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Er­näh­rungs­trends

Ein Blick in die Zukunft: Insekten auf unserem Teller? 

Sie krabbeln und kriechen zwar nicht mehr, die Käfer und Würmer auf dem Teller, dennoch ist der Ekelfaktor hierzulande recht hoch, wenn es um den Verzehr von allerlei Krabbelgetier geht. In asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern hingegen sind Insekten traditionell ein ganz selbstverständlicher Teil der täglichen Ernährung und nicht nur eine Notlösung in kargen Zeiten. Auch für unsere Regionen kursieren noch Rezepte für Maikäfersuppe, die früher vielerorts auf dem Speiseplan stand. Schlug man da doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Man wurde der Käferplage Herr, schließlich gab es Maikäfer in vielen Jahren zuhauf, und hatte obendrein ein schmackhaftes Frühlingssüppchen auf dem Tisch. Inzwischen halten verschiedene Insekten bei uns Einzug in die Küche, zum Glück nicht als Plage, sondern geröstet oder gebraten oder zerkleinert und verarbeitet in Brot oder Burgern. Immerhin sind Insekten gute Eiweißlieferanten und ihre Produktion ist weit weniger aufwändig als die von Rindern, Schweinen oder Federvieh. Also ein gesunder Trend mit Zukunft?

Andere Länder, andere Sitten

Rund zwei Milliarden Menschen auf unserer Erde finden nichts dabei, täglich Raupen, Libellen, Heuschrecken, Termiten oder Fliegenlarven zu verzehren. Die Insekten müssen nur gesammelt werden und bilden daher eine preiswerte Grundversorgung. Übrigens gelten fast 2.000 Insektenspezies als essbar! In Südostasien gelten Ameiseneier als Delikatesse, in Afrika dagegen sind Raupen besonders beliebt. Und zwar nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern schlicht, weil sie lecker schmecken.

Nährstoffquelle Käfer, Heuschrecke, Termite und Wurm

Doch auch hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe können Insekten mit einem dicken Plus aufwarten: Sie sind außerordentlich eiweißreich, einige Heuschreckenarten bestehen zu mehr als 70 Prozent aus Protein, das zudem besonders gut vom Körper verwertet werden kann. Auch wichtige ungesättigte Fettsäuren und zahlreiche Mikronährstoffe stecken in den kleinen Tierchen. Dabei sind sie im Vergleich zu unseren klassischen Nutztieren ausgesprochen genügsam: Sie futtern verhältnismäßig wenig und kommen auch meist gut mit Dürreperioden zurecht. Das schont weltweit jede Menge Anbauflächen für Futtermittel und Wasserressourcen gleichermaßen.

Insektenverzehr zwischen Ekel und Neugier

Insektenverzehr beginnt im Kopf! Optisch unterscheiden sich einige Arten schließlich kaum von Krabben oder Garnelen. Dennoch stehen Heuschrecken, Mehlwürmer oder Fliegenlarven bislang hauptsächlich in der Gourmet-Küche und in Szene-Restaurants auf der Speisekarte. In den Regalen der Supermärkte sucht man sie vergeblich, was auf die noch ausstehende Klärung von lebensmittelrechtlichen Fragen zurückzuführen ist. Schade eigentlich, denn viele verschiedene Zubereitungsarten garantieren höchste Geschmacksvielfalt: Insekten in würzigen Currys, Heuschrecken im Speckmantel oder auch süße Varianten von Buffalowürmern mit Schokolade lassen eigentlich keine Wünsche offen. Geschmacklich erinnern Insekten mitunter an Nüsse. In frittierter Form sind sie lecker knusprig und in neuen Brotkreationen sorgen sie vermahlener Form für ein Plus an hochwertigem Eiweiß.

Vorsicht!

Einige Insekten enthalten toxische Wirkstoffe oder Inhaltsstoffe, die Allergien auslösen können, also besser nicht auf eigene Faust allerlei Krabbeltiere für den Teller sammeln. Alkaloide aus Marienkäfern etwa können problematisch sein. Auch sollten Insekten wegen einer möglichen Übertragung von Krankheitserregern nicht roh verzehrt werden.