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Familie

Fieber bei Kindern

...meist kein Grund zur Sorge

Das Gesicht ist rot, der Kopf fühlt sich heiß an, die Augen wirken müde, das Kind ist unruhig, schläft schlecht und hat kaum Appetit: Für viele Eltern bedeutet es Aufregung und Unsicherheit, wenn ihr Kind zum ersten Mal fiebert. Dabei ist Fieber eigentlich ein ganz normaler Abwehrmechanismus des Körpers bei entzündlichen Prozessen. Fiebernde Babys und Kleinkinder sollten allerdings beobachtet werden: Steigt die Temperatur stark an oder dauert das Fieber mehrere Tage, ist ärztlicher Rat hinzuzuziehen. Was Eltern außerdem wissen sollten: Bei etwa zwei bis fünf Prozent aller Kinder kommt es nach einem sehr raschen Anstieg der Körpertemperatur zu einem Fieberkrampf. In den meisten Fällen verlaufen Kinderkrankheiten mit Fieber aber harmlos und es gelingt oftmals, das Fieber mit Hausmitteln zu senken.

Mit Fieber gegen Viren und Bakterien

Die Körpertemperatur bei Gesunden beträgt 36,6 bis 37,5 °C, wobei morgens etwa ein halbes Grad weniger als abends gemessen wird. Bei körperlich sehr aktiven Kindern liegt die Temperatur häufig eher im oberen Bereich. Kinder fiebern wesentlich häufiger als Erwachsene. Schon bei einer leichten Infektion reagiert der Körper mit steigender Temperatur: Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, körpereigene Abwehrkräfte werden mobilisiert – die Vermehrung von Viren und Bakterien wird durch eine höhere Körpertemperatur beeinträchtigt. Hohes Fieber von mehr als 39 °C belastet den Körper allerdings stark und sollte in Absprache mit der Kinderarztpraxis durch Hausmittel oder Medikamente gesenkt werden. Am zuverlässigsten wird die Temperatur rektal gemessen. Größere Kinder bevorzugen Ohrthermometer, doch kann es hierbei durch Ohrenschmalz oder Zugluft zu Messungenauigkeiten kommen.

Fieber senken

Messen Sie das Fieber regelmäßig auf die gleiche Weise und zur gleichen Tageszeit. Geben Sie Medikamente niemals auf eigene Faust, sondern nur nach Rücksprache mit Ihrer Kinderarztpraxis. Erleichterung verschaffen Sie Ihrem Kind mit folgenden Maßnahmen:

  • Geben Sie Ihrem Kind reichlich zu trinken, Trinken schützt den Körper vor Austrocknung
  • Das Kind nicht zu warm anziehen und zudecken, damit es nicht noch mehr überhitzt
  • Wadenwickel machen: Feuchte, kalte (aber nicht eisige) Tücher um die Waden wickeln, mit einem trockenen Tuch abdecken. Wadenwickel nicht bei kalten Füßen und Schüttelfrost anwenden
  • Kühlung bringt bei älteren Kindern auch ein feuchter, lauwarmer Waschlappen auf der Stirn
  • Auch wenn Sie selbst mit Aspirin gute Erfahrungen gemacht haben: Geben Sie einem Kind im Alter von unter 16 Jahren niemals Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) – es gibt Hinweise, dass ASS bei Kindern das sogenannte Reye-Syndrom auslösen kann, eine oft tödlich verlaufende Leber-Hirn-Erkrankung
  • Gönnen Sie Ihrem Kind ein paar Tage Ruhe - auch wenn das Fieber bereits im Sinken begriffen ist

Fieberkrampf

Die Anzeichen eines Fieberkrampfes sind für die Eltern erschreckend: Das Kind verdreht die Augen, der Körper wird steif, Arme und Beine zucken unkontrolliert, es kommt zu kurzer Bewusstlosigkeit. Wenn der Krampf nach wenigen Minuten vorbei ist, ist das Kind völlig erschöpft. Rufen Sie bei einem erstmalig auftretenden oder einem länger als fünf Minuten andauernden Fieberkrampf den Notarzt. Gefährdet sind Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren. Die genauen Ursachen solcher Fieberkrämpfe sind noch nicht geklärt, oft treten sie allerdings in der Familie gehäuft auf. Ihr Kinderarzt wird das Thema Fieberkrampf mit Ihnen besprechen und vielleicht weitere Untersuchungen wie eine Hirnstrommessung durchführen lassen. Damit Sie für einen eventuell auftretenden zweiten Krampf gerüstet sind, bekommen Sie spezielle krampflösende Medikamente. Generell sollte bei Kindern, die bereits einen Fieberkrampf gehabt haben, das Fieber schon ab einem Wert von 38,5 °C gesenkt werden, um einem möglichen weiteren Krampf vorzubeugen.