankheiten sind nicht auf äußerliche Faktoren zurückzuführen wie krankmachende Stoffe, sondern auf die Tendenz, dass der moderne Mensch sich immer seltener in der Natur aufhält. Es gibt deutliche Anhaltspunkte dafür, dass sowohl unsere Immunabwehr als auch unser seelischer Zustand von einem „Zurück zur Natur“ profitieren würden. Und damit sind nicht nur gelegentliche Sonntagsausflüge bei schönem Wetter gemeint.

Natur macht stark im Alltag


Mutter und Tochter beim Säen im Garten

Natur ist lebendiges, vielfältiges Lebensumfeld. Verlieren wir die Bindung zu ihr, kommt dies einer Gefährdung unserer Überlebensbedingungen gleich. Deshalb: Suchen Sie so oft wie möglich den Kontakt zur Natur – und zwar bei jedem Wind und Wetter und mit der ganzen Familie. Verbinden Sie den Aufenthalt im Freien mit einem gesunden Picknick, Pflanzenbestimmung und dem Sammeln von Steinen.

  • Gartenarbeit ist gut für den Bewegungsapparat; Barfußlaufen stärkt die Immunabwehr und trainiert die Muskulatur.
  • Kinder so oft wie möglich draußen spielen lassen: Zeltlager, Wanderungen, Schwimmen im See statt im gechlorten Wasser sind gesund für Körper und Seele.
  • Keine Natur in der Nähe, weil Sie in einem Ballungszentrum leben? Selbst die „kleine Natur“ eines alten Stadtparks oder eines bescheidenen Gartens lässt die Seele aufblühen. Nur sollte der Garten ein wenig Wildwuchs zulassen. Denn nicht die sauber abgezirkelten Beete und die gestutzten Buchsbäume sind es, die der Seele gut tun.
  • Schon der Anblick einer Naturlandschaft belebt; noch besser ist es, wenn Sie sich täglich 30 Minuten oder länger in der Landschaft bewegen. Und nach anderthalb Stunden unter freiem Himmel verfliegen auch schlechte Laune und gedrückte Stimmung.
  • Bei Erschöpfung suchen Sie die Nähe zur Natur. Lassen Sie, wenn möglich, alles Städtische und selbst die Welt der Dörfer für eine Weile hinter sich.
  • Schenken Sie den Dingen, die Ihnen in der Natur begegnen, Beachtung. Legen Sie ein Herbarium an und versuchen Sie, die gesammelten Pflanzen mithilfe von Bestimmungsbüchern zu erkennen. Ähnlich können Sie mit Mineralien oder Versteinerungen verfahren. Ihre Kenntnisse werden schnell wachsen und Sie zu einem tieferen Verständnis der Natur bringen.
  • Auch in der Stadtwohnung können Sie unglaubliche Naturwunder erleben: Versenken Sie ein Samenkorn aus der Vogelfuttertüte in einen mit Erde gefüllten Topf. Stellen Sie den Topf an ein lichtes Plätzchen, gießen Sie regelmäßig – und staunen Sie über das bald einsetzende Wachstum einer Pflanze.
  • Verzichten Sie auf den Einsatz von Wasch- und Reinigungsmitteln mit antibakteriell wirkenden Substanzen, die eine zusätzliche Verarmung an Immunreizen bewirken. Lassen Sie ein gewisses Maß an Dreck zu. Schwarze Ränder unter den Fingernägeln beispielsweise sollten bei Kindern keineswegs tabu sein.

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