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Infos zur Ernährung

Wissenswertes rund um das Thema Ernährung.

Gesund, abwechslungsreich und preiswert

So geht Tischlein deck dich heute!

Eine gesunde Ernährung liefert die Basis für ein gesundes Leben. Sie kann helfen, Übergewicht und diversen anderen Zivilisationskrankheiten vorzubeugen. Mit diesem Argument arbeitet auch die Ernährungsindustrie: Viele Produkte im Supermarktregal sind mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert oder werben sogar aktiv mit gesundheitsbezogenen Versprechen. Fast immer sind solche Produkte überflüssig und außerdem auch noch teuer.

Dabei erfordert eine gesunde Ernährung weder besondere Produkte noch muss sie teuer sein: Wir müssen uns einfach nur auf das besinnen, was die Natur direkt vor unserer Haustür über das Jahr für uns bereithält und hauswirtschaftliche Vernunft entwickeln. Wenn wir außerdem ein klein wenig Zeit investieren, indem wir vielleicht einen kleinen Garten auf dem Balkon anlegen, Wildgemüse sammeln oder unser Brot selbst backen, machen wir einen Riesenschritt in Richtung gesunde Ernährung für die ganze Familie. Und das zum Spartarif!

Gerade Kinder haben oft viel Spaß am Sammeln und Verarbeiten von Chausseeobst. Und sie sind sicher auch gern bereit, mehr Gemüse zu essen, wenn sie bei Anbau und Ernte helfen dürfen. Dabei muss man nicht den Anspruch haben, kompletter Selbstversorger zu sein. Es geht lediglich darum, mit einfachen Mitteln eine gesunde und preiswerte Ernährung sicherzustellen. Hier sind zehn erprobte Tipps für Ihren Alltag!

1. Regional und saisonal
Das ganze Jahr über Paprika, Tomaten und Gurken oder gar Erdbeeren auf dem Teller? Das muss nicht sein. Zum einen haben diese Erzeugnisse im Winter weite Wege hinter sich und sind dadurch äußerst energieintensiv und obendrein besonders teuer, außerdem haben sie nicht den vollen und reifen Geschmack wie im Sommer. Wer hingegen bevorzugt zu Gemüse der Saison greift, hat zum einen das ganze Jahr über viel Abwechslung auf dem Teller. Zum anderen ist zum saisonalen Erntezeitpunkt der Geschmack besonders intensiv und der Nährstoffgehalt hoch. Lange Lagerung oder Transport gehen immer mit einem Verlust an Inhaltsstoffen einher. Also: Schauen Sie, was die Region an erntefrischen saisonalen Genüssen bietet – und greifen Sie beherzt zu!

2. Kreative Resteverwertung
Wieder mal ein paar Kartoffeln, Reis oder Gemüse zu viel gekocht? Kein Problem, denn sie sind die ideale Basis, um mit etwas Fantasie leckere Resteverwertungsgerichte entstehen zu lassen. Kartoffeln werden gebraten, zu Salat verarbeitet oder liefern die Grundlage für einen Auflauf. Gemüsereste machen sich gut in einer Reispfanne oder als Belag für eine Pizza. Apropos: Die italienische Pizza ist das Original der Resteverwertung – als Pizzabelag dienten ursprünglich ausschließlich Reste! Fleischreste können auch in einen Eintopf wandern, aus grünen Bohnen entsteht zusammen mit Tomaten, Thunfisch, Oliven und Lauchzwiebeln ein schmackhafter Salat. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

3. Sammeln statt kaufen
Bewegung an frischer Luft ist gesund – warum nicht einfach den Spaziergang je nach Jahreszeit mit dem Sammeln von Wildgemüsen, Obst oder Nüssen verbinden? Löwenzahn, Bärlauch oder Brennnesseln im Frühjahr sind urgesunde und leckere Grundlagen für Pesto und Suppen oder dienen als Salatbeilage. Im Spätsommer gibt es an Wegen Obstbäume, die man eventuell nach Rücksprache mit der Gemeinde abernten darf – sogenanntes Chausseeobst ist, vor allem an kaum befahrenen Straßen, eine hervorragende Alternative zum Supermarktapfel. Was Sie nicht sofort verzehren, lässt sich einkochen oder trocknen. Oder man nutzt regionale Angebote zum Saftpressen. Im Herbst lassen sich Haselnüsse und Walnüsse sammeln. Nüsse sind äußerst gesund, man kann sie zum Backen verwenden oder einfach zwischendurch knabbern. Achten Sie darauf, besonders Walnüsse sorgfältig zu trocknen, da sie sonst schimmeln. Ein paar Tage an der Herbstsonne reichen aus.

4. Gärtnern statt kaufen
Sicher verfügt nicht jeder über einen ausgedehnten Gemüsegarten. Doch auch auf einer Terrasse oder einem sonnigen Balkon lassen sich Kräuter, Schnittsalat, Tomaten und sogar Obst ernten. Beim Eigenanbau kann man auf die chemische Keule verzichten. Es gibt spezielle Sorten, die auch im Kübel oder Balkonkasten gedeihen. Und viele Pflanzen wie etwa Mangold sind nicht nur lecker und gesund, sondern darüber hinaus ein echter Blickfang. Wer Lust auf mehr hat, mietet sich eine Gartenparzelle. Kräuter und Sprossen lassen sich sogar auf der Fensterbank ziehen. Im Sommer kann man dann auch gleich Kräuter zum Trocknen für Tee oder zum Würzen von Wintergerichten schneiden.

