Asthma-Anfall



Asthma, Dosieraerosol © PhotoDisc

Die Luft bleibt weg

Bei einem akuten Asthma-Anfall bekommen Patienten keine Luft mehr: Die Muskulatur der Atemwege verkrampft sich, die Schleimhäute schwellen an und produzieren vermehrt Schleim.

Dadurch verengen sich bei einem Asthma-Anfall die Bronchien zu einer Art Ventil. Es kommt zu folgenden Symptomen:

  • Der Patient kann zwar noch einatmen, aber das Ausatmen fällt ihm schwer.
  • Der Brustkorb bläht sich auf und für frischen Sauerstoff ist immer weniger Platz in den Lungen. Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten sind die Folge.
  • Weil die Luft nicht mehr frei zirkulieren kann, kommt es zu dem typischen Pfeifgeräusch.

Für Patienten mit Asthma und ihre Umgebung ist es wichtig, im Notfall sicher zu reagieren. Informieren Sie als Asthmatiker beziehungsweise als Eltern eines asthmakranken Kindes Freunde, Familienangehörige, Kollegen oder Lehrer darüber, wie sie bei einem Asthma-Anfall helfen können.

In vielen Fällen können Sie Asthma-Anfälle verhindern, wenn Sie regelmäßig den Peak-Flow messen und sich an das Ampelschema halten. Dieses enthält verschiedene Verhaltensregeln für Peak-Flow-Werte von 80 bis 100 Prozent ("grün": Bestwert, die Therapie wirkt optimal), von 50 bis 80 Prozent ("gelb": kein optimaler Schutz; Rücksprache mit dem Arzt empfohlen) und unter 50 Prozent ("rot": die Lungenfunktion ist zu schlecht; Notfallmedikamente nehmen bzw. Arzt rufen).

Was Sie als Asthmatiker selbst tun können

  • Versuchen Sie, ruhig zu bleiben.
  • Inhalieren Sie einen Sprühstoß Ihres Bedarfsmedikamentes, wie dies von Ihrem Arzt in Ihrem persönlichen Notfallplan empfohlen wurde. Wiederholen Sie diesen Vorgang wie angegeben, in der Regel zwei- bis viermal.
  • Lockern Sie Kleidung, die Sie einengt.
  • Wenden Sie spezielle Techniken an, die Ihnen das Atmen erleichtern. Kutschersitz: Stützen Sie sich mit den Armen auf den Oberschenkeln oder auf einer Tischplatte ab, damit der ganze Brustkorb das Ausatmen unterstützen kann. Lippenbremse: Atmen Sie so langsam wie möglich gegen den Druck Ihrer locker geschlossenen Lippen aus. Dabei blähen sich die Wangen etwas auf. Bei dieser Technik wird der Atemstrom abgebremst und die Bronchien bleiben geöffnet.
  • Verschlechtert sich das Befinden trotz dieser Maßnahmen, inhalieren Sie erneut Ihr Notfallspray. Schlucken Sie zusätzlich eine Kortisontablette, wenn dies von Ihrem Arzt in Ihrem persönlichen Notfallplan empfohlen wurde.
  • Wenn auch das nicht hilft, verständigen Sie den Notarzt.

In einer Asthma-Schulung lernen Sie, wie Sie sich im Notfall zu verhalten haben. Auch die unterschiedlichen Atemtechniken werden geübt. Wenn Sie erste Anzeichen von Atemnot bemerken, sollten Sie den Peak-Flow messen. Je nach Wert sollten Sie dann Ihre Medikamentendosis anpassen oder zum Arzt gehen. Denn in vielen Fällen gehen Warnsymptome wie beispielsweise vermehrtes Husten oder Atemnot dem eigentlichen akuten Asthma-Anfall voraus.

Wie Sie einem Asthmatiker im Notfall helfen können

  • Beruhigen Sie den Patienten und bringen Sie ihn in eine ruhige Umgebung. Schützen Sie ihn vor Anstrengung und Stress.
  • Unterstützen Sie ihn dabei, seine Notfallpräparate einzunehmen.
  • Erinnern Sie Ihn an spezielle Techniken wie die Lippenbremse und den Kutschersitz.
  • Geht es dem Patienten zunehmend schlechter, helfen Sie ihm, erneut Notfallspray zu inhalieren und zusätzlich eine Kortisontablette zu schlucken.
  • Sorgen Sie für frische Luft (öffnen Sie das Fenster). Beachten Sie, dass der Betroffene dabei nicht zusätzlichen Allergenen wie Abgasen oder Pollen ausgesetzt wird.
  • Wenn sich keine Besserung einstellt, rufen Sie einen Notarzt.

Wenn Sie in Ihrer Umgebung (Familie, Arbeitskollegen) einen Asthmatiker haben, informieren Sie sich in einem Gespräch mit dem Betroffenen selbst über die Erkrankung und die Therapie, um im Notfall richtig Erste Hilfe leisten zu können.

Status asthmaticus

Dauert ein Asthma-Anfall trotz der Gabe von Medikamenten mehrere Stunden an, so spricht man von einem Status asthmaticus. Dabei handelt es sich um einen Notfall. Die Betroffenen müssen unbedingt sofort in ein Krankenhaus. Als Alarmzeichen für eine Verschlechterung bei einem schweren Asthma-Anfall kann das Leiserwerden der Atemgeräusche angesehen werden.

Aktualisierung 16.12.12

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