Menü Menü schließen

Zahngesundheit

Feuer im Mund? Problem Zungenbrennen

Vielleicht betrifft es nur die Zungenspitze, möglicherweise aber auch die ganze Zunge und Lippen und Gaumen noch dazu. Zungenbrennen, in der Fachsprache als Glossodynie oder „Burning Mouth Syndrome" bezeichnet, gilt als starke Belastung für die Betroffenen.

Ärzte schätzen, dass jeder 20. Deutsche das Problem kennt. Frauen sind ungefähr neunmal häufiger betroffen als Männer, vor allem im mittleren Lebensalter. Eine Erklärung, warum das so ist, steht aber aus. So wenig greifbar die Ursache für das belastende Brennen, so vielfältig die möglichen Erklärungen. Der erste Weg führt meist zum Zahnarzt. Er wird untersuchen, ob eine Entzündung der Schleimhaut oder ein Pilzbefall (Soor) vorliegt oder ein Reiz durch eine schlecht sitzende Prothese entstanden ist. Tritt das Brennen erstmalig nach Einsetzen von neuem Zahnersatz auf, kann es sich in seltenen Fällen um eine allergische oder Unverträglichkeitsreaktion handeln. Zahnarzt und/oder Hals-Nasen-Ohrenarzt werden auch die Mund- und Ohrspeicheldrüsen auf mögliche Reizungen untersuchen.

Findet der Zahnarzt nichts, geht's zum Internisten

Findet der Zahnarzt keine Erklärung, ist der Internist gefragt. Hinter dem quälenden Brennen können hormonelle Störungen (Schilddrüse) stecken, Sodbrennen (Reflux) sowie auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Manchmal ist ein Vitaminmangel die Ursache. Im Zweifel sollten Vitamine B6, B12, Folsäure und Eisen überprüft werden. Einige seltene Autoimmunerkrankungen gehen ebenfalls mit Zungenbrennen einher, genauso wie neurologische Erkrankungen. Besteht ein dahingehender Verdacht, wird der Arzt die entsprechenden Untersuchungen einleiten. Zungenbrennen kann als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten: Sogenannte ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Blocker, die bei Herz-Kreislauf-Krankheiten eingesetzt werden sowie einige Antidepressiva gelten als mögliche Auslöser.

Kommt von selber, geht auch wieder ….

In den meisten Fällen verläuft die Suche nach einer greifbaren Ursache allerdings ergebnislos. In diesen Fällen spricht man von primärem Zungenbrennen, da es nicht Symptom einer anderen Erkrankung ist. Die gute Nachricht ist, dass die lästigen Beschwerden häufig genauso unvermittelt aufhören wie sie begonnen haben. Dazwischen können (müssen aber nicht!) allerdings Wochen und Monate liegen. Häufig berichten Betroffene von seelischen Belastungssituationen, die sie durchleben. Möglicherweise besteht hier ein Zusammenhang. Umgekehrt sind aber das auch das dauernde Zungenbrennen und die häufig ergebnislose Suche nach der Ursache Belastungsfaktoren, so dass oft Ursache und Wirkung nicht mehr sicher unterschieden werden können. Regelmäßig angewendete Entspannungsverfahren können in jedem Fall Dauerstress lindern und stabilisierend wirken. Darüber hinaus gibt es einige weitere Maßnahmen, die sich lindernd auf das Zungenbrennen auswirken:

  • Ausreichende Trinkmengen von 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag verbessern das Mundgefühl.
  • Wenn das Brennen besonders schlimm ist, lindert das Lutschen von Eiswürfeln
  • Der Verzicht auf stark gewürzte und sehr säurehaltige Nahrung setzt keine zusätzlichen Reize.
  • Regelmäßige körperliche Bewegung fördert die Durchblutung und steigert das allgemeine Wohlbefinden.