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Gut zu wissen

Die aktuelle Studie „Gesundheitsmonitor 2010“ der Bertelsmann Stiftung förderte erstaunliche Wissensdefizite zutage. So sollten die Testteilnehmer angeben, welche der genannten Rechte tatsächliche oder nur vermeintliche Rechte sind. Nicht einmal jeder zweite der Befragten konnte seine Rechte vollständig richtig einschätzen.

Hätten Sie's gewusst? Patientenrechte in Deutschland

Wie steht es eigentlich um Ihr Wissen in Sachen Patientenrechte? Bewerten Sie bitte die Aussagen als wahr oder falsch

  1. Der Patient hat grundsätzlich das Recht, Arzt und Krankenhaus frei zu wählen und zu wechseln.
  2. Patienten, die entscheidungsfähig sind, können den Behandlungsabbruch und das Unterlassen lebensverlängernder Maßnahmen verlangen.
  3. Der Arzt hat den Patienten über Art und Umfang der Behandlung und die gesundheitlichen Risiken entweder in einem persönlichen Gespräch oder durch schriftliche Materialien und Aufklärungsbögen aufzuklären.
  4. Der Arzt darf auch enge Verwandte und Angehörige nur dann über den Gesundheitszustand des Patienten informieren, wenn dieser ihn dazu ermächtigt.
  5. Der Patient hat das Recht, seine Behandlungsunterlagen einzusehen und auf seine Kosten Kopien davon anfertigen zu lassen.
  6. Bevollmächtigte von Patienten können bei unheilbaren Erkrankungen auch eine gezielte Lebensverkürzung verlangen, wenn eine Patientenverfügung vorliegt.
  7. Bei einem dauerhaften Wechsel des Arztes kann der Patient die Herausgabe der Behandlungsunterlagen im Original zur Weitergabe an den neuen Arzt verlangen.
  8. Auf Fragen des Patienten darf der Arzt in bestimmten Fällen von der Wahrheit abweichen, wenn dies seiner Auffassung nach der Genesung zugute kommt.

Klarer Fall:

Nur die ersten fünf Aussagen sind wahr. Ergänzt wurde der Test durch Fragen, wie Patienten auf nicht korrektes ärztliches Verhalten reagieren würden.

Wie beurteilen Sie folgende Situationen?

Gehen Sie darüber hinweg oder gehen Sie nicht darüber hinweg? Bewerten Sie bitte den Fall

  • einer für Sie schwer verständlichen Information über ihre gesundheitliche Situation.
  • des nicht vertraulichen Umgangs mit eigenen Behandlungsergebnissen gegenüber anderen Patienten, wie z.B. Ergebnissen einer Laboruntersuchung, die offen herumliegen.
  • der Ablehnung Ihres Wunsches nach einem nebenwirkungsärmeren Medikament.
  • der nach einer medizinischen Untersuchung vom Arzt erklärten Notwendigkeit, diese aus Ihrer eigenen Tasche finanzieren zu müssen.

Gewiss, es ist nicht immer einfach, seinen eigenen Standpunkt gegenüber Arzt oder Ärztin durchzusetzen. Auch ist rechtlich gesehen nicht jeder Fall eindeutig. Aber keine der angegebenen Situationen müssen Sie ohne Weiteres akzeptieren. Denn Arzt oder Ärztin müssen Ihnen in verständlicher Sprache Ihre gesundheitliche Situation erklären können. Außerdem sind Datenschutzbestimmungen strikt einzuhalten. Und kostenpflichtige Leistungen müssen vorher klar als solche ausgewiesen werden. Folgt der Arzt Ihrem Wunsch nach nebenwirkungsärmeren Medikamenten nicht, kann das allerdings auch in der objektiv besseren Wirkung des nebenwirkungsreicheren Medikamentes begründet sein. Werden Sie allerdings öfter mit solchen oder ähnlichen konfliktträchtigen Situationen konfrontiert, ist das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Arzt wahrscheinlich nachhaltig gestört. In diesem Fall sollten Sie den Arzt wechseln. Denn dieses Recht steht Ihnen zu!