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Zahngesundheit

Karies und Zahnfleischentzündungen unbedingt behandeln!

Wer Karies und Entzündungen des Zahnfleischs nicht behandeln lässt, riskiert Folgeerkrankungen. Dabei handelt es sich nicht nur um Zahnverlust, sondern auch um bakterielle Infektionen, die sich im ganzen Körper ausbreiten können.

Oft beginnt es mit einer dunklen Verfärbung am Zahn, dann zerstören Kariesbakterien die äußeren Zahnschichten und erreichen das durchblutete Zahnmark. Bleibt das „Loch" unbehandelt, entzündet sich das Zahnmark, was in der Regel mit starken Schmerzen verbunden ist. Wird immer noch nicht behandelt, stirbt das Zahnmark ab und die Entzündung dringt bis zur Zahnwurzelspitze im Kiefer vor. Der Zahn vereitert und Gesichtsschwellungen („dicke Backe") entstehen. Eine unbehandelte Karies ist nicht ungefährlich, da sich die Bakterien über die Blutbahn weiter im gesamten Körper ausbreiten können. Außerdem führt sie dazu, dass der Zahn abstirbt und gegebenenfalls entfernt werden muss oder eine aufwendige Zahnwurzelbehandlung benötigt.

In Zahnfleischtaschen vermehren sich Bakterien

Auch eine harmlos beginnende Zahnfleischentzündung hat Gefährdungspotenzial: Heilt sie nicht kurzfristig wieder ab, kann sie sich auf den gesamten Zahnhalteapparat (auch Zahnbett genannt) ausbreiten, man spricht dann von einer Parodontitis. Wie die Karies lässt auch sie sich auf Bakterien zurückführen, die die Mundhöhle bevölkern. Auf den Zahnoberflächen bilden sich Beläge, die schädigende Stoffe freisetzen, welche ins Zahnfleischgewebe eindringen. Das Immunsystem reagiert daraufhin mit einer Entzündung. Im weiteren Verlauf reicht die Entzündung bis zum Kieferknochen und zerstört dabei Fasern, die den Zahn normalerweise im Knochen verankern. Dadurch entstehen Hohlräume zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel, sogenannte Zahnfleischtaschen, in denen sich die Bakterien weiter vermehren können.

Parodontitis erhöht Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie nennt Zahlen: Bei rund 80 % der deutschen Bevölkerung liegt eine Zahnfleischentzündung vor, bei 45 bis 60 % der Erwachsenen kann man bereits eine Parodontitis diagnostizieren. Aus den Zahnfleischtaschen können Bakterien der Mundhöhle in die Blutbahn gelangen und an anderen Stellen im Körper Entzündungen auslösen. Forschungen zeigen, dass das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bei Parodontitis-Patienten ungefähr um das Dreifache erhöht ist, dass sich das Risiko für Atemwegserkrankungen und Diabetes generell erhöht und bei Schwangeren die Gefahr einer Frühgeburt steigt. Zahnverlust droht, da der Zahnhalteapparat durch die Parodontitis zerstört wird und sich die Zähne lockern.

Gründliche Zahnpflege ist die beste Vorbeugung

Was hilft? Sowohl Karies als auch Parodontitis beginnen mit Zahnbelägen (Plaques), die nicht gründlich entfernt wurden. Regelmäßige gründliche Zahnpflege ist also die beste Vorbeugung, um eine Belagbildung zu verhindern bzw. gering zu halten. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen in der Zahnarztpraxis optimieren die Vorsorge. Bei der Gelegenheit kann der Zahnarzt auch Kontrollen auf Kariesbildung und Zahntaschenbildung durchführen. Wird eine Karies rechtzeitig behandelt, kann der Zahn in der Regel erhalten werden. Der Zahnarzt misst die Tiefe der Zahnfleischtaschen und entfernt – wenn nötig – Beläge aus den Taschen. Dadurch wird die Entzündung eingedämmt.