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Gut zu wissen

Was macht bloß der Winter mit uns?

Winter, die kalte, dunkle und unwirtliche Jahreszeit – wenn sie doch nur schon zu Ende wäre! Der Winter bringt Schniefnasen und kalte Füße, er treibt so manchen dauerhaft aufs Sofa und damit manchmal auch in die Einsamkeit oder er verschlägt uns in südliche Gefilde. Winterblues macht sich mit gedrückter Stimmung und Antriebslosigkeit breit; mitunter kommt es sogar zu echten Winterdepressionen.

Sicher, an den Grundgegebenheiten des Winters wie Kälte und Dunkelheit können wir nichts ändern, aber trotzdem müssen wir nicht zum Spielball des Winters werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung und viel Bewegung an frischer Luft lassen uns zumeist gesund durch den Winter kommen. Der Winter ist nicht mehr wie früher geprägt von Not und Hunger, er gibt uns vielmehr Zeit und Raum für eine Intensivierung familiärer oder freundschaftlicher Beziehungen und für eine innere Einkehr, aus der wir gestärkt in den Frühling aufbrechen können.

Den Winter schmecken

Die Zeiten, in denen im Winter nach einer schlechten Ernte echte Not herrschte, sind glücklicherweise vorbei. Beim Gang durch den Supermarkt weiß man gar nicht mehr so genau, ob es Sommer oder Winter ist, denn auch Erdbeeren oder Spargel werden fast das ganze Jahr über angeboten. Trotzdem: Der erdige Geschmack von Roter Bete, die leichte Bitterkeit von Rosenkohl oder die feine Süße von Pastinaken sollten wir uns nicht entgehen lassen. Alle typischen Wintergemüse bestechen nicht nur durch ihren ganz eigenen, intensiven Geschmack, sondern leisten mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen auch einen wesentlichen Beitrag zu unserer Wintergesundheit. Obendrein haben sie keinen Flug um den halben Globus hinter sich, sondern kommen frisch aus der Region und sind preiswert. Die verschiedenen Kohlarten enthalten viele Mineralstoffe. Weißkohl beispielsweise liefert besonders als Sauerkraut reichlich Vitamin C. Die in vielen Kohlsorten enthaltenen Senföle haben eine keimtötende Wirkung. Rote Bete und Grünkohl versorgen uns mit dem so wichtigen Eisen. Die in Zwiebeln und Knoblauch enthaltene Schwefelverbindung Allicin stärkt das Immunsystem und hat eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Auch frisches Obst sollte täglich auf dem Speiseplan stehen: Die heimischen Apfelsorten bieten nicht nur die ganze Geschmacksvielfalt von süß bis herb-säuerlich, sondern sie versorgen uns mit Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen. Nüsse liefern wichtige Fettsäuren und Trockenfrüchte enthalten Nährstoffe in konzentrierter Form. Die goldene Regel heißt: Fünf am Tag. Das sind fünf Portionen Obst und Gemüse, wobei eine Portion jeweils in eine hohle Hand passt. Nahrungsergänzungsmittel mit hoch dosierten Mineralstoff- und Vitamingaben dagegen sind sommers wie winters überflüssig, denn die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe und Ballaststoffe können sie nicht mitliefern. Im Winter ist der Durst zwar meist nicht so groß, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist jedoch genauso wichtig wie im Sommer. Wasser, Saftschorlen und besonders heiße Kräutertees sowie heiße Zitrone bieten sich jetzt an.

Bewegung im Winter

Trübes oder nasskaltes Wetter? Da jagt man doch keinen Hund vor die Tür? Falsch! Denn auch in der dunklen Jahreszeit ist Bewegung an frischer Luft außerordentlich wichtig. Selbst ein bedeckter Himmel ist etwa drei- bis viermal heller als die künstliche Beleuchtung in der Wohnung. Machen Sie es wie die Kinder, die bei jedem Wetter draußen großen Spaß haben, indem sie beispielsweise durch Pfützen planschen. Ideal für Erwachsene sind flotte Spaziergänge oder Ausdauersportarten wie Nordic-Walking, Joggen, Radfahren oder Skilanglauf. Wer die Möglichkeit hat, bringt seinen Kreislauf mit einem kurzen morgendlichen Spaziergang auf Trab und legt wenigstens zwei- bis dreimal wöchentlich eine etwa halbstündige Sporteinheit ein. An sonnigen Tagen im Schnee sollten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz achten und an besonders kalten Tagen die Haut mit einer fetthaltigen Creme vor Erfrierungen schützen. Eine ordentliche Schneeballschlacht kann im Winter gern mal eine Joggingeinheit ersetzen oder für zusätzliche Bewegung sorgen. Großes Abhärtungspotenzial haben auch regelmäßige Saunabesuche. Abwechselnd tüchtig schwitzen und sich im Kaltwasserbecken abkühlen stärkt unser Immunsystem. Wer jetzt Lust auf Eisbaden oder Winterschwimmen bei Wassertemperaturen kurz über dem Gefrierpunkt bekommt, sollte allerdings vorsichtig sein, denn dieses Vergnügen ist nichts für Untrainierte. Beim Eisbaden besteht grundsätzlich die Gefahr, einen lebensgefährlichen Kälteschock zu erleiden. Nur regelmäßiges Baden im Freien das ganze Jahr über und Kaltduschen bereiten den Körper auf dieses Extrem vor. Menschen mit körperlichen Beschwerden sehen sich dieses Spektakel daher besser warm verpackt vom Ufer aus an!

