Menü Menü schließen

All­er­gi­en

Arzneimittel-Allergie

Arzneimittel machen im Prinzip gesund, in einigen Fällen allerdings auch krank. Und zwar dann, wenn eine individuelle Arzneimittel-Unverträglichkeit vorliegt. Gebräuchliche Medikamente wie Schmerzmittel oder Antibiotika enthalten nämlich durchaus Wirkstoffe, die bei empfindlichen Personen zu krankhaften Hautveränderungen mit Juckreiz, Rötungen und Quaddelbildung führen. Bei schweren Verläufen kann es auch zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Die Reaktionen treten meist unmittelbar nach Anwendung des Arzneimittels auf, manchmal aber auch mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Tagen oder Wochen oder sogar erst nach Absetzen des Medikaments. Dahinter steckt dann entweder eine Unverträglichkeit gegen eigentlich übliche Dosierungen oder eine allergische Reaktion mit oder ohne Beteiligung des Immunsystems. Während akute anaphylaktische Reaktionen einer sofortigen Notfallbehandlung bedürfen, verlaufen allergische Spätreaktionen meist deutlich harmloser. In jedem Fall ist es wichtig, den auslösenden Wirkstoff zu ermitteln, um den Kontakt damit konsequent meiden zu können. Die erhobenen Daten werden in einen Allergie-Pass eingetragen, den Betroffene immer bei sich führen sollten.

Drei verschiedene Ausprägungen mit unerfreulichen Folgen

Das kann wirklich jeden treffen: Die Unverträglichkeit eines Arzneimittels liegt im Wirkmechanismus des Arzneistoffs selbst oder in der Dosierung des Präparats begründet. Manchmal stecken auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dahinter. Meist werden die möglicherweise auftretenden Symptome schon im Beipackzettel beschrieben. Etwa 80 Prozent der Arzneimittelreaktionen fallen in diese Kategorie. Die nur individuell ausgeprägten Unverträglichkeiten werden in zwei Typen unterteilt: Bei der sogenannten pseudoallergischen Reaktion werden ohne vorherigen Kontakt mit der Substanz bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die entzündliche Prozesse hervorrufen. Bei der echten allergischen Reaktion tritt die krankhafte Veränderung unter Beteiligung des Immunsystems erst nach vorheriger Sensibilisierung auf. In den beiden letztgenannten Fällen können schon Kleinstmengen der auslösenden Substanz schwerwiegende Folgen haben. Am häufigsten zeigen sich Arzneimittel-Unverträglichkeiten im Hautbild, aber auch Fließschnupfen oder Fieber zählen zu den Symptomen. Bei schweren Verläufen können auch Organe wie Leber, Lunge oder Niere betroffen sein.

Häufige Auslöser von Arzneimittel-Unverträglichkeiten

Jeder Arzneistoff kann allergische Reaktionen hervorrufen, am häufigsten passiert dies jedoch bei Antibiotika, Schmerzmitteln, Kontrastmitteln und Antiepileptika. Und wer auf eine bestimmte Substanz reagiert, muss oftmals auch verwandte oder strukturell ähnliche Stoffe meiden, andernfalls kann es zu allergischen Kreuzreaktionen kommen. In seltenen Fällen führen auch Hilfsstoffe wie Konservierungs- oder Farbstoffe zu allergischen Reaktionen. Unter den häufigsten Auslösern von Arzneimittel-Unverträglichkeiten finden sich so bekannte Mittel wie ASS (Aspirin) oder Diclofenac. Allergische und pseudoallergische Reaktionen treten unabhängig von der Darreichungsform und Dosis auf.

Was ist zu tun?

Wenn die Symptome erfolgreich ärztlich behandelt wurden, gilt es, den Übeltäter auszumachen, was bei der gleichzeitigen Einnahme mehrerer Medikamente oft nicht so leicht ist. Das auslösende Arzneimittel ebenso wie verwandte Substanzen müssen nach Möglichkeit ab sofort gemieden werden. Wichtig ist hier der Allergie-Pass. Allen behandelnden Ärzten muss der Pass vorgelegt werden. Viele der fraglichen Medikamente sind freiverkäuflich. Bei jedem Gang in die Apotheke sollte der Pass vorgezeigt werden, um dem Apotheker die fachgerechte Beratung bei der Wahl des Arzneimittels zu ermöglichen. Keinesfalls dürfen auf eigene Faust Medikamente wahllos eingekauft und angewendet werden!