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Bewegung

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Warum nicht die Ärzte für unsere Gesundheit verantwortlich sind

Bei dem übergewichtigen, notorisch unsportlichen und mit einem Hang zu Schokolade ausgestatteten Mann mittleren Alters mit einem stressbehafteten Job misst der Nephrologe Blutdruckwerte von deutlich mehr als den sprichwörtlichen 180. Da ist der Schock zunächst groß und der Wille zur Veränderung des Lebensstils ebenso. Doch schon recht bald gelingt dem kompetenten Arzt die medikamentöse Einstellung. Die Medikamente werden gut vertragen. Die Ratschläge des Arztes jedoch, das Gewicht deutlich zu reduzieren oder Entspannungstechniken zu lernen und zu üben mit dem Ziel, die Medikamentendosis vielleicht reduzieren zu können, versickern recht schnell im Alltag. Bis zum nächsten Kontrolltermin!

Der wird dann etwas hinausgezögert mit einem schlechten Gewissen und dem Fünkchen Hoffnung, auf den letzten Metern noch ein paar Pfunde abzunehmen. Daraus wird zwar nichts, aber zum Glück tun ja die Medikamente zuverlässig ihren Dienst und die Werte sind in Ordnung. Also alles gut?

Selbstheilungskräfte aktivieren

Nein, denn unser Hypertoniker verharrt im Stadium eines klassischen Patienten, also eines passiv Leidenden. Im Grunde weiß er zwar, dass mehr Bewegung gepaart mit weniger Essen im Idealfall sogar eine Reduktion der ungeliebten Medikamente nach sich ziehen könnte. Doch anstatt selbst zu handeln, vertraut er allein auf die Wirkung der Medikamente. So bleiben die Zeiträume zwischen den Kontrollterminen ungenutzt.

Dabei verfügt jeder von uns über ein großes Potenzial an Selbstheilungskräften, wir müssen es nur aktiv nutzen. Viele chronische Erkrankungen können wir durch eine Änderung unseres Lebensstils jeden Tag positiv beeinflussen: Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung, stärkt Muskeln und Gelenke und hilft, Übergewicht abzubauen. Eine gesunde Ernährung versorgt uns mit allen nötigen Vitalstoffen. Ein achtsames Essverhalten mit allen Sinnen garantiert Genuss. Entspannungstechniken und Atemübungen helfen, Stress zu reduzieren. Die Pflege freundschaftlicher und familiärer Beziehungen gibt uns Stabilität. Ein gesundes Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten setzt die nötigen Energien frei, endlich selbst aktiv zu werden.

Spüren, was gut tut

Es gibt keine Pauschalrezepte. Jeder ist aufgefordert, den Zusammenhang zwischen eigener Gesundheit und eigener Lebensweise zu erkennen. Unser Hypertoniker wird bei genauer Analyse feststellen, dass Übergewicht nicht nur Bluthochdruck begünstigt, sondern außerdem eine gewisse Schwerfälligkeit und Unbeweglichkeit ebenso wie Schmerzen in Gelenken und Rücken mit sich bringt. Stress bei der Arbeit lässt ihn außerdem häufig zur Schokolade greifen. Jetzt gilt es, realistische Ziele zu setzen und entsprechend zu handeln: Ein Yoga-Kurs etwa bringt ein Plus an Bewegung bei gleichzeitiger Entspannung. Regelmäßige Termine mit Gleichgesinnten zum Kochen helfen der gesunden Ernährung auf die Sprünge, außerdem kommt beim gemeinsamen Essen in stilvoller Atmosphäre der Genuss nicht zu kurz. Und der automatische Griff zur Schokolade in Stresssituationen lässt sich vielleicht durch eine gesündere Angewohnheit ersetzen. Kleine Schritte, konsequent gegangen, können viel bewirken: Das Abnehmen gelingt, die Freude an Bewegung nimmt zu und die ersehnte Reduktion der Medikamente wird wahrscheinlicher. Und mit jedem Schritt wächst die Zuversicht: Wir sind der Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert, sondern können enorm viel zur Besserung beitragen.

PersönlICH

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Mind-Body-Medizin, Hippokrates, Bircher-Benner und Kneipp

Die wechselseitigen Einflüsse von Körper (body), Geist/Psyche (mind) und Verhaltensmustern erforscht seit den 1970er Jahren die Mind-Body-Medizin. Stressreduktions- und Lebensstilprogramme sowie moderne Ordnungstherapiekonzepte wurden entwickelt, die chronisch Kranke und auch Gesunde befähigen, die eigenen Gesundheitsressourcen zu mobilisieren. Als nachweislich erfolgreich haben sich die Programme erwiesen bei der Reduktion und dem Umgang mit Stress, bei chronischen Schmerzen, Migräne, Bluthochdruck, Schlafstörungen, rheumatischen Erkrankungen und ausgeprägten Ängsten. Verschiedene Kliniken und Institute bieten Kurse an, in denen Patienten in ihrem individuellen gesundheitsfördernden Verhalten unterstützt werden. Die Mind-Body-Medizin steht dabei nicht in Konkurrenz zur Schulmedizin, sondern versteht sich als Ergänzung. Der Arzt bleibt weiterhin wichtiger Ansprechpartner.

Jahrtausendealte Erkenntnisse liegen der modernen Mind-Body-Medizin zugrunde. Schon der griechische Arzt Hippokrates empfahl Regeln zur Lebensordnung, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen umfassten. Im 19. Jahrhundert richteten Sebastian Kneipp und Max Bircher-Benner ihr Augenmerk auf die individuelle Lebensführung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit: Bewegung, Wasseranwendungen, Ernährung, die Verwendung von Heilpflanzen und die Ordnungstherapie bildeten die Eckpfeiler eines gesunden Lebens. Ordnung meint Ausgewogenheit zwischen Anspannung und Entspannung, seelische Ausgeglichenheit, rhythmische Lebensführung und ein Pflegen lebendiger Beziehungen zu den Mitmenschen und der Natur.

Das können Sie für sich tun: 

Nutzen Sie Ihre Ressourcen konsequent! Horchen Sie in sich hinein und beobachten Sie sich genau. Wählen Sie aus den nachfolgenden Tipps diejenigen aus, die Ihnen in Ihrer persönlichen Situation gut tun. Übernehmen Sie Verantwortung, aber lassen Sie sich nicht einreden, dass Sie an Ihrer Erkrankung selbst schuld sind.

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