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Zahngesundheit

Harmlos oder Warnsignal? Wenn das Kiefergelenk knackt

Kennen Sie das? Plötzlich knackt beim Kauen das Kiefergelenk, nach zwei bis drei weiteren Bissen ist aber alles wieder normal. Auch ein herzhaftes Gähnen kann bisweilen ein Knackgeräusch auslösen. Solange der Kiefer nur ab und an Geräusche macht, die dann auch bald wieder verschwinden, muss man sich keine Sorgen machen – so die übereinstimmende Meinung von Experten. Schätzungsweise kennt nahezu ein Drittel der Bevölkerung die zeitweiligen Geräusche in den Kiefergelenken. Häufig verrutscht kurzfristig die Knorpelscheibe des Kiefergelenks, gleitet dann aber wieder von selbst in ihre natürliche Position.

Auf Fehlfunktionen im Kiefergelenk (CMD) achten

Häuft sich das Knacken und treten zusätzlich Schmerzen auf, sollte man den Zahnarzt aufsuchen. Auch kurzfristige Bewegungseinschränkungen des Kiefergelenks sind möglich, manchmal ist die Öffnung des Mundes eingeschränkt. Verspannungen in der Kaumuskulatur können zu Fehlbelastungen des Kiefergelenks führen, in der Folge Abnutzungserscheinungen und vorzeitigen Verschleiß des Kiefergelenks verursachen. Häufig steckt eine sogenannte craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) dahinter. Dabei handelt es sich um eine Fehlfunktion und/oder Fehlstellung des Kiefergelenks selbst. Zahnfehlstellungen („schiefe Zähne"), unzureichende kieferorthopädische Behandlungen oder im Einzelfall auch nicht sorgfältig angepasster Zahnersatz (Kronen, Brücken) sind die häufigsten Auslöser der Craniomandibulären Dysfunktion, die neben Geräuschen im Kiefergelenk starke Schmerzen auslösen kann. Diese treten vor allem im Bereich des Gelenks, der Ohren und der Gesichtsmuskulatur auf, können aber auch den gesamten Kopf, Nacken und Rücken betreffen.

Stress kann unbewusstes Zähneknirschen auslösen

Auch Zähneknirschen, in der Fachsprache Bruxismus genannt, kann den Kiefer knacken lassen. Die meisten Betroffenen wissen nichts davon, da das Mahlen und Pressen mit den Zähnen meist nachts im Schlaf stattfindet. Allenfalls merken Betroffene morgens, dass sich der Kiefer verspannt und die Kaumuskulatur verhärtet anfühlt. Hier hilft eine vom Zahnarzt angepasste Knischerschiene, die das Kiefergelenk entlastet. Der Zahnarzt erkennt am Abrieb der Zähne, ob der Patient mit den Zähnen knirscht. Häufig steht eine erhöhte Stressbelastung hinter dem Knirschen, die sich durch gezielte Entspannungsübungen senken lässt. Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson hat sich als wirksame Selbsthilfemaßnahme bewährt.

Massagen im Kieferbereich entspannen die Kaumuskulatur. Auch Wärmeauflagen (warmer Waschlappen) auf den Kiefermuskeln lockern die Spannung. Bei akuten Schmerzzuständen und Bewegungseinschränkungen des Kiefergelenks sollte man für einige Tage auf harte Nahrungsmittel verzichten. Also kein krosses Brot, keine Rohkost usw. Auf diese Weise entlastet und schont man das gereizte Gelenk. Danach steigert man die Kaubelastung wieder langsam, überschreitet aber nicht die Schmerzgrenze. Gegebenenfalls verordnet der Zahnarzt bei akuten Schmerzzuständen auch entzündungshemmende Schmerzmittel.

Neben den genannten Ursachen können in seltenen Fällen auch bakterielle Infekte oder Virusinfekte zu Entzündungen des Kiefergelenks führen, die unter anderem mit Knacken einhergehen. Meist kommen dann auch Fieber und Abgeschlagenheit hinzu.