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Seelische Gesundheit

Krankheitskosten durch psychische Störungen steigen

Doppelbelastung zwischen Arbeitsplatz und Familie wächst immer mehr

Stress am Arbeitsplatz und Doppelbelastung im Beruf und im Privatleben führen zu immer mehr psychischen Erkrankungen. Mittlerweile stehen nach einer aktuellen Analyse des BKK-Landesverbandes NORDWEST die psychischen Erkrankungen (Angststörungen und Depressionen) an zweiter Stelle der Krankentage.

Die direkten Kosten (Versorgungskosten wie Ausgaben für Ärzte, Krankenhäuser, Krankengeld) für psychische Erkrankungen lie-gen derzeit bei 28,6 Mrd. Euro. Diese könnten laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis 2030 auf rd. 32 Mrd. Euro anwachsen.

Während im Arbeitsleben die körperliche Beanspruchung immer weiter zurückgeht, steigen psychische Belastungen und Arbeitsverdichtung. „Burnout“ - das Ausgebranntsein - Erschöpfung - innere Leere können die Folgen sein.

Arbeitsbedingungen wie schlechtes Betriebsklima, Angst vor Arbeitsplatzverlust und psychomentale Belastungen wie Unter- oder Überforderung, Leistungs- und Zeitdruck beeinflussen die psychische Gesundheit der Mitarbeiter negativ. Eine aktuelle BKK-Statistik zeigt, dass vor allem Telefonisten, Teilzeitkräfte und Pflegeberufe besonders stark psychisch belastet sind. Seit Jahren steigen aber auch bei den Arbeitslosen die durch psychische Erkrankungen ausgelösten Krankheitstage. Der Gesundheitszustand verbessert sich schnell bei den Personen, die dann wieder eine neue Arbeit haben.

Dabei kommt das totale Ausbrennen nie über Nacht. Das Burnout Syndrom kommt unauffällig und verläuft schleichend, über Monate und Jahre.

Erste Anzeichen sind häufig Konzentrationsschwächen und Müdigkeit. Im fortgeschrittenem Stadium treten psychosomatische Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Schlafprobleme, Herzrasen und Tinnitus auf. Aus diesem Loch kommen Betroffene alleine nicht mehr heraus. Professionelle Hilfe – etwa von einem ambulanten Psychotherapeuten oder in einer Spezialklinik – kann das Licht am Ende des Tunnels sein.

Als Burnout-Prävention aber auch als unterstützende Maßnahmen in der Therapie helfen - so die Betriebskrankenkassen - regelmäßige Bewegung, gezielte Entspannung und Stressbewältigungstechniken.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales bieten die Betriebskrankenkassen umfangreiche Informationsmaterialien an, wie man dem Burnout entgegenwirken kann.