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Seelische Gesundheit

Mensch, wehre dich doch endlich!

Am Arbeitsplatz, in Verhandlungen, beim Einkaufen, ja selbst unter Freunden oder in der Familie: Wie oft sagen Sie „Ja”, wenn Sie doch eigentlich „Nein” meinen – nur um des lieben Friedens willen? Gesundheitsexperten und Psychologen warnen: Wer immer nur das macht, was andere erwarten, und seine eigenen Bedürfnisse dabei zu kurz kommen lässt, handelt sich auf Dauer seelische und auch körperliche Erkrankungen ein.

Deshalb: Haben Sie den Mut, künftig öfter mal „Nein” zu sagen – es wird ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Gesundheit gut tun!

Das rechte Maß finden

Natürlich ist es nicht damit getan, sich vom nachgiebigen Ja-Sager zum notorischen Nein-Sager zu wandeln – auch sture Prinzipienreiterei ist auf Dauer nicht bekömmlich. Maßgeblich ist allein, ob Ihnen ein „Ja“ ein besseres Gefühl vermittelt als ein „Nein“. Horchen Sie in sich hinein: Was wollen Sie wirklich? „Ja“ oder „Nein“? Und dann machen Sie es einfach. Sie brauchen keine Angst davor zu haben, zu sich selbst zu stehen. Es ist das Normalste und Gesündeste auf der Welt.

Konsequent bleiben

Wie auch immer Sie sich entschieden haben: Stehen Sie zu Ihrer bewusst (!) gefassten Entscheidung, auch wenn man mit Engelszungen auf Sie einredet und versucht, sie umzustimmen. Bleiben Sie sich treu – Sie werden es als Befreiung erleben und sich fühlen, als wäre eine Zentnerlast von Ihnen genommen. Und wenn Sie Ihr „Nein“ mit kleineren und größeren Nachteilen erkaufen müssen – was soll’s. Es geht um Sie und Ihre Gesundheit. Seelische Belastungsstörungen, Depressionen, aber auch Bauch-, Kopf- undRückenschmerzen werden wahrscheinlich schon bald abnehmen, wenn Sie erst einmal gelernt haben, erhobenen Hauptes zu sich selbst zu stehen.

Keine Angst vor Schuldgefühlen

Sie können es nicht jedem recht machen. Natürlich bleibt immer irgendwo ein Wunsch oder Bedürfnis anderer auf der Strecke, wenn Sie mehr an sich denken. Aber ist das so schlimm? Eine klassische Situation ist der Umgang mit den eigenen, älter werdenden Eltern, die vielleicht mehr Unterstützung und Nähe von Ihnen erwarten, als Ihnen selbst gut tut. Denn vielleicht haben Sie einen anstrengenden Beruf, heranwachsende Kinder und einen Partner. Was tun? Lassen Sie sich zwischen den Fronten aufreiben? Wo bleiben Sie und Ihre eigenen Bedürfnisse? Geben Sie Ihren eigenen Bedürfnissen mehr Raum, werden Sie erleben, dass Ihnen Kräfte zuwachsen, von denen auch Ihr Umfeld profitiert.

Aggressionen abwehren

Zu einem „Ja“ gedrängt zu werden ist eine Sache. Schlägt das Drängen – wie es vor allem in Konflikten mit Ihnen fremden Personen schnell geschehen kann – in körperliche Aggression um, gewinnt auch Ihre Zurückweisung eine andere Dimension. Auch hier ist Selbstbewusstsein wichtig: Wer schon vor dem ersten Schlag nachgibt, lädt den Aggressor geradezu ein, zuzuschlagen. Eine straffe Körperhaltung hingegen in Verbindung mit Blickkontakt und einer klar zurückweisenden Aussage hilft erstaunlich oft. Das kann man lernen. Unser Tipp: Machen Sie sich fit in Selbstverteidigungskursen. Die gibt es für jedes Alter. Sie müssen die dort erworbenen Kenntnisse nicht zwangsläufig in jeder passenden Situation einsetzen, doch das Bewusstsein, sich im Notfall auch handgreiflich wehren zu können, teilt sich auch Ihrem Kontrahenten mit. Darüber hinaus vermittelt das Training von Selbstverteidigungstechniken ein gutes Körpergefühl.