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Zahngesundheit

Kieferorthopädie: Nicht ohne meine Spange

Wenn eine kieferorthopädische Behandlung notwendig ist, muss man sich in der Regel auf eine Behandlungsdauer von mehreren Jahren einstellen. Es dauert eben, bis die Zähne durch sanften Druck der Spange in die gewünschte Position gebracht werden. Dann gehört zur Behandlung auch eine längere Stabilisierungsphase nach der Erzielung des gewünschten Ergebnisses, um einen Rückfall zu vermeiden.

Bei leichteren Fehlstellungen reicht meist eine herausnehmbare Zahnspange. Sie besteht aus einer individuell angefertigten Kunststoffbasis mit Klammern und Drähten aus Edelstahl. Vorteil der herausnehmbaren Spangen ist, dass die Zahnpflege wie gewohnt durchgeführt werden kann und das Risiko für die Entstehung von Karies oder Zahnbetterkrankungen nur geringfügig ansteigt. Der Nachteil dieser Lösung ist, dass sie meist länger dauert, da die Spange nicht ununterbrochen im Mund getragen wird. Für eine gute Wirkung muss die Zahnspange jede Nacht und darüber hinaus einige Stunden am Tag getragen werden.

Schon wenige Tage ohne Spange gefährden die Behandlung

Zusätzlich sind regelmäßige Kontrollen beim Kieferorthopäden nötig, der die Spange im Behandlungsverlauf überwacht und nachstellt. Sollte die Spange zwischen den Terminen beschädigt werden oder wenn Schmerzen auftreten, muss umgehend der Arzt aufgesucht werden. Wird sie nur für einige Tage nicht getragen, kann das den Behandlungserfolg um Wochen zurückwerfen! Bei festsitzenden Zahnspangen werden die Regulierungsbögen aus Stahl mit Hilfe von sogenannten Bändern (Metallringen aus Stahl) und Brackets (kleine Plättchen aus Metall oder Kunststoff) auf den Zähnen fixiert. Bei ausgeprägten Fehlstellungen gelten sie als erste Wahl.

Am Anfang treten oft Eingewöhnungsprobleme auf, die aber nach einigen Tagen vergehen. Dazu zählt, dass die Zähne empfindlich auf die ungewohnte Spannung durch die Regulierung reagieren. Auch Druckstellen sind möglich, die der Arzt aber entschärfen kann. Ist das Behandlungsziel einer kieferorthopädischen Regulierung dann nach einer üblicherweise mehrjährigen Behandlung erreicht, will man das Ergebnis auf Dauer sichern. Denn Zähne haben den natürlichen Drang, wieder in die alte Position zurückzuwandern. Vor allem, wenn eine festsitzende Zahnspange getragen wurde, fertigt man für einen weiteren Zeitraum von ein bis zwei Jahren noch einen sogenannten Retainer (Zahnstabilisator) an, der die Zähne in der neuen Position stabilisiert. Retainer gibt es in Form herausnehmbarer Geräte wie auch als fest sitzende Drähte. Was im Einzelfall in Frage kommt, entscheiden Sie mit Ihrem Behandler.

Mit Spezialapparaturen Spezialfälle regulieren

Neben festen und herausnehmbaren Zahnspangen gibt es noch viele weitere Apparaturen, die in bestimmten Fällen in der Kieferorthopädie zum Einsatz kommen. Beispielsweise eine Außenspange („Headgear") , die mit einem Nackenband oder einer Kappe fixiert wird. Mit ihr lassen sich die oberen Backenzähne weiter nach hinten schieben. Sogenannte funktionskieferorthopädische Apparate (z. B. Bionator, Aktivator) trainieren die Kaumuskeln und beheben Störungen der Muskelfunktion.

Grundsätzlich gilt: Wenn eine herausnehmbare Spange nicht im Mund ist, sollte sie in einer entsprechenden Box aufbewahrt werden, um nicht beschädigt zu werden oder verloren zu gehen. Ins Taschentuch oder eine Serviette gewickelt, landet sie schnell versehentlich im Abfall. Sie sollte auch jeden Tag gründlich gereinigt werden. Entweder vorsichtig mit Zahnbürste und Zahnpasta oder mit entsprechenden Reinigungstabletten.