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Familie

Kaiserschnitt - Einfache Geburt oder zusätzliches Risiko für Mutter und Kind?

Kaiserschnitt

Die Kaiserschnittrate hat sich in den letzten zwanzig Jahren in Deutschland verdoppelt und liegt heute bei etwa 30 Prozent. Doch nur rund zehn Prozent aller Kaiserschnittgeburten sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) medizinisch gesehen wirklich notwendig. 

Die restlichen 90 Prozent erfolgen in den allermeisten Fällen aufgrund sogenannter relativer Indikationen. Das sind beispielsweise ein höheres Alter der Mutter, vorausgegangene Kaiserschnitte ein sehr großes Kind, Beckenendlage des Kindes, Zwillingsschwangerschaft, starke Angstgefühle oder Furcht vor Inkontinenz. Nur ganz wenige Kaiserschnitte werden auf Wunsch auch ohne Indikation durchgeführt. Es geht nicht darum, den Kaiserschnitt zu verteufeln. Allerdings sollte man sich den Kaiserschnitt auch nicht schön reden.

Risiko Kaiserschnitt

Lange Zeit war ein Kaiserschnitt gleichbedeutend mit einer schmerzfreien und risikoarmen Entbindung für Mutter und Kind. Stillschweigend wurden die postoperativen Risiken der Mütter übergangen und mögliche psychische Probleme komplett ignoriert. Doch auch für die Kinder bleibt ein Kaiserschnitt längerfristig oft nicht ohne Folgen: Bestimmte Krankheiten und Allergien treten bei ihnen deutlich häufiger auf, wie in neueren Untersuchungen in Zusammenarbeit mit den betreuenden Kinderärzten festgestellt wurde. Nach den genauen Zusammenhängen wird noch geforscht.

Mögliche Risiken und Folgen einer Kaiserschnittgeburt für die Mutter:

  • Operationsrisiken: Narkosekomplikationen, Blutungen, Thrombosen, Lungenembolie, Verwachsungen im Bauch, Narbenprobleme
  • Kurz nach der Entbindung: Probleme bei der Rückbildung der Gebärmutter oder beim Stillen, Schmerzen, allgemeine körperliche Schwäche
  • Psychische Probleme im Wochenbett oder auch noch in späteren Jahren: Gefühl des Ausgeliefertseins, erschwerte Bonding-Phase und damit eine weniger intensive Bindung zwischen Mutter und Kind, Versagensängste, Trauer um ;den verpassten Moment der natürlichen Geburt, Angst vor einer weiteren Schwangerschaft

Mögliche Risiken und Folgen einer Kaiserschnittgeburt für das Kind:

  • leicht erhöhte Sterblichkeit
  • Anpassungsstörungen kurz nach der Entbindung
  • Atemprobleme auf Grund von Fruchtwasser in der Lunge
  • deutlich erhöhtes Risiko für Asthma, Allergien, Immundefekte,
  • chronische Darmerkrankungen in späteren Jahren

Natürliche Geburt als echte Alternative

Mit der ersten Geburt betreten Mütter und Väter echtes Neuland: Wie wird die Geburt verlaufen? Wie groß werden die Schmerzen sein? Werden wir das schaffen? Ist der Kaiserschnitt nicht eine sichere Alternative? Eltern werden von Ängsten geplagt; gute Ratschläge von allen Seiten und eine unüberschaubare Ratgeberliteratur verunsichern zusätzlich.

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu einer betreuenden Hebamme auf und sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen und Ängste. Sehen Sie sich verschiedene Kliniken an. Achten Sie dabei besonders auf eine liebevolle Atmosphäre, die ist wichtiger als ein besonders schönes Geburtszimmer. Bedenken Sie, dass manche Krankenhäuser aus wirtschaftlichen Gründen im Zweifelsfall eher zu einem Kaiserschnitt raten, der bringt nämlich mehr Geld. Falls Sie wegen eines vorangegangenen Kaiserschnitts oder einer Beckenendlage als Risikopatientin eingestuft werden, suchen Sie erfahrene Geburtshelfer,die Sie in Ihrem Wunsch nach einer natürlichen Geburt unterstützen und Ihnen bei der Geburt zur Seite stehen. Falls es aber, aus welchen Gründen auch immer, doch zu einem Kaiserschnitt kommen sollte: Machen Sie sich keine Vorwürfe! Ihr persönliches Geburtserlebnis ist dann eben anders – und auch Sie hören den ersten Schrei Ihres Babys! 

Kaiserschnitt rettet Leben

Bei schweren Komplikationen während der Geburt ist ein Kaiserschnitt oft letzte Rettung für Mutter und Kind. Auch einige medizinische Indikationen machen einen Kaiserschnitt zwingend notwendig: eine vorzeitige Plazenta-Ablösung, abfallende Herztöne des Ungeborenen, eine schwangerschaftsbedingte schwere Erkrankung der Mutter oder ein offenkundiges Missverhältnis zwischen Kindsgröße und mütterlichem Becken.

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