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All­er­gi­en

Alternative Behandlungsmethoden bei Allergien

Der Leidensdruck vieler Allergiker ist groß: Allergische Entzündungsreaktionen bedeuten je nach Schweregrad eine erhebliche Einschränkung des Alltags. Während warme Temperaturen und Sonnenschein nach draußen locken, sitzt so mancher Pollenallergiker bei geschlossenen Fenstern zu Hause. Gesunde körperliche Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren durch Wald und Feld sind zur Gräser- oder Baumblüte gar nicht zu empfehlen. Und Kinder mit großem Bewegungsdrang werden zwangsweise zu Stubenhockern.

Rund die Hälfte aller Allergiker sucht zusätzlich oder ausschließlich Rat bei alternativen Heilverfahren. Die Gründer dafür können ganz verschiedenen sein: ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber schulmedizinischen Verfahren, die Hoffnung auf weniger Nebenwirkungen oder einfach die schiere Verzweiflung darüber, dass nichts wirklich zu helfen scheint. Homöopathie, Akupunktur, Eigenblutbehandlung, Bachblütentherapie oder Pendeln sind nur einige wenige der sogenannten Alternativmethoden. Kein Verfahren der Komplementärmedizin setzt allerdings wie die Hyposensibilisierung bei den Ursachen an. Aussagekräftige Wirksamkeitsstudien fehlen bisher für die meisten Verfahren, dennoch akzeptiert auch mancher Schulmediziner einige der alternativen Heilmethoden als durchaus sinnvolle Ergänzung, da sie offensichtlich eine Linderung der Symptome bewirken. Einige Methoden im Check:

Akupunktur

Die Symptome von allergischem Schnupfen verbessern sich nach einer Akupunktur um bis zu 80 Prozent. Und damit ist Untersuchungen zufolge sogar eine Langzeitwirkung verbunden: Eine langfristige Behandlung zeigte auch nach Jahren noch einen deutlich messbaren Therapie-Effekt.

Entspannungsmethoden

Stress verschlimmert in vielen Fällen die allergische Reaktion. Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training führen gerade auch bei Kindern zu einer deutlichen Linderung von Ekzemen und asthmatischen Symptomen.

Psychotherapie

Manchmal verstärken familiäre Probleme ein atopisches Ekzem oder ein Asthma bronchiale bei Kindern. Oder eine Familie ist mit ihrem an Allergien leidenden Kind schlichtweg überfordert. Eine entsprechende Familientherapie kann hier sichtbare Erfolge zeitigen.

Phytotherapie

In der Schweiz ist ein Präparat auf der Basis von Pestwurzblättern bei allergischem Schnupfen auf Rezept erhältlich. Auf eigene Faust sollte man die Blätter der Pestwurz allerdings nicht anwenden: Zum einen kann man sie leicht mit denen von Huflattich verwechseln, zum anderen enthalten sie Pyrrolizidinalkaloide, die leberschädigend wirken können. Andere pflanzliche Mittel wirken juckreizstillend oder antimikrobiell.

Nasenspülungen

Hierbei handelt es sich nicht um eine alternative Heilmethode im eigentlichen Sinne, sondern eher um eine unterstützende Einzelmaßnahme bei Heuschnupfen. Mit einer speziellen Nasendusche oder einem Nasenspülkännchen werden die Gänge der Nasenhöhle mit einer salzhaltigen Lösung regelmäßig gespült. Pollen werden so immer wieder von den Schleimhäuten entfernt, das Atmen fällt leichter.

Nicht hilfreiche Verfahren

Nach derzeitigem Wissensstand nicht zu empfehlen sind beispielsweise Homöopathie, Bachblütentherapie, Eigenblutbehandlung, Bioresonanztherapie, Neuraltherapie, Pendeln, Kinesiologie und Traditionelle Chinesische Medizin. Für diese Verfahren konnte noch kein Wirksamkeitsnachweis erbracht werden. Teilweise können sie sogar gefährliche Nebenwirkungen haben, besonders wenn dubiose Arzneimittel ohne nachvollziehbare Qualitätskontrolle im Netz mit zweifelhaften Heilsversprechen angepriesen werden. In der Homöopathie zeigten zwar Präparate der mittelamerikanischen Pflanze Galphimia glauca positive Effekte bei Schnupfensymptomen, doch ist die Beweislage immer noch dürftig.