Die stille Volkskrankheit
Am 12. September ist Kopfschmerz- und Migränetag
Es gibt rund 250 verschiedene Arten und jeder Vierte leidet regelmäßig unter ihnen: Kopfschmerzen. So unterschiedlich wie die Ursachen kann auch die Ausprägung sein - von einer explosiven Attacke über ein seitliches Stechen bis hin zu dumpfem Ziehen. Viele Menschen leiden still und nehmen die Kopfschmerzen einfach hin.
Was die Meisten nicht wissen, es gibt gute Therapien gegen Kopfschmerzen. Denn unbehandelt können diese sogar chronisch werden können. Welche Behandlung passt, hängt davon ab, ob es sich um so genannte primäre oder sekundäre Kopfschmerzen handelt. Der Unterschied ist, ob die Kopfschmerzen selbst die Erkrankung darstellen oder ob sie eine Begleiterkrankung von z.B. einer Zahnfehlstellung oder Nasennebenhöhlenentzündung sind. Letztere sind seltener, lassen sich aber durch eine Behandlung der Ursprungserkrankung abschwächen oder sogar vollständig abstellen. Entscheidend ist natürlich, die ursächliche Erkrankung festzustellen.
Migräne und Spannungskopfschmerzen
90% aller Patientinnen und Patienten leider unter primären Kopfschmerzen. Hierzu zählt zum Beispiel die Migräne, unter der etwa jeder zehnte Mensch leidet – Frauen dreimal so häufig wie Männer. Migräne ist eine neurologische Erkrankung. Auslöser können Genussmittel aber auch andere Schlüsselfaktoren (Stress, Schlafmangel) sein. Diese wiederkehrenden Kopfschmerzattacken dauern in der Regel zwischen 4 und 72 Stunden, der mittelstarke bis starke Schmerz wird als pochend und pulsierend beschrieben. Damit einhergehen oftmals Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Manche Menschen bekommen vor eine Attacke eine so genannten „Aura“ – zum Beispiel eine Sehbeeinträchtigung oder Wahrnehmungsstörung. Die Kopfschmerzattacken können die Lebensqualität stark beeinträchtigen, doch das muss nicht sein. Bei den meisten Patienten helfen nur spezielle, verschreibungspflichtige Migränemedikamente.Sehr verbreitet sind zudem Spannungskopfschmerzen die eher als „dumpf und ziehend“ beschrieben werden. Die Ursachen sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel von Muskelverspannungen, sensibilisierten Schmerzrezeptoren, Stress oder z.B. Erkältungskrankheiten aus. Treten diese nur selten auf, lassen sie sich durch rezeptfreie Schmerzmedikamente, Einreiben von Minzöl oder auch Akupunktur behandeln. Bei chronischen Spannungskopfschmerzen sollte eine andauernde Einnahme von Schmerzmedikamenten verhindert werden, da diese ebenfalls Kopfschmerzen auslösen kann.
Was tun?
Kopfschmerzen sollte man nicht still erleiden, sondern etwas dagegen tun. Experten empfehlen zur Vorbeugung primärer Kopfschmerzen eine Entspannungstechnik zu erlernen und Ausdauersport zu betreiben. Zudem ist es sinnvoll, ein Schmerztagebuch zu führen. In dieses sollten die Dauer, Intensität und Charakter der Schmerzen sowie begleitenden Umstände, Tageszeit etc. festgehalten werden. Generell gilt: Treten Kopfschmerzen zum ersten Mal auf, werden sie plötzlich stärker, kommen Attacken häufiger oder halten sie länger als drei Tag an, sollte ein Arzt konsultiert werden. Schwangere oder stillenden Frauen sowie Kinder sollten keinesfalls ohne ärztlichen Rat zu Medikamenten greifen. Strategien gehen so genannte verhaltensbedingte Kopfschmerzen, die z.B. durch Stress oder Bewegungsmangel entstehen, gibt es in der kostenlosen Broschüre der „Kopfschmerz: Die Plage schlechthin“. Sie ist in den Kundenservices der pronova BKK erhältlich oder kann unter www.pronovabkk.de angefordert oder direkt heruntergeladen werden.
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