Verehrungswürdiger Salbei
Der lateinische Name Salvia kommt von "salvere". Das bedeutet retten, bewahren. Ein altes Sprichwort sagt denn auch: „Warum soll jemand sterben, wenn er ebenso heilig wie den Indianern Nordamerikas, die ihn für Räucherungen verwendeten; das Mittelalter kannte und schätzte ihn als Heilkraut gegen Epilepsie, Cholera, Verstopfungen, Fieber und Erkältungen und auch die moderne Medizin kennt eine ganze Bandbreite von Anwendungsmöglichkeiten.
Salbei: Immer für eine Überraschung gut
Japanische Forscher haben herausgefunden, dass Salbei gegen multiresistente Krankheitskeime wirksam ist, wie sie in Krankenhäusern auftreten und dort immer öfter für Probleme sorgen, weil die herkömmlichen Antibiotika gegen sie machtlos sind. Die verschiedenen Inhaltsstoffe des Salbeis wie Oleanolsäure, Ursolinsäure und Carnosol sind gewiss kein Allheilmittel, doch sorgen sie dafür, dass die Antibiotika ihre Wirksamkeit gegen viele Krankenhauskeime wieder entfalten können. Fast zeitgleich sind britische Forscher einer möglichen positiven Wirkung des Salbeis bei Alzheimer auf die Spur gekommen. Salbei wird seit Langem eine wohltuende Wirkung auf Gehirn, Drüsen und Nerven zugeschrieben; nun möchte man diese Eigenschaften nutzen, um die Gedächtnis- und Konzentrationsleistung von Alzheimer-Erkrankten auf natürliche Weise zu steigern.
Traditionelle Einsatzgebiete
Als Heilpflanze bekannt ist der Salbei vor allem wegen seiner keimhemmenden, antioxidativen und zusammenziehenden Wirkung. Als Spülung zum Gurgeln bei Entzündungen im Mundraum und bei Halsschmerzen etwa wird er auch Ihnen vielleicht bereits geholfen haben. Darüber hinaus beugt er Verdauungsbeschwerden vor (besonders fetthaltige Speisen werden durch Zugabe von Salbei bekömmlicher). Salbeitee gilt als ausgezeichnetes Tonikum für die Nerven und stimuliert den Kreislauf. Er wird empfohlen zur Rekonvaleszenz, bei Depressionen und Anämie. Auch sagt man ihm nach, Fieber zu senken, Menstruationsbeschwerden zu regeln und rheumatische Schmerzen sowie Migräne zu lindern. Das Inhalieren vom Rauch getrockneter Salbeiblätter hilft bei asthmatischen Beschwerden. Äußerlich wird Salbei bei Wunden, Pickeln und Ekzemen eingesetzt. Als Gewürzpflanze hielt der Salbei erst im Mittelalter Einzug in unsere Küche und stand in dem Ruf, das Ranzigwerden von Fetten zu verhindern.
Lecker und gesund kochen mit Salbei
Dass Salbei auch als Küchenkraut vielen Gerichten eine besondere Note verleiht, können Sie selbst problemlos herausfinden. Salbei riecht aromatisch und schmeckt würzig mit leicht bitterer Note. Salbei wird zum Beispiel für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse benutzt. Salbei ist zwar das ganze Jahr über frisch zu bekommen, doch gehört er auch zu den Kräutern, die sich getrocknet gut verwenden lassen.
Rezepte:
Fisch mit Salbei
1 Zwiebel (geschält, gerieben)
1 Knoblauchzehe (mit etwas Salz zerdrückt)
8 EL Olivenöl
1 Zitrone (Saft)
4 Fischfilets (z. B. Seelachs oder Rotbarsch, gewaschen, trocken getupft)
4 EL Mehl (mit 1 TL Salz gemischt)
1 Ei (mit 1 EL Wasser verquirlt)
4 EL geriebener Parmesan (mit 1 Tasse Semmelbrösel gemischt)
2 EL Butter
1 Handvoll Salbeiblätter (waschen, trocken getupft)
4 EL Öl mit Zitronensaft, Zwiebel und Knoblauch mischen, die Fischfilets in einer Schüssel mit dem gewürzten Öl 60 Min. im Kühlschrank marinieren. Restliches Öl in einer Pfanne erhitzen. Fischfilets gut abtropfen lassen, in dem Mehl wenden, in das Ei tauchen und in den Semmelbröseln wenden, von jeder Seite 6 Min. braten, warm stellen. Öl aus der Pfanne gießen, Butter zerlassen, Salbeiblätter in der Butter erhitzen. Salbeiblätter mit der Butter über die Fischfilets geben.
Tipp: Die Salbeibutter passt auch zu Polentaschnitten oder Gnocchi (italienische Kartoffelnudeln)
Spaghetti mit Salbei und Oliven
50 g schwarze Oliven (entsteint, in Streifen geschnitten)
1 Bund Lauchzwiebeln (geputzt, in 3 cm lange Streifen geschnitten)
1 Knoblauchzehe (geschält, fein gehackt)
100 g Butter
100 ml Olivenöl
1 gute Handvoll frische Salbeiblättchen
500 g Spaghettini oder Spaghetti
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Evtl. Salbeiblüten zum Garnieren
Parmesan (gerieben)
Nudelwasser aufsetzen, Butter und Öl in einer tiefen Pfanne erwärmen und schmelzen. Salbeiblättchen einlegen und bei kräftiger Hitze ganz kurz unter Wenden ausbacken, bis sie leuchtend grün sind (die Blättchen dürfen nicht bräunen), sofort herausheben und warm stellen. Zwiebeln und Knoblauch ins Bratfett geben und leicht anrösten, Olivenstreifen dazugeben, wenden, kräftig salzen und pfeffern. Nudeln bissfest kochen, abgießen, in einer vorgewärmten Schüssel mit der Zwiebelmischung vermengen, Salbeiblättchen vorsichtig unterheben und mit Salbeiblüten garnieren. Geriebenen Parmesan dazu reichen.
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