5. Kochen aus Grundzutaten
Tiefkühlgerichte und halbfertige Produkte sind allgegenwärtig. Doch oftmals enthalten sie fragwürdige Zutaten wie Aromen und Geschmacksverstärker oder sind sehr süß oder sehr salzig. Obendrein sind z. B. vorgeschnittene Salate oder Obstmischungen meist viel teurer als ganze Salatköpfe oder Äpfel und Birnen. Zudem verliert aufgeschnittenes Obst erheblich an Vitalstoffen. Sicher, manches Fertigprodukt wird aus Zeitmangel gekauft, die meisten aber sicherlich aus Bequemlichkeit. Dabei bietet Kochen nicht nur Kostenvorteile, sondern macht einfach mehr Spaß als Aufwärmen. Hinzu kommt, dass selbst gekochte Gerichte immer wieder anders schmecken. Wer wenig Zeit hat, kann auch einfach mal für zwei Tage kochen.

6. Vorräte anlegen
Auch wer keinen großen eigenen Garten hat, sollte etwas Vorratshaltung betreiben und auf diese Weise Geld sparen. Zur Erdbeer- oder Kirschzeit kauft man größere Mengen Früchte ein und stellt leckere Fruchtaufstriche selbst her. Wer über Gefrierkapazitäten verfügt, kann problemlos Sommergemüse günstig einkaufen und für den Winter einfrieren. Doch übertreiben sollte man es mit den Vorräten nicht, denn auch im Winter gibt es reichlich frisches Gemüse und außerdem sind alte Gefrierschränke wahre Stromfresser. Vielleicht hat Ihre Großmutter ja noch einen Topf zum Einkochen, auch der kann Ihnen gute Dienste leisten. Hamsterkäufe bitte immer mit Augenmaß tätigen, damit später nicht größere Mengen Lebensmittel weggeworfen werden.

7. Backe, backe Kuchen
Süßigkeiten wandern bei fast jedem Einkauf mit in den Einkaufswagen. Meist sind sie nicht nur extrem süß, sondern auch extrem fetthaltig und damit das Gegenteil von gesund. Gesunde Ernährung bedeutet nun nicht den völligen Verzicht auf Süßes. Doch auch hier ist Selbstmachen die bessere Alternative. Denn wer ausschließlich Selbstgebackenes isst, kennt die Zutaten, so kommt z. B. nur Vollkornmehl zum Einsatz und die Zuckermengen können gegenüber den Angaben in Rezepten ohne Geschmackseinbußen um 30 bis 50 % reduziert werden. Gehärtete Fette und Aromen werden ganz umgangen. Außerdem werden auf diese Weise insgesamt deutlich weniger Süßigkeiten verzehrt, denn zum ständigen Backen fehlt meist schlicht die Zeit. Dafür wird das Gebäck in kleinen Mengen umso mehr genossen.

8. Frühstück Marke Eigenherstellung
Ein gutes Frühstück garantiert einen guten Start in den Tag. Für Brotliebhaber lohnt sich das Backen in jedem Fall: Vollkornbrote aus Weizen oder Dinkel lassen sich mit Hefe backen, wer es gern etwas kräftiger mag, backt am besten ein herzhaftes Brot mit Sauerteig. Alles wird besser schmecken als gekauftes Brot, das heute überwiegend aus fertigen Backmischungen hergestellt ist. Die Backmischungen, mit denen Großbäckereien beliefert werden, enthalten chemische und biochemische Zusatzstoffe, um Frische, Rustikalität und Geschmack vorzutäuschen. Nur wer selbst backt, weiß, was wirklich im Brot steckt. Auf Zusatzstoffe aus dem Labor kann verzichtet werden, denn Geschmacksvielfalt erreicht man durch die Zugabe von Ölsaaten wie Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne oder durch Brotgewürz. Wer lieber Müsli mag als Brot, kann ebenfalls Eigenkreationen den Vorzug geben. Für eine große Vorratsdose werden Flocken und je nach Geschmack Nüsse oder Trockenfrüchte gemischt. Morgens kommt dann noch ein Stück Obst, etwas Naturjoghurt oder Milch dazu, fertig! Dieser individuelle Müslimix kommt ganz ohne Zuckerzusatz aus und ist zudem erheblich preiswerter als fertige Mischungen.

9. Einkaufen mit Mengenrabatt
Gerade das Einkaufen kleiner Mengen ist oft teuer. Also am besten Gleichgesinnte suchen, der 25-Kilo-Sack Getreide ist nämlich deutlich preiswerter als die Kleinpakkungen. Eventuell kann man auch den Einkauf größerer Mengen vom Erzeuger bewerkstelligen, so lassen sich Zwischenhändler umgehen.

10. Verwerten statt wegwerfen
Viele Lebensmittel wie etwa Obst mit Druckstellen oder Abgepacktes in beschädigten Verpackungen sind ohne gesundheitliche Risiken zum Verzehr geeignet. Fragen Sie doch einmal gezielt in Ihrem Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt nach Lebensmitteln mit geringen Schäden oder verhandeln Sie über Preise bei Produkten, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft. Auf diese Weise ernähren Sie sich nicht nur günstig, sondern helfen auch, das Vernichten von Lebensmitteln zu