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Zahngesundheit

Schmerzalarm: Empfindliche Zahnhälse

Es muss noch nicht einmal Eiscreme sein. Oft reichen ein kühles Wasser, heißer Kaffee, ein Stück Schokolade oder eine saure Frucht: Schon zieht ein fieser Schmerz durch den Mund. Wenn weder Karies noch eine undichte Füllung für den stechenden Schmerz verantwortlich sind, liegt es vermutlich an empfindlichen Zahnhälsen.

Normalerweise schützt der Zahnschmelz unsere Zähne vor Reizen, die von außen einwirken. Diese Schmelzschicht umhüllt den Zahn aber nur in dem Teil, der nicht ins Zahnfleisch eingebettet ist. Sind Zahnfleisch und Zahnbett gesund, schirmt das Gewebe den unteren empfindlichen Teil des Zahnes („Zahnhals") von Reizeinwirkungen ab. Zieht sich das Zahnfleisch aber etwas zurück, liegt der empfindliche Zahnhals frei. Heißes, Kaltes, Süßes und Saures gelangen nun an den Zahnhals, der mit Schmerzen reagiert.

Verschiedene Faktoren fördern den Rückgang des Zahnfleisches. Die häufigste Ursache ist eine Parodontitis als Folge unzureichender Zahnpflege. Dann setzen sich am Übergang von Zahn zu Zahnfleisch Beläge fest, die sich irgendwann nicht mehr ausreichend mit der Zahnbürste entfernen lassen. Das Gewebe entzündet sich und löst sich durch die Entzündung etwas vom Zahnhals ab. So kann die Entzündung weiter vordringen – mit dem Resultat, dass irgendwann die Zahnhälse freiliegen. Auch Hormone scheinen eine Rolle zu spielen, denn in der Schwangerschaft entzündet sich das Zahnfleisch besonders leicht.

Richtige Putztechnik schützt vor Verletzungen

Genauso schädlich wie nicht ausreichende Zahnpflege wirkt aber auch falsches Zähneputzen: Schrubbt man Zähne und Zahnfleisch zu heftig, sind Zahnfleischverletzungen vorprogrammiert, die ebenfalls Entzündungsreaktionen und die beschriebenen Folgen auslösen. Daher sollte man folgende Ratschläge beherzigen:

  • Beim Putzen nicht einfach hin- und herschrubben, sondern die Bürste kreisend bewegen.
  • Gebürstet wird immer vom Zahnfleisch zum Zahn („von rot nach weiß"), damit man mit den Borsten nicht unter den Zahnfleischsaum gerät
  • „Viel hilft nicht immer viel": Drücken Sie nicht zu fest beim Putzen.
  • Weiche Zahnbürsten sind günstiger als harte, da das Verletzungsrisiko geringer ist
  • Wechseln Sie die Zahnbürste regelmäßig aus. Alte Borsten können auffasern und die Putzwirkung verschlechtern

Reicht Selbsthilfe nicht aus, ab zum Zahnarzt!

Drogerien und Apotheken bieten eine breite Palette von Spezialprodukten für empfindliche Zähne an. Entsprechende Zahnpasta hat feinere Putzkörper und somit eine geringere „Schmirgelwirkung". Zusätzlich enthält sie oft Kaliumnitrat, das sich schützend um den Zahnnerv legen soll. Entsprechende Spüllösungen verstärken laut Herstellerangaben diesen Effekt, der allerdings in Studien bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Aminfluorid ist eine weitere Substanz, die die Empfindlichkeit der Zahnhälse reduzieren helfen soll.

Bekommt man die Problematik mit eigenen Maßnahmen nicht in den Griff, kann der Zahnarzt helfen. Entweder trägt er Fluoridlack auf die Zahnhälse auf, was mittelfristig die Reizempfindlichkeit abmildert oder er wendet sogenannte Dentin-Kleber an. Das sind spezielle Kunststoffe, die die winzigen Leitungen im Zahnhals abdichten und so den Zahnnerv von den Reizen abschirmen.