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Nah­rungs­mit­telun­ver­träg­lich­kei­ten

Lactose-Intoleranz

Keine Einschränkung der Lebensqualität bei Lactose-Intoleranz

Die Diagnose Lactose-Intoleranz kann durchaus eine Erleichterung bedeuten, denn endlich sind die Ursachen für die unangenehmen und manchmal sogar peinlichen Bauchgeräusche und Blähungen gefunden. Und mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung gehören auch Krämpfe nach dem Essen sowie Völlegefühl und Durchfälle endgültig der Vergangenheit an. Bei einer Lactose-Intoleranz muss keineswegs komplett und für immer auf Milchprodukte verzichtet werden. Aufpassen sollte man aber schon, denn gerade der nur schwer verträgliche Milchzucker findet sich auch als Zusatzstoff in allerlei Fertigprodukten. In den allermeisten Fällen ist eine Lactose-Intoleranz zum Glück harmlos. Und Beeinträchtigungen in Sachen Gesundheit oder Lebensqualität sind bei einer abwechslungsreichen Ernährung nicht zu befürchten.

Probleme mit Milchzucker

Lactose ist eine andere Bezeichnung für Milchzucker, die sowohl in der Muttermilch als auch in der Milch von Kuh, Ziege und Schaf enthalten ist. Wie jeder Zucker ist Milchzucker ein wichtiger Energielieferant, außerdem unterstützt er die Aufnahme von Kalzium. Dafür muss er aber zunächst im Dünndarm mit Hilfe des Enzyms Lactase in seine Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und GaLactose (Schleimzucker) aufgespalten werden. Wenn dieser Vorgang gar nicht oder nur eingeschränkt funktioniert, spricht man von einer Lactose-Intoleranz. Der Milchzucker gelangt in untere Darmabschnitte, wo er unter Einwirkung von Bakterien äußerst unangenehme Beschwerden verursacht. Eine Lactose-Intoleranz entwickelt sich oft erst im Laufe der Jahre: Während Säuglinge Muttermilch ohne Probleme vertragen, wird mit zunehmenden Alter immer weniger Lactase produziert und Lactose kann nur noch in kleineren Mengen aufgespalten werden. Da hilft nur noch eine Ernährungsumstellung, wobei die individuelle Verträglichkeit von Milchzucker sehr unterschiedlich ist. Während bis zu zehn Gramm Milchzucker täglich mitunter kein Problem sind, reagieren empfindliche Personen auch auf kleinste versteckte Mengen, wie sie z. B. in Arzneimitteln oder als Zusatzstoff in verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen. Spezielle Enzympräparate ermöglichen zwar den Verzehr Lactosehaltiger Produkte, doch bleibt die Lactosefreie Ernährung die bessere Wahl. Und die ist auch gar nicht so schwierig.

Unverarbeitete Lebensmittel ohne Lactose

Gemüse, Obst, Getreide, Nudeln, Fleisch, Fisch, Eier, Kartoffeln oder Hülsenfrüchte kommen wie gewohnt weiterhin auf den Tisch. Wer möglichst häufig selbst aus frischen Zutaten kocht, umgeht so manche Lactose-Falle.

Vorsicht bei diesen Nahrungsmitteln

Milchprodukte enthalten fast immer mehr oder weniger Milchzucker. Butter allerdings ist von Natur aus nahezu lactosefrei. Und während der Käsereifung wird der Milchzucker mit der Zeit immer weiter abgebaut: Je nach individueller Toleranzschwelle bereitet schon vier Wochen alter Käse keine Probleme, unbedenklich ist Käse in der Regel nach drei Monaten. Frischkäse dagegen bleibt tabu. Auch Schokocremes, Eis und Milchschokolade bleiben leider verboten.

Echte Alternativen ohne Milchzucker

Lactosefreien Milchprodukten ist das Enzym Lactase zugesetzt, der Milchzucker ist also schon umgebaut. Diese Milchprodukte schmecken daher süßer. Echte Alternativen sind die sogenannten Drinks aus Hafer, Soja, Reis, Buchweizen, Nüssen oder Mandeln. Auch Joghurt oder Sahne aus Soja oder Hafer können Milch und Milchprodukte problemlos ersetzen. Und Schokoladenliebhaber greifen zu Bitterschokolade, denn diese enthält in der Regel keine Milchbestandteile. Einfach mal ausprobieren!

Achtung: versteckter Milchzucker!

Besonders tückisch ist zugesetzte Lactose in Produkten, die ganz harmlos daher kommen. Dazu gehören verarbeitete Wurstwaren, Backwaren, Suppen- und Soßenpulver, Konserven von Fisch, Fleisch oder Gemüse, Tiefkühlgerichte aller Art, Brotaufstriche, Salat-Dressings, Kartoffelpüreepulver, Back- und Süßwaren, Weichlakritz und Gewürzmischungen. Lactose wird häufig als Geschmacksverstärker oder Stabilisator beigemischt. Das Lesen der Zutatenlisten gehört zum Pflichtprogramm. Auch Arzneimittel wie z. B. homöopathische Globuli enthalten Milchzucker, beim Einkauf frei verkäuflicher Medikamente bitte daran denken.