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Die Stamm­zel­len­spen­de: Warum ist sie so wich­tig

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 12.000  Menschen an Leukämie oder anderen bösartigen Blutkrankheiten, darunter 600 Kinder. Das bedeutet: Alle 45 Minuten wird irgendwo in Deutschland eine Leukämieerkrankung  diagnostiziert. 

Einige der Erkrankten können durch Medikamente geheilt werden. Ist eine solche Behandlung jedoch nicht möglich, kann das Leben des Erkrankten nur noch durch eine Übertragung gesunder Blutstammzellen gerettet werden.

Die Stammzellentransplantation ist oft die letze Hoffnung auf Heilung

Die Stammzellentransplantation ist also für viele Kinder und Erwachsene die letzte Hoffnung auf Heilung. Worum geht es bei der Stammzellenspende? Das menschliche Blut wird laufend erneuert. Die Blutzellen werden im Knochenmark aus ihren Vorläuferzellen, den sogenannten Stammzellen, gebildet. Bei einer bösartigen Erkrankung wie der Leukämie ist dieser Prozess gestört. Bei einer Transplantation werden Blutstammzellen eines gesunden Spenders auf den erkrankten Menschen übertragen. Auf diese Weise kann in vielen Fällen die Erkrankung besiegt und der gestörte Blutbildungsprozess wieder normalisiert werden. Entscheidende Voraussetzung für den Erfolg einer solchen Stammzellentransplantation ist die möglichst genaue Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Spender und Empfänger. Die Begriffe Stammzellenspende und Knochenmarkspende sind übrigens bedeutungsgleich. Eine lebensrettende Stammzellenspende ist für Spender in der Regel mit keinen besonderen Risiken verbunden.

Die Suche nach dem Spender

Die Spendersuche beginnt immer bei den nächsten Familienangehörigen: Geschwister haben eine Chance von 25 Prozent als Spender in Frage zu kommen. Bei Eltern und anderen nahen Verwandten ist die Chance schon geringer. Sollte im engeren oder erweiterten Familienkreis kein passender Spender gefunden werden, muss unter Nichtverwandten gesucht werden. Darum kommt es auf jeden Einzelnen an. Weil die Kombinationsmöglichkeiten der Gewebemerkmale sehr groß sind und die Suche nach dem passenden Spender der Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen gleicht, müssen unzählige Proben ausgewertet werden, bevor ein passender Spender für den erkrankten Patienten gefunden werden kann. Daher ist es erforderlich, eine möglichst große Anzahl freiwilliger Blut-Stammzellenspender zu gewinnen – denn mit jedem potenziellen Spender, der sich registrieren lässt, wachsen die Chancen auf eine Übereinstimmung und damit auf Heilung eines lebensbedrohlich erkrankten Menschen. Die Registrierung erfolgt über Spenderzentralen.

Die Spenderzentralen

Es gibt in Deutschland mehrere Spenderzentralen, bei denen man sich registrieren lassen kann. Sämtliche dort erfassten Spenderdaten werden im Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) in Ulm anonymisiert in einer Datenbank zusammengefasst (eine doppelte oder gar mehrfache Registrierung bei unterschiedlichen Spenderzentralen ist also überflüssig). Die enge Zusammenarbeit aller Datenbanken weltweit erhöht die Chancen, einen gewebeverträglichen Spender zu finden.

Wer kann Stammzellenspender werden?

Der idealtypische Spender - Weiblich oder männlich, jung oder im mittleren Alter: Als freiwilliger Spender von Blutstammzellen können sich alle gesunden volljährigen Personen bis zum Alter von 55 Jahren registrieren lassen. Wichtig: Der Spender sollte in körperlich guter Verfassung sein. Eine medikamentös gut eingestellte Bluthochdruckerkrankung ist übrigens kein Ausschlussgrund, sofern es noch nicht zu einer Vorschädigung von Gefäßen gekommen ist. Die Entscheidung über die Spendetauglichkeit wird im Einzelfall von Fachärzten getroffen. Spender werden spätestens am 61. Geburtstag aus der Spenderdatenbank gelöscht.

Ausschlusskriterien für eine Stammzellenspende

Es gibt einige Erkrankungen oder Lebensumstände, die eine Stammzellenspende ausschließen:

  • Krebs und andere bösartige Krankheiten (auch nach der Heilung)
  • schwere Herz- und Gefäßerkrankungen
  • Lebensumstände, die ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Risiko für durch Blut übertragene schwere Infektionskrankheiten bergen (z. B. Drogenabhängigkeit)
  • andere schwere Erkrankungen, bei denen eine Spende eine Gefährdung des Spenders oder des Empfängers nach sich ziehen kann
  • schwere/chronische Infektionskrankheiten (z. B. HIV/AIDS, chronische Hepatitis)