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Infos zur Ernährung

Nicht Fisch, nicht Fleisch

VON LIOBA LEPPING

Über Lebensmittel werden viele Halbwahrheiten verbreitet – Wir gehen Mythen rund ums Essen auf den Grund.

Eigentlich muss man nur drei Faktoren beachten, wenn es um gesunde Ernährung geht:

1. nur essen, was schmeckt und damit aufhören, wenn man/frau satt ist

2. regelmäßig Obst, Gemüse und Getreide essen

3. ausreichend trinken

So einfach ist es eigentlich, doch immer noch halten sich in den Köpfen hartnäckig Mythen über das Essen und Trinken. Professor Josef Beuth hört in seiner Sprechstunde an der Uni Köln immer wieder Falsches, das sich hartnäckig in den Köpfen hält, zum Beispiel:

Mythos Alkohol:

Frauen dürfen wegen der Brustkrebsgefahr keinen Alkohol trinken. Studien aus den USA zeigen, dass 60 bis 80 Gramm Alkohol pro Woche nicht schädlich sind. Das entspricht einer Flasche Wein. Wer in diesem Rahmen bleibt, entwickelt weniger Kalkablagerungen in den Gefäßen, was das Risiko für Herz- und Schlaganfälle senkt. Rotwein ist besonders reich an schützenden Antioxidantien.

Mythos Kaffee 1:

Zu viel Kaffee ist ungesund und dehydriert. Kaffee ist ein Genussmittel, keine Medizin! Aber das im Kaffee enthaltene Koffein hat eine östrogenähnliche Struktur und kann einen schützenden Effekt ausüben, ähnlich wie Anti-Hormon-Therapien bei Frauen nach einer Brustkrebserkrankung. Bis zu fünf Tassen Kaffee am Tag schaden nicht, sie zählen außerdem auch als Flüssigkeitszufuhr.

Mythos Kaffee 2:

Wenn ich Kaffee trinke, kann ich nicht schlafen. Der anregende Effekt des Koffeins ist ein sehr kurzfristiger, schon eine Stunde nach dem Kaffeegenuss, lässt er bereits wieder nach. Filterkaffee hat am meisten Koffein, weil der Kaffee am längsten Kontakt zum Wasser hat. Moderne Espressomaschinen pressen das Wasser mit hohem Druck durch das Pulver, so dass die Koffein-Konzentration geringer ist. Espresso ist also auch schwächer als sein Ruf.

Mythos Eier:

Eier erhöhen den Cholesterin-Spiegel. Es gibt Menschen mit einem Rezeptor-Defekt. Bei ihnen kann Cholesterin – zum Beispiel aus Eiern – nicht angemessen aufgenommen werden. Stoffwechselgesunde Menschen hingegen können bedenkenlos mehrmals in der Woche ein Frühstücksei essen.

Mythos Milch 1:

Milch enthält Laktose, Laktose ist ungesund. Die Industrie bringt immer mehr laktosefreie Produkte auf den Markt, doch nur ein Teil der Bevölkerung leidet unter einer Laktose-Unverträglichkeit mit Krankheitswert. Milch ist ein Lebensmittel, das, in Maßen genossen, von vielen Menschen problemlos vertragen wird.

Mythos Milch 2:

Milch verursacht Brustkrebs. Weil Milch Wachstumsfaktoren enthält, stand sie eine zeitlang im Verdacht, das Wachstum von Krebszellen zu fördern. Dies kann ausschließlich im Reagenzglas aufgezeigt werden, wenn Krebszellen mit isolierten Wachstumsfaktoren bebrütet werden. Da in Milch auch wachstumshemmende Komponenten enthalten sind, kann sie das Krebszellwachstum auch im Reagenzglas nicht anregen.

Mythos rotes Fleisch:

Rotes Fleisch ist krebserregend. Tatsächlich enthält rotes Fleisch Fette, die Entzündungen fördern und das Darmkrebsrisiko erhöhen können. Wer nur hin und wieder rotes Fleisch isst, muss sich jedoch keine Sorgen machen. Josef Beuth rät: Fleisch von Tieren mit vier Beinen (Rind-, Schweine-, Lammfleisch und Wurst, sogenanntes „rotes Fleisch“) nicht übermäßig essen. Fleisch von Tieren mit zwei Beinen (Geflügel, aus artgerechter Haltung) ist aus gesundheitlicher Sicht eher empfehlenswert. Fleisch von Tieren ohne Beine (Fisch) enthält entzündungshemmende Fettsäuren und ist am Gesündesten.

Quelle: pronova BKK in Kooperation mit dem Kölner Stadt-Anzeiger (Anti-Diät-Club)