Glücklich, wen der Hafer sticht
Den sprichwörtlichen Haferstich bekommen heutzutage fast nur noch die Tiere, da sie den weitaus größten Teil des Hafers als Futtermittel verbrauchen. Nicht einmal 10 Prozent des Hafers werden für die menschliche Ernährung verarbeitet. Schade, denn eigentlich wäre Hafer für uns Menschen das wertvollste Getreide überhaupt.
Energiebündel Hafer
Hafer ist ein wahres Konzentrat an Heil- und Nährstoffen. Der Eiweißgehalt des Hafers liegt bei etwa 13 Prozent, dazu verfügt er über sehr hochwertige Eiweiße: Mit nur 100 g Haferflocken kann der Tagesbedarf von sechs der acht lebenswichtigen Aminosäuren gedeckt werden! Mit seinem hohen Fettgehalt von 7 – 8 Prozent liefert er wertvolle Energie. Insbesondere der Anteil der gesunden ungesättigten Fettsäuren ist mit bis zu 80 Prozent sehr hoch. Die Kohlenhydrate des Hafers sind leicht verdaulich und können rasch verwertet werden. Deshalb stärkt Hafer besonders Kleinkinder und Kranke. An Mineralstoffen enthält Hafer weit mehr Kalzium, Eisen, Mangan, Silizium, Magnesium und Zink als andere Getreidearten. Nennenswert ist auch der Gehalt an B-Vitaminen: 100 g Hafer decken 40 Prozent des Tagesbedarfs des Vitamins B1. Beachtung verdienen außerdem der Gehalt am Antistress-Vitamin Pantothensäure und an Folsäure als Blutund Zellerneuerer. Zum Glück bringt der Hafer sein Frischhaltemittel in Form von Vitamin E gleich selbst mit, was das Ranzigwerden des Hafers verhindert.
Übrigens kann Hafer auch Kuhmilchallergikern helfen: Aus Hafer lässt sich eine Substanz gewinnen, die sich in der Küche ganz ähnlich verwenden lässt wie Kuhmilch oder Sahne. Sie ist im Handel als "Hafermilch" erhältlich. In Schweden, wo Hafer ohnehin noch ein wichtiger Bestandteil der Ernährung ist, wurde die Hafermilch von Prof. Dr. R. Öste erstmalig als laktosefreie Alternative zu Kuhmilch hergestellt. Das Korn wird dazu auf besondere Weise geschrotet und mit Wasser, Rapsöl und Meersalz versetzt. Ein zugegebenes Enzym lässt eine homogene Flüssigkeit entstehen. Hafermilch besticht durch einen höheren Proteingehalt als Reismilch, hat weniger Fett als Kuhmilch, weist mehr Kohlenhydrate als Sojamilch auf und überzeugt durch einen angenehm nussigen Geschmack.
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