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Ohne Angst in den Urlaub

Reisen in ferne Länder – für viele Menschen ist dies der Inbegriff von Urlaub und Freiheit. Doch für manche auch eine reine Horrorvorstellung. Denn um in diese fernen Länder zu kommen, müssen sie ein Flugzeug besteigen. Für 7,4 % der Bevölkerung ein absolutes no go. Sie haben so große Angst vor dem Fliegen, dass sie noch niemals ein Flugzeug betreten haben.

Dabei ist das Reisen mit dem Flugzeug die sicherste Art der Fortbewegung. Die International Air Transport Association, die die meisten Fluglinien vertritt, gibt an, dass auf einer Million Flüge nur 0,81 Unfälle passieren. Für Menschen, die z. B. von Berlin nach München möchten, ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall tödlich zu verunglücken also um ein vielfaches höher, als wenn sie mit dem Flugzeug reisen.

Ausgeliefert sein in der Luft

Trotz dieser beruhigenden Zahlen, haben viele Menschen einfach das Gefühl in der Luft ausgeliefert zu sein. Manche fürchten sich vor allem vor den Turbulenzen. Dabei sind diese kein Grund zur Sorge. Denn die sogenannten Luftlöcher sind für die Flugzeuge überhaupt kein Problem. Verwirbelungen, die bei Gewittern entstehen und dem Flieger gefährlich werden können, werden in der Regel umflogen. Dafür haben die Fluggesellschaften ein hervorragendes Wetterradar.

Auch gut zu wissen: Jedes Instrument ist in einem Flugzeug doppelt vorhanden. Wenn eines ausfällt, greift das andere. Außerdem sind Flugzeuge elastisch gebaut. Die Tragflächenspitzen eines Jumbojets können sich z. B. um acht Meter nach oben biegen und wieder zurückschnalzen, ohne dass ein Schaden entsteht.

Flugsimulationen gegen die Angst

Es gibt spezielle Flugangstseminare, in denen den Betroffenen ein Einblick ins Cockpit ermöglicht wird. Für viele Menschen ist es beruhigend zu sehen, wie alles funktioniert und sie verlieren dadurch einen Teil ihrer Angst. Zu einem solchen Seminar gehört außerdem ein kurzer Sonderflug. Nachteil: Die Kurse kosten oft mehrere hundert Euro.

Eine Alternative bieten Flugsimulatoren. Hier setzen sich die Angstpatienten eine Brille auf, die sie virtuell in ein Flugzeug versetzt. Zusätzlich nehmen sie auf einem Stuhl Platz, der Turbulenzen, Start und Landung nachahmen kann. Durch die vollständige Abschottung vom realen Raum werden die Teilnehmenden so in eine Situation versetzt, vor der sie Angst haben.

Angst vor Menschen und engen Räumen

Bei einigen Betroffenen sind aber nicht Turbulenzen oder Angst vor technischem Versagen das Problem. Sie leiden unter Platzangst oder fürchten sich vor großen Menschenmengen. Hier ist eine Therapie eine gute Form der Angstbewältigung. In den Therapiestunden lernen die Betroffenen ihre Angst auszuhalten, sie zu erkennen und zuzulassen.

Das wichtigste bei jeder Form von Angst oder Panik ist, sich nicht in das Gefühl hineinzusteigern. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training können dabei helfen. Allerdings sollte man sich darauf nicht ausschließlich verlassen. Denn wenn die Methode nicht funktioniert, kommt zur Panik auch noch die Wut auf sich selbst und die Hilflosigkeit wird noch größer.

Bloß keine Beruhigungsmittel

Die Einnahme von Beruhigungsmitteln bei Flugangst ist nicht empfehlenswert. Vor allem dann nicht, wenn man vor dem Flug noch nie ein solches Medikament genommen hat und die Nebenwirkungen nicht kennt. Reagiert der Körper z. B. mit Schwindel auf das Medikament, kann das von dem Betroffenen als erste Anzeichen einer Panikattacke gewertet werden. Die Einnahme einer zweiten Tablette und damit eine Überdosierung kann so die Folge sein. Außerdem sollte man Beruhigungsmittel niemals in Kombination mit Alkohol zu sich nehmen.

Wenn Sie unter Flugangst leiden, empfehlen wir Ihnen, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber zu sprechen. Sie bzw. er hat weitere Tipps, wie Sie mit der Angst umgehen und sie bewältigen können.