Aktivität statt Aktionismus: Zeit für innere Einkehr

In der Natur ist der Winter die Zeit des Innehaltens, viele Tiere halten Winterruhe oder Winterschlaf oder verfallen in Winterstarre. Viele Pflanzen überdauern den Winter, indem sie ganz in sich zurückgezogen sind. Blumenzwiebeln sind ein schönes Beispiel, weil es zeigt, dass der Winter auch die Zeit der Vorbereitung auf den Frühling ist – bei den Blumenzwiebeln regt sich der Augenspross. Sträucher und Bäume haben schon Knospen angesetzt; sobald Licht und Wärme zunehmen,beginnen sie kräftig auszutreiben. Der Winter, für viele die Jahreszeit, die sehr eng mit dem Tod assoziiert ist, ist ebenauch eine Zeit der Hoffnung und Vorfreude auf das Licht. Manchmal sollten wir uns daran erinnern, wie wir den Winter als Kinder empfunden haben: Wichtig war natürlich die Zeit der Erwartung auf das Weihnachtsfest. Daneben stand die Vorfreude auf den ersten Schnee. Aber auch dunkle Regentage waren willkommen, man konnte mit Decken unter Tisch oder Betten Buden bauen oder komplett in der Welt des Lieblingsbuches versinken. In unserer geschäftigen Arbeitswelt ist es natürlich schwierig, den Winter als Zeit der inneren Einkehr zu erleben. Trotzdem können wir versuchen, Ruhephasen einzulegen, indem wir Fernseher und Computer einfach mal ausschalten und stattdessen eine Gedichtsammlung zur Hand nehmen. Statt viele Worte zu machen, wird im Gedicht das Wesentliche auf den Punkt gebracht. Wer den Winter als einsame Zeit empfindet, sollte jetzt verstärkt Kontakt zu Familie oder Freunden pflegen. Gemeinsame Unternehmungen, Spiele- oder Kochabende bieten sich an. Auch unsere Vorfahren rückten schließlich im Winter eng um die Feuerstelle zusammen. Manch einer macht es wie die Zugvögel und bricht im Winter in den warmen und sonnigen Süden auf. In der Tat lässt sich so eventuell ein Winterblues umgehen. Viele Urlaubsrückkehrer leiden allerdings vermehrt unter Erkältungskrankheiten, Temperaturunterschiede von bis zu 30 °C können dem Kreislauf zu schaffen machen. Es gibt sicher kein Patentrezept für die dunkle Jahreszeit, aber jeder sollte auf seine Weise versuchen, sich in den Fluss der Jahreszeiten einzufinden und auch den Winter für sich aktiv zu gestalten, ohne dabei in hektischen Aktionismus zu verfallen.

Winterblues oder Winterdepression?

Viele Erwachsene, darunter mehr Frauen als Männer, klagen in der dunklen Jahreszeit über Antriebslosigkeit, Schlappheit und Stimmungstiefs. Dabei handelt es sich in den allermeisten Fällen zum Glück nur um den sogenannten Winterblues, der saisonal auftritt und mit dem Einzug des Frühlings wieder verschwindet. Während Bewohner der südlichen Länder kaum über winterliche Energielosigkeit klagen, ist der Winterblues in nördlichen Ländern noch häufiger als bei uns. Und das hat seinen Grund: Auf der einen Seite werden bei weniger Tageslicht weniger Glückshormone (Endorphine) produziert und es wird weniger stimmungsaufhellendes Serotonin ausgeschüttet. Auf der anderen Seite wird deutlich mehr Melatonin gebildet, das für den Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich ist. Es sorgt im Winter für verstärktes Müdigkeitsempfinden. Vielen Betroffenen fällt schon das morgendliche Aufstehen schwer, tagsüber sind sie schlapp und unkonzentriert. Gegen diese Form des Winterblues kann man jedoch durch bewusstes Aktivwerden angehen. Gelegentlich kommt es allerdings auch zu echten Winterdepressionen: Die Arbeitsleistung ist stark vermindert, Stimmungstiefs sind nicht vorübergehende, sondern ständige Begleiter und ein Gefühl der Einsamkeit macht sich breit. Die Symptome verschwinden nicht bei Frühlingsbeginn. In diesem Fall sollte unbedingt fachärztlicher Rat eingeholt werden.

Aufwärmen mit Alkohol?

Kalte Füße und schlechte Stimmung? Manch einer greift da gern mal zur Schnapsflasche oder will sich mit einem Glühwein ordentlich durchwärmen. Doch das ist grundverkehrt! Zunächst führt Alkoholkonsum zwar zu einem wohligen Wärmegefühl, denn Alkohol erweitert die Blutgefäße und die Haut wird so besser durchblutet. Doch dadurch kommt es auch zu einem erhöhten Wärmeverlust über die Haut, der Körper kühlt schneller aus. Und statt guter Stimmung erzeugt Alkohol eine Beneblung des Geistes und der Sinne. Nicht zuletzt führt er zu einer echten Sucht. Zum Durchwärmen besser geeignet sind warme Fußbäder und heiße Tees.

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