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Trend­sport­ar­ten

Bouldern: Klettern auf Absprunghöhe

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Mit einer natürlichen Lässigkeit schwingt sich der Kletterer von einem gelben Griff zum nächsten. Was so einfach aussieht, bedarf eine durchtrainierten Körpers und einer großen Portion Kreativität und Beharrlichkeit. Für viele macht genau dieses Zusammenspiel die Faszination am Klettersport Bouldern aus.

Bouldern: Das ist Klettern ohne Seil und Klettergurt

Das hört sich gefährlich an. Doch wer sich dem Bouldern verschrieben hat, turnt keineswegs ständig in Todesgefahr. Denn beim Bouldern wird nur so hoch gekraxelt, wie man noch unbeschadet abspringen kann. Außerdem sind die speziellen Boulderbereiche in Kletterhallen mit so genannten Crashpads ausgestattet, die Stürze abfangen und Fußverletzungen verhindern. Darüber hinaus stehen unter besonders schwierigen Stellen, beispielsweise einem Überhang, oft Personen als Spotter. Diese fangen den Fallenden nicht etwa auf, sondern sichern ihn, damit er kontrolliert auf den Füßen landet. Trotzdem ist Bouldern kein Sport für begeisterte Couchpotatos, die sich nur alle paar Monate auspowern möchten. Denn fürs Bouldern benötigt man die Muskulatur des gesamten Körpers.

Richtiges Training: So lassen sich Verletzungen vermeiden

Mit fließenden Bewegungen schwingt sich der geübte Kletterer beim Bouldern von einem Griff zum nächsten, hält sich am langen Arm mit einer Hand fest oder passiert schwierige Stellen rückwärts. Wer da untrainiert ist, fällt schneller von der Kletterwand als er wieder hoch kommt. Um die Muskeln auf das harte Training vorzubereiten und den Kreislauf in Schwung zu bringen, gehört immer ein gutes Aufwärmen dazu. Seilspringen oder Hampelmänner eignen sich beispielsweise prima. Danach werden Arme, Beine und Rücken bewegt, die Gelenke durch Kreisen oder leichte Bewegungen mobilisiert und die Muskeln mit leichten Trainingsanreizen aufgewärmt. Anschließend geht es an die Wand. In der Halle sind verschiedene Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden farblich gekennzeichnet. Draußen in der Natur gehört es dazu, sich die passende Strecke auszuwählen.

Künstliche Felsen: Die Natur in die Halle holen

Für die Fans des nicht mehr ganz so jungen Klettersports – der erste Boulderparcours entstand bereits 1947 in Fontainebleau in Frankreich – macht genau das den Reiz aus: Seine Kletterfähigkeiten auf den meist kurzen Strecken so kreativ einzusetzen, dass selbst sehr schwierige Strecken bewältigt werden können. Und das am besten auf Anhieb, ohne lange zu üben und zu probieren. Deshalb benötigt ein guter Kletterer neben einem guten Körpergefühl auch eine große Portion Kreativität, Beharrlichkeit und Geduld. Nach dem Bezwingen der künstlichen oder echten Felsen gehört wie bei jedem Sport das Abwärmen dazu. So lassen sich Verletzungen vorbeugen. Zwar ist Bouldern kein übermäßig gefährlicher Sport, doch z. B. Zerrungen kommen relativ häufig vor, da die Sehnen und Gelenke stark beansprucht werden.

Boulder-Anfänger: Keine großen Investitionen für den Start

Um mit dem Bouldern anzufangen, sind keine teuren Anschaffungen notwendig. Für den Start reichen normale Sportkleidung und Kletterschuhe, die Einsteiger sich anfangs meistens in der Kletterhalle ausleihen können. Ambitionierte Kletterer haben außerdem oft Magnesia, das die Hände griffiger macht, und Bürsten zur Griffreinigung sowie einen Fußabstreifer zum Putzen der Schuhe dabei. Geeignete Kletterhallen findet man entweder auf der Homepage des Deutschen Alpenvereins (DAV) www.alpenverein.de oder indem man das Stichwort Bouldern in Kombination mit seinem Wohnort in eine Online-Suchmaschine eingibt. Wer das ganze theoretisch nachlesen möchte, wird z. B. hier fündig:

Andreas Hofmann: „Besser Bouldern. Grundlagen & Expertentipps". Taschenbuch. tmms-Verlag; Auflage: 2 (22. November 2013)

Ralf Winkler: „Grundkurs Bouldern: erweiterte Ausgabe". Taschenbuch. CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 2 (18. August 2015)