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Herz-/Kreis­lauf­er­kran­kun­gen

Herzgesunder Fisch: Omega-3- oder Furanfettsäuren?

Regelmäßige Fischmahlzeiten gelten als Bestandteil einer herzgesunden Lebensweise. Enthalten sie doch eine gute Portion der wichtigen Omega-3-Fettsäuren, die Gefäße und Zellmembran elastisch halten, den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen und so effektiv Herzerkrankungen vorbeugen helfen. Schließlich sind auch Eskimos und Japaner, die bekanntlich besonders viel Fisch essen, Untersuchungen zufolge weniger anfällig für Herz-Kreislauferkrankungen. Aufgrund dieser Erkenntnisse finden sich häufig Zusätze von Omega-3-Fettsäuren in allerlei Lebensmitteln. Fisch allerdings enthält außer den Omega-3-Fettsäuren auch noch viele andere gesunde Inhaltsstoffe: Neben leicht verdaulichem Eiweiß, Jod und Vitaminen sind weitere Fettsäuren ins Blickfeld der Forschungen geraten und zwar die Furanfettsäuren, auch FFA oder F-Säuren genannt. Eventuell haben diese einen mindestens ebenso großen Anteil wie die Omega-3-Fettsäuren an den gesundheitsfördernden Fischmahlzeiten.

Furanfettsäuren: kleine Menge, große Wirkung

Furanfettsäuren kommen im Tier- und Pflanzenreich gleichermaßen vor. Sie haben ein hohes antioxidatives Potenzial und gelten als effektive Radikalfänger. Bei Fischen wie Makrele, Lachs oder Thunfisch sind sie im Leberfett nachweisbar, allerdings nur in geringen Mengen. Aus diesem Grund hat man ihnen mit Blick auf die gesundheitsfördernden Effekte von Fisch bislang auch keine allzu große Bedeutung beigemessen. Fische produzieren diese gesunden Substanzen nicht selbst, sondern nehmen sie ihrerseits mit der Nahrung auf. Besonders die verschiedenen Meeresalgen, die sozusagen Grundnahrungsmittel frei lebender Fische sind, enthalten reichlich davon. In Japan stehen neben Fischmahlzeiten regelmäßig auch solche mit Algen auf dem Speiseplan. Vielleicht verbirgt sich in den enthaltenen Furanfettsäuren das eigentlich gesundheitsfördernde Potenzial. Genauere Forschungen dazu stehen aber noch aus. Fest steht allerdings schon jetzt, dass Fische aus Zuchtanlagen zwar Omega-3-Fettsäuren liefern, aber so gut wie keine Furanfettsäuren auf den Tisch bringen, denn sie werden überwiegend mit Fischmehl und Fischöl gefüttert.

Omega-3-Fettsäuren: Viel hilft viel?

Der Tausendsassa unter den ungesättigten Fettsäuren genießt weiterhin einen hervorragenden Ruf. So mancher kann nicht genug davon bekommen und greift häufig zu mit Omega-3-Fettsäuren angereicherten Lebensmitteln. Oder es werden auf eigene Faust und ohne besondere Indikation regelmäßig entsprechende Nahrungsergänzungsmittel wie Fischölkapseln verzehrt. Doch wie so oft schießt man damit leicht übers Ziel hinaus: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor einem zu hohen Konsum solcher funktioneller Lebensmittel besonders in Kombination mit Nahrungsergänzungsmitteln. Ein Zuviel an Omega-3-Fettsäuren könnte zu einem stark erhöhten Cholesterinspiegel führen, die Blutungsneigung erhöhen und bei älteren Menschen die Immunabwehr schwächen. Und die Gefahr eines plötzlichen Herztodes bei Herzpatienten könnte unter Langzeitanwendung sogar steigen. Empfehlenswert bleiben aber wertvolle Pflanzenöle wie Raps- oder Walnussöl und natürlich Fischmahlzeiten, am besten mit Fischen aus Wildfang statt aus Zuchtfarmen.