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Rückenleiden

Medikamente bei Rückenschmerzen: Was ist sinnvoll?

Mitunter sind die Rückenschmerzen so stark, dass ohne Medikamente nichts mehr geht. Schließlich muss der Alltag ja irgendwie bewältigt werden und das erfordert ein gewisses Maß an Beweglichkeit. Gängige Schmerzmedikamente sind rezeptfrei erhältlich. Doch sollten sie nicht wahllos konsumiert werden, denn auch an sich harmlos erscheinende Schmerzmittel sind nicht ohne Nebenwirkungen, schon gar nicht, wenn sie über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Besser ist es also, mit dem Hausarzt Präparat und Dosierung festzulegen und eventuell auftretende Nebenwirkungen zu besprechen. Schmerzen nach Indianerart einfach zu ertragen ist übrigens auch keine Lösung. Häufiges Schmerzempfinden kann nämlich zur Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses führen. Damit einher geht die Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden und sogar dann noch auftreten, wenn die eigentlichen Ursachen längst beseitigt sind.

Akute Rückenschmerzen lindern

Wer unter Rückenschmerzen leidet, sucht oft nach einer geeigneten Schonhaltung oder ist geneigt, sich möglichst wenig oder am besten gar nicht zu bewegen. Doch das löst das Problem auf Dauer nicht. Denn gerade Bewegung macht den Rücken stark. Schonhaltungen können außerdem schnell zu Überlastungen an anderer Stelle führen, neue Verspannungen oder Schmerzen sind hier vorprogrammiert. In der Akutphase ist die Einnahme schmerzlindernder Medikamente also durchaus sinnvoll. Doch welches ist das Mittel der Wahl? Der Wirkstoff Paracetamol hilft allenfalls bei leichten unspezifischen Rückenschmerzen. Wegen seiner möglichen Nebenwirkungen und aufgrund fehlender Wirksamkeitsstudien bei Rückenbeschwerden umstritten bleibt der Wirkstoff Metamizol. Meist kommen die Wirkstoffe Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz, sie gelten bei Rückenschmerzen als bewährt. Doch Vorsicht vor einer Überdosierung, auch der Magen- und Darmtrakt oder die Nieren können in Mitleidenschaft gezogen werden. Sogenannte Muskelrelaxanzien werden manchmal ergänzend verordnet, um Verspannungen zu lösen. Bei vielen Betroffenen bringen sie allerdings große Müdigkeit mit sich, abzuraten ist auf jeden Fall vom Autofahren. Auch droht bei längerer Anwendung die Gefahr der Abhängigkeit. Halten Sie sich daher immer an die Anweisungen des Arztes.

Chronischen Rückenschmerzen vorbeugen

Wenn Rückenschmerzen chronisch werden, bedeutet das meist eine erhebliche Einschränkung im Alltag. Der Einsatz schmerzlindernder Medikamente kann einer Chronifizierung der Schmerzen vorbeugen. Häufig empfundene Schmerzen bringen einen gewissen Lerneffekt für unser Gehirn, das am Schmerzempfinden einen wesentlichen Anteil hat, mit sich. Über die Nerven werden bestimmte Signale an das Gehirn weitergeleitet, die bei der Weiterverarbeitung im Gehirn dann als Schmerz klassifiziert werden. Zusätzlich können negative Gefühle wie starke Ängste oder schon eine negative Erwartungshaltung das Schmerzempfinden verstärken. Positive Gefühle dagegen lassen die Schmerzen weniger heftig erscheinen. Je häufiger nun diese Signalübertragung und eine entsprechende Bewertung im Gehirn stattfinden, desto besser funktioniert der Vorgang. So kann ein Schmerzgedächtnis entstehen. Mit der Zeit werden Betroffene immer empfindlicher, schon kleinste Reizungen rufen umgehend große Schmerzen hervor. Im Extremfall treten Schmerzen sogar noch Monate oder gar Jahre später ohne eine genaue Ursache auf. Schmerzmittel: „So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig" lautet also die Devise bei Rückenbeschwerden.