Östrogene - Östradiol, Östron & Östriol



Was sind Östrogene?

Östrogene und das Gestagen Progesteron sind weibliche Geschlechtshormone. Östrogene werden vor allem in den Eierstöcken hergestellt, daneben in geringen Mengen in der Nebennierenrinde, bei Männern im Hoden und bei daneben bei Schwangeren in der Plazenta (Mutterkuchen).

Natürliche und künstliche Östrogene

Die wichtigsten im Körper vorkommenden Östrogene sind Östradiol, Östron und Östriol. Die Östrogene steuern zusammen mit den Gestagenen alle Vorgänge im weiblichen Zyklus und bei der Fortpflanzung. Sie bewirken zum Beispiel die Reifung der Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken, sie lösen den Eisprung aus, gewährleisten den Transport des Eies durch die Eileiter in die Gebärmutter und sorgen dafür, dass die Schleimhaut in der Gebärmutter wächst. Östrogene fördern das Wachstum der Brüste und erhöhen die Schleimproduktion im Gebärmutterhals. Östrogene haben darüber hinaus viele Wirkungen auf den Stoffwechsel: Sie steigern beispielsweise die Durchblutung, führen zu Einlagerungen von Wasser, sie fördern die Produktion von Eiweißen und führen zu einem Anstieg von Triglyzeriden und Cholesterin. Künstlich hergestellte Östrogene sind beispielsweise Ethinylöstradiol. Die künstlichen Östrogene sind Bestandteil der Verhütungspille und werden zur Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren eingesetzt.

In welchen Fällen werden Östrogen-Werte bestimmt?

Östradiol wird in den folgenden Fällen bestimmt:

  • Bei Zyklusstörungen (vor allem Blutungsstörungen)
  • Um festzustellen, ob eine Frau Hormone nach den Wechseljahren benötigt
  • Um festzustellen, ob eine Behandlung wegen Unfruchtbarkeit wirkt (Sterilitätsbehandlung)
  • Bei Störungen der Pubertätsentwicklung
  • In der Tumortherapie und -diagnostik (bei hormonbildenden Tumoren, z. B. Eierstocktumor).

Woraus werden Östrogen-Werte bestimmt?

Die Östrogene Östradiol, Östron und Östriol werden im Blutserum bestimmt.

NORMALWERTE in pg/ml

 

 

Östradiol




Zyklusphase

Follikelphase


30 - 200

Ovulationsphase 200 - 400
Lutealphase 100 - 200
Nach den Wechseljahren < 20
Vor der Pubertät < 20
Männer < 40
Östron bei Frauen 50 - 80
Östriol bei Frauen 1,3 - 20,3 (abhängig von der Schwangerschaftswoche)

In welchen Fällen sind die Östrogen-Werte zu niedrig?

Bei Frauen ist der Östradiol-Wert in folgenden Fällen zu niedrig:

  • Unterfunktion der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz), z.B. nach den Wechseljahren, nach einer Chemo- oder Strahlentherapie, bei Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyseninsuffizienz), bei Medikamenten wie die "Pille" oder GnRH-Analoga

Der Östron-Wert kann bei Frauen längere Zeit nach den Wechseljahren verringert sein. Dies hat aber keinen Krankheitswert.

Der Östriol-Wert kann bei Schwangeren bei einer Plazentainsuffizienz erniedrigt sein, bei Neuralrohrdefekten beim Kind, bei Kortisontherapie oder Antibiotikabehandlung der Mutter, bei Nieren- oder Leberkrankheiten der Mutter. In der Pränataldiagnostik kann ein verringerter Wert auf ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21 beim Kind weisen.

In welchen Fällen sind die Östrogen-Werte zu hoch?

Bei Frauen ist der Östradiol-Wert in folgenden Fällen höher als normal:

  • bei Hormonbehandlungen bei Frauen mit Kinderwunsch
  • bei Östrogen-produzierenden Tumoren

Der Östron-Wert kann bei sehr übergewichtigen Frauen nach den Wechseljahren erhöht sein und nach Einnahme von Östradiol.

Der Östriol-Wert kann bei Schwangeren erhöht sein, die Mehrlinge erwarten und wenn sie einen Diabetes mellitus haben.

Aktualisierung 14.08.09

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