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Herz-/Kreis­lauf­er­kran­kun­gen

Aufwärtsspirale Körpergewicht

Meistens beginnt die unheimliche Gewichtszunahme so um die 40: Wie die Jahresringe bei Bäumen legen sich die Speckschichten Jahr um Jahr um Bauch oder Hüften. Rasch ist die kritische Grenze erreicht und in vielen Fällen leider genauso schnell überschritten. Jede zweite Frau und zwei von drei Männern sind hierzulande mäßig oder sogar stark übergewichtig mit absehbaren Folgen: Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ 2 und Fettstoffwechselstörungen steigt signifikant an. Damit erhöht sich gleichzeitig die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch der Bewegungsapparat wird über die Maßen belastet, Gelenkerkrankungen und Rückenbeschwerden stellen sich ein. Tatsächlich spielen natürliche Alterungsprozesse wie hormonelle Verschiebungen und eine veränderte Körperzusammensetzung dabei eine Rolle. Es fällt im mittleren Alter zunehmend schwerer, das Gewicht zu halten oder gar zu reduzieren. Dennoch sollte man sich dem Schicksal nicht tatenlos ergeben, sondern aktiv gegensteuern. Eine Veränderung der Essgewohnheiten und ausreichend Bewegung helfen nicht nur gegen den Aufwärtstrend in Sachen Gewicht, sondern sorgen rundum für ein gutes Körpergefühl und für seelisches Wohlbefinden.

Hormone, Stoffwechsel, Körperzusammensetzung

Hormonelle Veränderungen treffen Frauen im mittleren Alter noch mehr als Männer. Mit sinkendem Östrogenspiegel droht eine verstärkte Fetteinlagerung am Bauch. Bei Männern in mittleren Jahren führt eine Verringerung der Produktion von Testosteron zu einer Abnahme der Muskelmasse. Außerdem sind beide Geschlechter von einer verminderten Produktion des Wachstumshormons Somatropin betroffen. Damit einher geht eine natürliche Erhöhung der Körperfettmasse zu Lasten der Muskelmasse. Weniger Muskelmasse zieht automatisch eine Verringerung des Grundumsatzes nach sich, denn Fettzellen verbrennen weniger Kalorien als Muskelzellen. Der gesamte Stoffwechsel ist jetzt nicht mehr wachstumsorientiert, das bedeutet ein erhebliches Minus im Energieverbrauch.

Bewusst Grenzen setzen

Unser Hungergefühl passt sich leider nicht automatisch den sich im Laufe der Jahre verändernden Prozessen an. Zwar kommt unser Körper in Zeiten knapper Nahrungszufuhr durchaus mit deutlich weniger Energie gut über die Runden, doch auf einen natürlicherweise sinkenden Energieumsatz reagiert er nicht mit einem reduzierten Hungergefühl. Wir essen also weiterhin auf hohem Niveau und beschleunigen die stetige Gewichtszunahme auf diese Weise erheblich. Da hilft es nur, die Nahrungsmenge bewusst zu begrenzen und eben nicht so lange weiterzuessen, bis man nichts mehr hineinbekommt. Also nicht bis zum Sättigungsgefühl essen, sondern vorher aufhören!

Anders essen, mehr bewegen

Den natürlichen Alterungsprozessen kann keiner entkommen. Doch jeder hat es selbst in der Hand, diesen Prozessen bis zu einem gewissen Grad aktiv gegenzusteuern. Regelmäßige Bewegung, und dazu zählt wirklich auch jeder kleine Schritt im Alltag, bringt den Stoffwechsel auf Trab. In jedem Alter kann durch zusätzliche Bewegung mehr Muskelmasse aufgebaut und so der Grundumsatz erhöht werden. Eine Veränderung der Essgewohnheiten ist nicht gleichbedeutend mit ständigem Hungern. Vielmehr rücken Gemüse und Obst mit einer relativ geringen Kaloriendichte und einem hohen Sättigungswert an die Stelle von fettigen und zuckerhaltigen Fast Food- oder Fertiggerichten. Die in heutigen Zeiten übergroßen Kuchenstücke oder Eisportionen müssen nicht komplett vom Speiseplan verbannt werden. Man sollte sie aber nur in seltenen Fällen genießen und dann vielleicht mit einem Freund oder einer Freundin teilen. Geteilter Kuchen bedeutet in diesem Fall doppelten Genuss! Wichtig sind auch längere Esspausen, denn ständiges Zwischendurchessen begünstigt eine anhaltende Gewichtszunahme.