Zuzahlungen
Befreiung von Zuzahlungen
Ab 01. Januar 2004 wurden die Zuzahlungen für zahlreiche Leistungen neu geregelt. Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind generell von Zuzahlungen befreit. Eine Ausnahme gilt für Zuzahlungen für Fahrtkosten. Hier wird auch für Kinder und Jugendliche eine Zuzahlung fällig.
1.
Bis zur Belastungsgrenze von 2 Prozent vom jährlichen Brutto-Familieneinkommen haben alle Versicherten Zuzahlungen zu leisten.
2.
Liegt eine schwerwiegende chronische Krankheit vor beträgt die Belastungsgrenze nur 1 Prozent vom jährlichen Brutto-Familieneinkommen. Wird im Laufe eines Kalenderjahres die Belastungsgrenze erreicht, können wir Sie für den Rest des Jahres von den weiteren Zuzahlungen befreien.*)
Belastungsgrenze/Brutto-Familieneinkommen
Bei der Ermittlung der Belastungsgrenze werden alle Zuzahlungen und alle Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt der in einem gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen/Lebenspartner zusammengerechnet. Von den Bruttoeinnahmen sind je Angehörige und Kinder entsprechende Freibeträge abzuziehen.
| Berechnungsbeispiele | für 2012 |
für 2013 |
|---|---|---|
| Brutto-Gesamteinnahmen zum Lebensunterhalt | 25.000,00 € |
25.000,00 € |
| Freibetrag für den 1. Angehörigen | - 4.725,00 € |
- 4.851,00 € |
| Freibetrag für jeden weiteren Angehörigen | - 7.008,00 € |
- 7.008,00 € |
| Verbleibende Brutto-Gesamteinnahmen | 13.267,00 € |
13.141,00 € |
| Belastungsgrenze 2 % | 265,34 € |
262,82 € |
| Belastungsgrenze 1 % | 132,67 € |
131,41 € |
Werden im Laufe des Kalenderjahres von dieser Familie Zuzahlungen von mehr als 265,34 EUR (2013: 262,82 EUR) bzw. 132,67 EUR (2013: 131,41 EUR) nachgewiesen, kann die gesamte Familie für den Rest des Kalenderjahres von allen Zuzahlungen befreit werden und erhalten dafür einen besonderen Ausweis.
3.
Für folgende Personengruppen gelten andere Regelungen:
- die Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundessozialhilfegesetz oder im Rahmen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz oder nach anderen Gesetzen in entsprechender Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes erhalten,
- die Leistungen nach dem Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten,
- bei denen die Kosten der Unterbringung in einem Heim oder einer ähnlichen Einrichtung (Pflegewohngeld) von einem Träger der Sozialhilfe oder der Kriegsopferfürsorge getragen werden.
Hier errechnen sich die Familien-Bruttoeinnahmen aus dem sogenannten Sozialhilferegelsatz des Haushaltsvorstandes für die gesamte Bedarfsgemeinschaft (Familie). Dieser Sozialhilferegelsatz ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Von diesen Bruttoeinnahmen sind je Angehörige und Kinder keine Freibeträge abzuziehen.
4.
Wird im Laufe eines Kalenderjahres die Belastungsgrenze erreicht, können wir Sie für den Rest des Jahres von den weiteren Zuzahlungen befreien. Auf Antrag erhalten Sie dann nach Prüfung der eingereichten Unterlagen einen besonderen Befreiungsausweis.
Als besonderen Service bieten wir Ihnen die Möglichkeit, den Betrag bis zu Ihrer Belastungsgrenze einzuzahlen und sofort den Befreiungsausweis zu bekommen.
*) Seit 2008 ist die Absenkung der Belastungsgrenze auf 1 Prozent zudem an eine ärztliche Beratung über bestimmte Früherkennungsuntersuchungen geknüpft.
Frauen, die nach dem 1. April 1987, sowie Männer, die nach dem 1. April 1963 geboren wurden, sollten sich von ihrem Arzt über die Vor- und Nachteile der Krebsfrüherkennung aufklären lassen. Die Beratungspflicht gilt zurzeit ausschließlich für Gebärmutterhalskrebs sowie Darmkrebs bei Männern.
Die Beratung wird innerhalb von zwei Jahren nach dem Erreichen des jeweiligen Alters, ab dem eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung zulasten der Krankenkasse angeboten wird, fällig. Dies bedeutet für Frauen, dass sie sich zwischen dem 20. und 22. Geburtstag beraten lassen sollten, Männer zwischen dem 45. und 47. Geburtstag. Als Nachweis der Beratung dient entweder ein Präventionspass oder eine formlose Bescheinigung des Arztes. Neben dem Datum der Beratung muss auch vermerkt sein, zu welcher potentiellen Erkrankung Sie beraten wurden.
Wer die Beratung nicht wahrnimmt und später einmal an Gebärmutterhals- beziehungsweise Darmkrebs erkrankt, wird künftig nicht mehr als chronisch krank anerkannt.
Die Pflicht beschränkt sich auf die Beratung. Sie gilt nicht für die Untersuchungen – jeder entscheidet nach der Beratung selbst, ob er an der Früherkennungsuntersuchung teilnimmt.
Versicherte mit schweren psychischen Erkrankungen nach näherer Bestimmung der Nr. 9 der Soziotherapie-Richtlinien oder mit schweren geistigen Behinderungen sind von der Pflicht zur Beratung ausgenommen. Dies gilt selbstverständlich ebenso für Versicherte, die bereits an Gebärmutterhalskrebs beziehungsweise Darmkrebs leiden.
Partnerapotheken
Bei uns versichert? Dann nutzen Sie die Einkaufsvorteile der pronova BKK Partnerapotheken.
Arztsuche Online
Auf der Suche nach dem richtigen Spezialisten für Ihr Anliegen? Hier finden Sie die richtige medizinische Behandlung in Ihrer Nähe.
Online-Geschäftsstelle
pronovaBKK@home - mehr Service online: exklusiv, individuell und persönlich, ganz bequem von zu Hause oder unterwegs.


