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Familie

Mutter und Kind

Wie sinnvoll ist die Konservierung von Stammzellen aus Nabelschnurblut?

Vielleicht haben Sie auch schon von Angeboten gehört, das Nabelschnurblut von Neugeborenen einzufrieren. Das konservierte Nabelschnurblut soll bei etwaigen späteren lebensbedrohlichen Erkrankungen des Kindes als Stammzellspende zur Verfügung stehen. Solche Angebote sind für die Eltern mit erheblichen Kosten verbunden. Daher stellt sich die Frage, wie sinnvoll diese Angebote sind.

In der Praxis kommt eine solche Nutzung der eigenen Stammzellblutspende nur in extrem seltenen Fällen vor, zumal nach heutigen Kenntnissen die Rückfallquote deutlich höher liegt als bei Fremdspenden. Fast immer werden Ärztinnen und Ärzte daher auf Fremdspenden zurückgreifen.

Wenn ein Kind das Jugendlichenalter erreicht hat, züchtet man Stammzellen ohnehin bevorzugt aus dem eigenen Knochenmark. Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantationen am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg teilt diese Einschätzung und fügt hinzu, dass die Nabelschnurblutkonservierung nur bei Familien mit besonderer Krankheitsbelastung oder bereits erkrankten Geschwistern sinnvoll sein kann.

Weiter heißt es in einer Stellungnahme: "Mütter von gesunden Neugeborenen und ihre Familien sollten wissen, dass es nach heutigem Stand des Fachwissens kein Versäumnis darstellt, das Nabelschnurblut des Kindes nicht einzufrieren." Wer sich dennoch für eine Nabelschnurblutspende in eigener Sache entscheidet, muss wegen des fehlenden medizinischen Nutzennachweises die hohen Kosten für die Konservierung selbst tragen.

Die Kosten werden nur dann von der Stammzelldatenbank übernommen, wenn das Nabelschnurblut nicht als Stammzellspende für eigene Zwecke, sondern als Stammzellspende für Fremdspenden zur Verfügung gestellt wird. Diese medizinisch durchaus sehr sinnvolle Option wird auch von der pronova BKK ausdrücklich befürwortet. Öffentliche Spenderbanken sind zum Beispiel das Zentrale Knochenmarkspenderegister Deutschland oder die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V.