Menü Menü schließen

Die Entnahme der Stammzellen

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Blutstammzellen zu gewinnen: entweder aus dem zirkulierenden Blut (PBSC-Spende, vom Ablauf vergleichbar mit einer Dialyse) oder durch Knochenmarkentnahme. Der Spender entscheidet nach ausführlicher Vorstellung beider Möglichkeiten, welches Verfahren er wünscht

Die Entnahme der Stammzellen

Ist der geeignete Spender gefunden, Die PBSC-Spende* wird er zum ausführlichen Informationsgespräch mit einem vom Transplantationszentrum unabhängigen Arzt eingeladen. Bei diesem Termin erfolgt eine eingehende ärztliche Untersuchung, um jedes Risiko für den Spender und den Empfänger auszuschließen. Erst jetzt gibt der potenzielle Spender seine endgültige Zustimmung zur Entnahme der Blutstammzellen.


1. Möglichkeit: Die PBSC-Spende*


Die derzeitige Standardmethode zur Gewinnung von Blutstammzellen ist die Separation aus dem Blutkreislauf nach medikamentöser Vorbehandlung. Damit die Konzentration der blutbildenden Zellen im Kreislauf des Spenders erhöht wird, bekommt dieser ab dem vierten Tag vor der Spende ein Medikament. Als Nebenwirkungen können grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie körperliche Abgeschlagenheit auftreten. Sie klingen in der Regel spätestens zwei Tage nach der Spende vollständig ab.


Im Normalfall wird das Blut aus einer Armvene entnommen und unter Zusatz blutgerinnungshemmender Mittel in einem kontinuierlichen Durchflussverfahren in einem Zellseparator aufgetrennt. Ein Teil der Blutstammzellen wird aus dem zirkulierenden Blut herausgefiltert, alle übrigen Blutbestandteile fließen über die andere Armvene zum Spender zurück. Dieser Vorgang dauert in der Regel drei bis fünf Stunden, in seltenen Fällen ist am folgenden Tag eine zweite Sitzung notwendig. Über eventuelle Nebenwirkungen im  Zusammenhang mit der PBSC-Spende wird der Spender bei der medizinischen Voruntersuchung ausführlich informiert, bevor er seine endgültige Zustimmung gibt.


* PBSC steht für Peripheral blood stem cell transplantation (deutsch: Perpiphere BlutStammzellenspende)


2 .    Möglichkeit Die Knochenmarkspende


Das ursprüngliche Spendeverfahren, die Knochenmarkentnahme, wird nur noch in seltenen Fällen als operativer Eingriff durchgeführt. Unter Vollnarkose wird dem Spender mit Hilfe spezieller Hohlnadeln flüssiges Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen. Der Körper bildet dieses Knochenmark innerhalb von vier bis sechs Wochen wieder neu. Bei diesem Verfahren ist ein stationärer Aufenthalt von 48 Stunden in einer Klinik nötig. 


Viele Menschen schrecken generell vor einer Blutstammzell- bzw. Knochenmarkspende zurück, weil sie denken, dass die Stammzellen dem Rückenmark entnommen werden. Das ist unzutreffend. Das Knochenmark ist blutbildendes Gewebe, das in nahezu allen Knochen (z. B. dem Beckenknochen) vorkommt. Das Rückenmark hingegen liegt innerhalb des Wirbelsäulenkanals und ist Teil des Nervensystems, das nicht transplantiert werden kann. Bei einer Knochenmarkspende bleibt das Rückenmark also immer unangetastet – die Gefahr einer Lähmung durch den Eingriff besteht also definitiv nicht. Ein potenzielles Risiko bei einer Stammzellentnahme aus dem Beckenknochen besteht ausschließlich in der Narkose während der Operation. Nebenwirkungen sind Schmerzen im Bereich des Beckenkammes (Entnahmestelle) sowie körperliche Abgeschlagenheit einige Tage nach dem Eingriff. Ausführliche Informationen hierzu erhalten Sie bei der medizinischen Voruntersuchung.