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Zahngesundheit

Aphthen: Lästig, schmerzhaft, aber harmlos

Viele kennen die schmerzhaften, kleinen Flecken an Zahnfleisch oder Mundschleimhaut: Aphthen stellen sich als kleine milchig-gelbe Flecken dar, umgeben von einem roten Rand. Durch Schmerzen und Brennen machen sie sich unangenehm bemerkbar – vor allem beim Essen und Trinken, erst recht, wenn Säurehaltiges verzehrt wird. Vor allem saure Säfte aus Zitrusfrüchten werden zur echten Qual. 10 bis 14 Tage bleiben die lästigen Gebilde meist bestehen, dann verschwinden sie von selbst wieder.

Mediziner unterteilen Aphthen nach drei unterschiedlichen Formen: Die am weitesten verbreitete Form (sie betrifft 80 bis 90 Prozent der Fälle) bezeichnen die Fachleute als Minor-Aphthen (minor = lateinisch „kleiner"). Sie sind maximal linsengroß und verursachen nur eine oberflächliche, dennoch schmerzhafte Schleimhautverletzung. Sie heilen von alleine innerhalb einiger Tage aus. Major-Aphthen (major = lateinisch „größer") werden deutlich größer, auf bis zu drei Zentimetern Fläche können sie sich ausbreiten. Zusätzlich dringen sie tiefer in die Schleimhaut ein und benötigen daher auch mehr Zeit, um wieder auszuheilen. Als letzte Variante kommen sogenannte herpetiforme Aphthen vor. Dies zum Glück aber sehr selten. Wenn diese auftreten, dann in Scharen von bis zu 100 Stück, die vor allem am Zungenrand oder den Innenseiten der Lippen lokalisiert sind.

Stressbelastungen lassen Aphthen blühen

Allen Aphthen gemeinsam ist, dass sie zwar lästig und schmerzhaft sind, aber letztlich harmlos und auch nicht ansteckend. Warum sie auftreten, kann die Wissenschaft bis heute nicht sicher erklären. Vermutet wird, dass ein geschwächtes Immunsystem eine Rolle spielt. Denn die schmerzhaften Flecken tauchen häufiger auf, wenn der Betroffene unter beruflichem oder privaten Stress leidet. Zusätzlich werden mögliche Mängel an Vitamin B12, Zink und Folsäure diskutiert. Auch einige Nahrungsmittel gelten für manche Betroffene als „aphthenfördernd", dazu zählen Schokolade, Nüsse, Mandeln, Erdbeeren, Tomaten und Kaffee. Diese Empfindlichkeiten sind aber eher individuell zu sehen. Ein Kuriosum am Rande: Raucher bekommen seltener Aphthen. Offenbar sorgt der blaue Dunst für eine dickere Hornschicht in der Mundhöhle. Das sollte nun aber keinen dazu bewegen, zum Raucher zu werden, denn die schädlichen Auswirkungen überwiegen natürlich deutlich!

Beschwerden lindern, Entzündung verkürzen

Wer einmal Aphthen hatte, bekommt sie meist auch immer wieder. Um die Beschwerden zu lindern, können in solchen Phasen Gels eingesetzt werden, die ein örtliches Betäubungsmittel enthalten. Auch das Betupfen mittels Wattestäbchen mit pflanzlichen Tinkturen aus Myrrhe oder Rhabarberwurzel leistet gute Dienste. Zahnärzte empfehlen öfter Mundspülungen mit Chlorhexidin, die zwar nicht Aphthen verhindern können, aber keimhemmend wirken und so die Entzündungsreaktion der Mundschleimhaut verkürzen. Die gute Nachricht ist aber, dass die Neigung zur Aphthenbildung mit zunehmendem Alter abnimmt.