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Er­näh­rungs­trends

Trend Detox: Der Mythos von den bösen Schlacken

Wie immer steht Großreinemachen in Richtung Frühjahr auf dem Plan. Und zwar für unseren Körper mehr noch als für die Wohnung, wenn wir den zahlreichen Anbietern von Detox-Produkten Glauben schenken wollen. Die versprechen meist sogar doppeltes Glück: Giftrückstände aus unserer Nahrung oder der Luft, die sich angeblich in unserem Körper in Form von Schlacken angesammelt haben und uns antriebslos und müde machen, sollen ausgeleitet werden. Gleichzeitig schmilzt der angefutterte Winterspeck im Handumdrehen. Klingt doch super! Die angebotene Produktpalette reicht dabei von speziellen Tees und Detox-Kapseln für die Leber, harntreibenden Mitteln, Algenpräparaten, Badezusätzen, Duschgels und Fußpflastern bis hin zu mehrwöchigen Entgiftungskuren, die schnell mal mehr als 100 Euro kosten können. Der Kauf solcher Produkte beruhigt vielleicht das Gewissen, doch der Nutzen ist allerdings mehr als zweifelhaft. Eine kurzfristige Detox-Kur kann ohnehin keine dauerhaft ungesunde Lebensweise kompensieren. Setzen Sie stattdessen lieber auf unseren Zehn-Punkte-Plan.

Die Selbstreinigungskräfte des Körpers

Der menschliche Körper verfügt über ein ausgeklügeltes System der Selbstreinigung: Die Nieren filtern ständig chemische Substanzen aus unserem Blut und bereiten sie für die Ausscheidung über den Urin vor. Sie sorgen außerdem für ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis. Die Leber wandelt giftige Stoffwechselprodukte in ungiftige um. Wasserlösliche Schadstoffe werden über das Blut an die Nieren weitergeleitet und dort ausgeschieden, wasserunlösliche Stoffe gelangen über die Gallenflüssigkeit zum Abtransport in den Darm. Auch Medikamente werden, nachdem sie ihren Dienst getan haben, in der Leber abgebaut. Außerdem werden alte oder defekte Zellen aus dem Blut herausgefiltert. Der Darmtrakt bereitet ständig unverdauliche Speisereste für die Entsorgung vor. Kohlendioxid wird bei jedem Ausatmen über die Lunge abgegeben. In begrenzten Mengen können auch die Schweißdrüsen unerwünschte Stoffe über die Haut nach außen befördern. In einem normal funktionierenden Körper haben Giftstoffe also gar keine Chance, sich einzulagern, und tatsächlich wurden die sagenumwobenen Schlacken auch noch nie in einem Körper gesichtet. Verzichten Sie also getrost auf teure Detox-Produkte. Überprüfen Sie stattdessen Ihre Lebensweise und unterstützen Sie die Selbstreinigungskräfte Ihres Körpers.

Ihr 10-Punkte-Plan:

  • Rücken Sie Gemüse in den Mittelpunkt Ihrer Mahlzeiten, kochen Sie so oft wie möglich frisch. So sind Sie mit allen Vitalstoffen versorgt. Die enthaltenen Ballaststoffe sind alles andere als Ballast: Schon im Mund regen sie den für die Verdauung wichtigen Speichelfluss an. Sie werden langsamer verdaut, sättigen lang anhaltend, regen die Darmtätigkeit an und beugen so Verstopfungen vor.
  • Verzichten Sie auf Genussgifte wie Nikotin und Alkohol. Ihre Leber wird es Ihnen danken.
  • Greifen Sie öfter mal zu Gemüsesorten, die Bitterstoffe enthalten. Essen Sie Kohl, Artischocken oder sammeln Sie einige frische Löwenzahnblätter für Ihren Salat. Würzen Sie häufiger mit Kurkuma (Gelbwurz), so unterstützen Sie die Leber bei der Gallensaftproduktion.
  • Essen Sie den sprichwörtlichen täglichen Apfel: Die enthaltenen Pektine binden Schadstoffe und helfen, diese auszuscheiden.
  • Milchsäurehaltige Nahrungsmittel wie Naturjoghurt, Kefir oder Sauerkraut unterstützen eine gesunde Darmflora.
  • Viel Bewegung an frischer Luft regt den Stoffwechsel an und sorgt für Entspannung und Wohlbefinden.
  • Machen Sie öfter mal Atemübungen an frischer Luft und bedenken Sie dabei, dass durch ein komplettes Ausatmen Kohlendioxid abgeführt wird.
  • Meiden Sie Fertigprodukte, Fast-Food, üppige Fleischmahlzeiten und sehr fette Speisen.
  • Trinken Sie über den Tag verteilt reichlich Wasser und ungesüßte Tees.
  • Machen Sie keine Radikalkuren auf eigene Faust. Eine zeitlich begrenzte Kur, die Sie mit allen nötigen Vitalstoffen versorgt, kann aber den Einstieg in eine dauerhaft gesunde Ernährungsweise erleichtern.