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Er­näh­rungs­trends

Trink-Trends: Grüner Kaffee und Kokoswasser

Schon probiert? Grüner Kaffee gilt unter Insidern als ultimativer Fatburner. Kokoswasser schlürfen Kenner als Fitmacher oder rundum wirksames Schönheitsgetränk. Kokoswasser wirbt für sich als Flüssigkeit des Lebens mit einem wahren Mineralstoffreichtum, grüner Kaffee will mit einem hohen Gehalt an Chlorogensäure Abnehmprozesse wirkungsvoll unterstützen. Doch werden die Trendgetränke ihrem hohen Anspruch gerecht? Oder kann man vielleicht beide auch ohne irgendwelche Hintergedanken einfach nur trinken und genießen?

Grüner Kaffee: Nahrungsergänzungsmittel und Getränk

Die rohen, nicht gerösteten Bohnen des Kaffeestrauchs sind grün. Erst durch das Rösten nehmen sie die uns bekannte braune Farbe an und entfalten das typische Kaffeearoma. Mit dem Rösten gehen allerdings auch einige Inhaltsstoffe verloren: Besonders der Gehalt an Chlorogensäure wird stark reduziert. Gerade dieser Stoff aber soll beim Abnehmen helfen. Als grüner Kaffeeextrakt ist er in Pulver- und Kapselform erhältlich: Einfach die tägliche Dosis schlucken, normal weiter essen und dennoch an Gewicht erheblich verlieren, so lautet das Heilsversprechen. In der Tat zeigen Laborversuche an Mäusen, dass Chlorogensäure in hohen Dosen bestimmte Enzyme hemmt, die für die Aufnahme von Zucker aus der Nahrung zuständig sind. Der Blutzuckerspiegel steigt weniger rasant an und es wird weniger Fett in den Körper eingelagert. Fraglich bleibt allerdings, ob sich diese Ergebnisse so einfach auf den Menschen übertragen lassen. Studien hierzu wurden bisher nur in geringem Umfang durchgeführt und sind daher wenig aussagekräftig. Die verzeichneten Gewichtsverluste könnten auch darauf zurückzuführen sein, dass die Probanden ein Ernährungstagebuch führten und dadurch wahrscheinlich ihr Essverhalten unwillkürlich änderten. Denn wer will schon jedes nebenbei genaschte Stück Schokolade sorgfältig protokollieren? Wer wirklich abnehmen möchte, kommt um eine langfristige Ernährungsumstellung und mehr Bewegung nicht herum.

Mittlerweile ist grüner Kaffee auch als ganze Bohne oder fein vermahlen in Teebeuteln erhältlich – und endlich erschließen sich neue Geschmackshorizonte. Grüntee-Liebhaber werden sich vermutlich schnell mit der grünen Kaffeevariante anfreunden, denn geschmacklich ähnelt der grüne Kaffee dem gleichfarbigen Tee: leicht grasig, heuartig und frisch sind die typischen Geschmacksnoten. Wegen des enthaltenen Koffeins sollte grüner Kaffee nicht im Übermaß genossen werden. Über mögliche Nebenwirkungen einer dauerhaften Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel ist noch nichts bekannt.

Kokoswasser: kaliumhaltig und natürlich isotonisch

Als Kokoswasser oder Kokosnusswasser wird die fast klare Flüssigkeit im Inneren der jungen, noch grünen Kokosnüsse bezeichnet. Die fetthaltige Kokosmilch gewinnt man dagegen aus dem Fruchtfleisch der reifen Nuss. In tropischen Ländern ersetzt die Schale gleich das Glas, denn die leicht nussig schmeckende Flüssigkeit wird einfach mit einem Strohhalm direkt aus der Nuss getrunken. Bei uns kommt das Kokoswasser etwas schnöder in Flaschen oder Tetrapaks daher. Im frühen Reifestadium der Nuss hat das Kokoswasser den höchsten Nährstoffgehalt. Es punktet mit einem hohen Gehalt an Kalium. Aus der isotonischen Flüssigkeit kann der Körper die Nährstoffe besonders gut aufnehmen und so einen Mineralstoffverlust nach sportlichen Aktivitäten schnell ausgleichen. Der Griff zu einem industriell hergestellten Sportlergetränk wird damit unnötig. Allerdings leisten auch viele Mineralwässer und eine Apfelschorle im Verhältnis von etwa 1:4 hier gute Dienste.

Kokoswasser gibt es auch angereichert mit verschiedenen Substanzen wie Holunderblüte, Granatapfel oder Aronia. Dadurch ergeben sich völlig neue Geschmacksvarianten, die das Kokoswasser überlagern. Also vielleicht doch einfach mal den reinen Geschmack probieren und am besten gut gekühlt trinken.