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Gut zu wissen

Ein Mensch ist nicht zu jeder Minute des Tages gleich – sowohl der Organismus als auch Geist und Seele unterliegen einem Jahreszeiten- und einem Tag-Nacht-Rhythmus, der seinerseits wiederum in unterschiedliche Phasen unterteilt ist.

Chronobiologie | Sagen Sie mal: wie ticken denn Sie?

Einen großen Einfluss auf diesen natürlichen Rhythmus hat das Licht. Deshalb tickt unsere innere Uhr in der hellen Jahreszeit anders als in der dunklen. Deshalb macht uns Schichtarbeit Probleme. Und deshalb vertragen viele Menschen auch die Zeitumstellungen zwischen Sommer- und Winterzeit nicht oder haben nach langen Reisen einen Jetlag. Die Medizin hat die Abläufe im menschlichen Organismus sehr genau erforscht und weiß daher beispielsweise sehr zuverlässig, zu welcher Tageszeit welche Medikamente am besten wirken: Mittel gegen Bluthochdruck beispielsweise sollten am besten morgens eingenommen werden – also vor dem starken 9.00-Uhr-Anstieg; Medikamente gegen Magenschmerzen hingegen sind abends sinnvoll, weil über Nacht die Magensäureproduktion ansteigt und Schmerzen verursachen kann. Auch können Cholesterin- und Blutdruckwerte im Frühjahr und Sommer niedriger sein als im Herbst und Winter, weshalb die Therapie vielleicht angepasst werden muss. Ebenfalls bekannt ist, dass Abnehmen im Frühjahr leichter fällt. Und wenn Sie demnächst mal wieder zum Zahnarzt gehen, gehen Sie am besten um 14.00 Uhr. Es könnte sein, dass die Betäubungsspritze dann am besten wirkt. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren inneren Rhythmus kennenzulernen. Je genauer Sie über Ihren Körper Bescheid wissen, desto besser können Sie sich durch Ihr Verhalten auf ihn einstellen.

So sieht der durchschnittliche 24-Stunden-Rhyhtmus des Menschen aus.

ca. 2 bis 4 Uhr
Tiefste Körpertemperatur, Rückgang des körperlichen und geistigen Leistungsvermögens, Aktivität der Immunabwehr sinkt

6 Uhr
Stärkste Schwellung von Knorpel- und Bindegewebe, Kreuzschmerzen werden stark wahrgenommen

9 Uhr
Rascher Blutdruckanstieg; Herzinfarkte häufen sich im Laufe des Vormittags

10 bis 12 Uhr
Geistige und körperliche Leistungsfähigkeit auf dem Höchstlevel, ideale Zeit für Prüfungen oder Vorstellungsgespräche; Schmerzen werden als weniger stark empfunden

ca. 12 Uhr
Der Organismus braucht eine Pause

ab 15 Uhr
Nach der Pause erneuter Anstieg der Konzentrationsfähigkeit, Körpertemperatur erreicht höchste Werte

16 Uhr
Immunabwehr steigt an

17 Uhr
Zweite Hochphase der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit

ab 19 Uhr
Nachlassende Konzentrationsfähigkeit, Blutdruck und Puls sinken

ab 20 Uhr
Reaktionszeiten verlängern sich, der Körper bereitet sich auf die Nachtruhe vor – jetzt keine größere Mahlzeit mehr

So sieht Ihr persönlicher 24-Stunden-Rhythmus aus:

Schreiben Sie auf, wie Sie Ihren Tag erleben – wann sind Sie müde, wann haben Sie den größten Appetit, wann können Sie am meisten leisten, wann haben Sie Durchhänger, wann empfinden Sie Schmerzen am stärksten?

Keine Sorge, wenn Sie etwas anders ticken als der Durchschnitt oder gern die Nacht zum Tag machen – solange Sie gesund sind und sich wohlfühlen mit Ihrem Tagesablauf, müssen Sie sich nicht umstellen. Erst, wenn sich chronische Beschwerden einstellen, sollten Sie die Abweichung von der normalen inneren Uhr in Ihre Überlegungen zur Ursache einbeziehen.