Vielfalt: Wasser ist nicht gleich Wasser

Schriftzug: Innerlich

In Deutschland kann man zwischen ca. 650 Mineralwässern, 70 Heilwässern sowie zahlreichen Quell- und Tafelwässern auswählen. Auch Art der Zusammensetzung (Heilwasser), Gewinnung und Weiterbehandlung unterscheidet man:

Natürliches Mineralwasser:

Stammt ausnahmslos aus unterirdischen Vorkommen, die vor Verunreinigungen geschützt sind und wird direkt an der Quelle abgefüllt. Alle Inhaltsstoffe müssen natürlichen Ursprungs sein. Erlaubt sind Zusatz von Kohlensäure und - dies vor allem aus geschmacklichen Gründen - Entzug von Eisen und Schwefel.

Heilwasser:

Es gelten dieselben Kriterien wie für natürliches Mineralwasser. Aufgrund der speziellen Zusammensetzung seiner Mineralien und Spurenelemente hat Heilwasser eine heilende oder vorbeugende Wirkung bei bestimmten Krankheitsbeschwerden. Diese Wirkung muss wissenschaftlich belegt sein. Heilwasser fällt somit unter das Arzneimittelgesetz.

Tafelwasser:

Ist kein natürliches Produkt. Entweder eine Mischung unterschiedlicher Wässer oder ein Mix aus Leitungswasser, Mineralien, eventuell Sole und Kohlensäure.

Quellwasser:

Schriftzug: äußerlichStammt überwiegend aus unterirdischen Wasservorkommen, muss aber nicht, wie Mineralwasser, ursprünglich rein sein. Es muss lediglich den üblichen Trinkwasserkriterien genügen.

Klassisch: Kneipp-Kur

Wasserbehandlungen kannten schon die alten Griechen und Römer, bei uns sind Anwendungen nach dem aus dem 19. Jh. stammenden Pfarrer Kneipp bis heute beliebt und bewährt. Die Wirkung der unterschiedlichen Wasseranwendungen basiert immer auf dem Temperaturunterschied von Wasser und Körper. Entsprechend dem jeweiligen Krankheitsbild wird das Wasser kalt, warm oder wechselwarm eingesetzt. Kalt regt es die Durchblutung der inneren Organe an, lindert Entzündungen und wirkt belebend. Warm fördert es die Durchblutung von Haut und Muskeln und wirkt entspannend. Angesagt: ThalassoViele der Kneippschen Anwendungen lassen sich auch außerhalb von angeleiteten Kuren nutzen. Der einfachste Weg, die Heilkraft des Wassers auch zu Hause zu nutzen, ist die Dusche: Eine warme Dusche wirkt entspannend, kaltes Abduschen von Armen und Beinen dagegen belebend. Kalte Armbäder erfrischen zwischendurch. Wer Geselligkeit schätzt: Mit dem Angebot der 660 örtlichen Kneipp-Vereine lassen sich viele Kneipp-Anwendungen auch außerhalb der eigenen Badezimmerwände in den Alltag integrieren.

Suchen Sie einen Kneipp-Verein in Ihrer Nähe? Informieren Sie sich unter www.kneippbund.de oder unter Telefon 08247/3002-111.

Angesagt: Thalasso

Schon Hippokrates empfahl im 4.Jh.v.Chr. seinen Patienten die heilende Kraft des Meerwassers bei rheumatischen Beschwerden. Heute nutzt die Thalasso-Therapie Meerwasser, Meeresschlick und Algen für wohltuende Kurbehandlungen. Die Thalasso-Therapie (griech. thalassa = Meer), die in Frankreich schon lange anerkannt und verbreitet ist, entwickelt sich in den letzten Jahren auch in Deutschland zum Trend. Zur Thalasso-Therapie gehören heute Meer-Sprudelbäder, Massageduschen, Algen- und Schlickpackungen, Wassergymnastik und Meerwasser-Inhalationen. Manche Einrichtungen bieten dazu auch einen abgestimmten Speiseplan mit Meeresfrüchten und Algen. Bewährt hat sich die Thalasso-Therapie vor allem bei Knochen- und Gelenkbeschwerden, Herz-Kreislauf-und Stoffwechselstörungen sowie bei Atemwegs- und Hauterkrankungen.

Da der Begriff „Thalasso“ bislang in Deutschland nicht geschützt ist, sollte man sich genau informieren, was ein Thalasso-Zentrum anbietet. Zur Unterscheidung von eher kosmetisch orientierten Angeboten, hat der deutsche Thalasso-Verband mittlerweile die Bezeichnung „Original Thalasso-Therapie“ etabliert.

Fit: Bewegung im Wasser

Aqua-Jogging, Aqua-Aerobics, Watsu oder schlicht Wassergym- nastik - hinter diesen Bezeichnungen verbirgt sich ein gemeinsames Grundprinzip: Im Wasser lassen sich Ausdauer und Kraft besonders effektiv und schonend trainieren, ohne Sehnen, Muskeln und Gelenke zu überlasten.

Durch Auftrieb und relative Schwerelosigkeit wiegt unser Körper im Wasser nur ein Zehntel soviel wie an Land. Trotzdem trainiert man doppelt effektiv, weil die Schwerkraft fehlt, d.h. jede Bewegung gegen den Wasserdruck vorgenommen werden muss. Das Herz-Kreislaufsystem stärkt man ganz nebenbei mit. Im Wasser stehen die Blutgefäße unter verstärktem Druck, wodurch automatisch mehr Blut zum Herzen strömt. Das Herz muss weniger arbeiten, um den Körper mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen.

Ob man die einfache Wassergymnastik bevorzugt oder eines der neuen Trendsportangebote wie z. B. Aqua-Aerobics oder Watsu (= Shiatsu im Wasser; sanfte, fließende Bewegungen des japanischen Shiatsu, die entspannend und meditativ wirken) nutzt, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Angebote gibt es in zahlreichen Schwimmbädern und über Volkshochschulen oder andere Bildungsträger.

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