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Infos zur Ernährung

Mangel im Überfluss?

Fast eine Milliarde Euro pro Jahr geben Deutsche für Nahrungsergänzungsmittel aus. Erhebungen zufolge geht nahezu jeder Dritte hierzulande auf Nummer sicher und greift täglich zu künstlichen Nährstoffen.

Hoch im Kurs stehen Multivitaminpräparate, denn damit fühlen die meisten sich rundum gut versorgt. Andere wiederum bevorzugen funktionelle Lebensmittel, die einen gesundheitlichen Zusatznutzen versprechen, oder essen fleißig sogenannte Superfoods, exotische Früchte und Samen mit einer geballten Ladung an Vitalstoffen.

Und das in einer Zeit, in der das Angebot an frischen Lebensmitteln so groß und vielfältig ist wie nie zuvor.

Nahrungsergänzungsmittel nötig?

Die Gründe für die verbreitete Sorge um eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen sind vielfältig: Manche Nutzer versuchen, ihre eher ungesunde Lebensweise mit Kapseln und Pülverchen zu kompensieren, andere haben gehört, unsere Böden seien ausgelaugt und die angebauten Gemüsesorten enthielten daher kaum noch Nährstoffe. Und manch einer nutzt das RundumSorglos-Paket in Form von Multivitaminen ganz nach dem Motto: Nützt vielleicht nicht, wird aber garantiert auch nicht schaden. Doch ist das wirklich nötig in einer Zeit, in der durch Vitaminmangel bedingte Krankheiten eigentlich gar nicht vorkommen?

Kein Vitaminmangelland

In früheren Zeiten kam ein Mangel an Mikronährstoffen häufiger vor, denn gerade zum Ende des Winters gab es kaum noch frische Nahrungsmittel: Skorbut als Folge von zu wenig Vitamin C oder ein geschwächtes Immunsystem, das allerlei Infektionskrankheiten Tür und Tor öffnete, waren keine Seltenheit. Heute dagegen ist die Versorgung mit wichtigen Vitalstoffen im Allgemeinen gut. Und selbst, wer die empfohlenen Verzehrmengen gelegentlich mal unterschreitet, wird nicht sofort ernsthaft krank. Dennoch kann es Mangelzustände geben, zumal es neben den Vitaminen auch noch Mineralstoffe als wichtige Komponenten der Ernährung gibt.

Viel hilft nicht viel

Zwar müssen Vitaminpräparate mit einer täglichen Verzehrempfehlung versehen sein, doch wer zusätzlich noch angereicherte Nahrungsmittel kauft oder häufig Säfte mit Vitaminzusätzen trinkt, überschreitet schnell mal die empfohlene Obergrenze. Und das zu seinem Nachteil: Künstliche Vitamine werden vom Körper nicht so gut verwertet wie diejenigen aus natürlichen Nahrungsmitteln. Es fehlen außerdem die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe, die unseren Stoffwechsel positiv beeinflussen. Und im Übermaß verzehrt können sich Vitamine im Körper anreichern und schädlich sein. Zu viel Vitamin A kann Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindel hervorrufen. Und zu viel Betacarotin, eine Vorstufe des Vitamin A, und zu viel Vitamin E erhöhen das Krebsrisiko bei Rauchern.

Was also tun?

Gesunde Ernährung kann eigentlich ganz einfach sein – Sie haben in jeder Jahreszeit die Wahl zwischen einer ganzen Fülle heimischer Obst- und Gemüsesorten. So können Sie einem Mangel an allen wichtigen Nährstoffen auch ohne Nahrungsergänzungsmittel vorbeugen. Ergänzen Sie Ihre Obst- und Gemüsemahlzeiten je nach Wunsch durch Milchprodukte, Fisch, Eier und gelegentlich auch etwas Fleisch. So machen Sie nichts verkehrt. Auf den nächsten Seiten präsentieren wir Ihnen ausgewählte pflanzliche Nährstofflieferanten aus regionaler Erzeugung!