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Ambulante Pflege

Viele Menschen sind im Alter auf Hilfe angewiesen. Dennoch möchten sie in ihrer gewohnten Umgebung weiterleben. Die Pflegekasse der pronova BKK unterstützt ihre Kunden mit zahlreichen Angeboten, um diesen Wunsch zu erfüllen.

    Pflegegeld/Sachleistungen

    Je nach individueller Situation kann der Pflegebedürftige wählen, und zwar:

    • die Pflegesachleistung (Pflegedienst)
    • das Pflegegeld (private Pflegeperson) oder
    • eine Kombination aus beiden Leistungen (private Pflegeperson + Pflegedienst)

    Pflegegeld

    Übernehmen Angehörige, Nachbarn oder Freunde die Pflege, wird ein Pflegegeld an den Pflegebedürftigen gezahlt. Diesem steht es frei, das Pflegegeld als Anerkennung an die Pflegeperson weiterzugeben. Pflegegeld, das an einen Familienangehörigen gegeben wird, ist kein Einkommen im steuerrechtlichen Sinne. Die Höhe richtet sich nach der Pflegestufe und danach, ob eine erhebliche eingeschränkte Alltagskompetenz (z.B. bei bestehender Demenz) vorliegt.

    Das Pflegegeld wird monatlich ausgezahlt. Es ist wie folgt gestaffelt:

    Pflegestufe Pflegegeld für Pflegebedürftige ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz Pflegegeld für Pflegebedürftige mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz
    0 - 123 €
    I 244 € 316 €
    II 458 € 545 €
    III 728 € 728 €

    Beratungseinsätze

    Wer privat gepflegt wird und Pflegegeld bezieht, wird in regelmäßigen Abständen auch von professionellen Pflegediensten beraten. Dieses Verfahren hilft, den pflegenden Angehörigen zu entlasten und Pflegefehler zu vermeiden: So kann der professionelle Pfleger Tipps geben, Fragen beantworten und den Umgang mit Pflegehilfsmitteln erklären. Dass Sie diesen Einsätze in Anspruch genommen haben, müssen Sie der Pflegekasse halbjährlich bei Pflegestufe I und II sowie vierteljährlich bei Pflegestufe III nachweisen. Pflegebedürftige der Pflegestufe 0 müssen diesen Einsatz nicht nachweisen, können ihn aber bei Bedarf in Anspruch nehmen. Die Kosten für die Einsätze übernimmt die Pflegekasse der pronova BKK.

    Ruft der Pflegebedürftige die vorgeschriebenen Pflegeeinsätze nicht ab oder verweigert er sein Einverständnis zur Weiterleitung des Beratungsprotokolls an die Pflegekasse, so hat die Pflegekasse das Pflegegeld zu kürzen und im Wiederholungsfall zu entziehen.

    Hinweis: Bitte achten Sie in Ihrem eigenen Interesse darauf, die Einsätze regelmäßig abzurufen und vereinbaren Sie nach dem Einsatz direkt einen neuen Termin.

    Pflegesachleistungen

    Wer pflegebedürftig ist und weiterhin zuhause lebt, kann einen professionellen Pflegedienst engagieren und erhält dann die sogenannte „Pflegesachleistung“. Das bedeutet, die Pflegekasse der pronova BKK übernimmt dann den Einsatz professioneller Pflegedienste.

    Der Pflegebedürftige kann diese Einsätze flexibel nach seinen Bedürfnissen abfordern. Der Pflegedienst berät den Pflegebedürftigen zur Kombination der möglichen Einsätze (Leistungskomplexe) und – soweit im betreffenden Bundesland bereits verhandelt – zu den Möglichkeiten, hier Zeitkontingente (Stundenvergütung) in Anspruch zu nehmen. Hierzu schließt der Pflegedienst einen schriftlichen Vertrag mit dem Pflegebedürftigen ab, in welcher Art, Umfang und Kosten der Einsätze geregelt sind. Ein zugelassener Pflegedienst kann der Pflegekasse der pronova BKK monatlich maximal folgende Beträge in Rechnung stellen:

    Pflegestufe monatliche Höchstbeiträge für Pflegeeinsätze monatliche Höchstbeträge für Pflegeeinsätze bei bestehender eingeschränkter Alltagskompetenz
    0 - 231 €
    I 468 € 689 €
    II 1.144 € 1.298 €
    III 1.612 € 1.612 €

    Wenn in besonders gelagerten Einzelfällen ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf vorliegt, der das Maß der Pflegestufe III weit übersteigt, kann der Leistungsanspruch bis auf 1.995 € ausgedehnt werden.

    Kombination von Pflegegeld und Pflegesachleistungen

    Für die Kombination aus privater Pflege und der Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes gibt es die sogenannte „Kombinationsleistung“: Eine Mischung aus Pflegegeld und der Pflegesachleistung des Pflegedienstes. Werden die zur Verfügung stehenden Ansprüche auf Pflegesachleistungen nicht voll ausgeschöpft, so wird daneben ein anteiliges Pflegegeld gezahlt. Das anteilige Pflegegeld wird regelmäßig erst dann errechnet und ausgezahlt, wenn die Rechnung des Pflegedienstes vorliegt, da die Abrechnung des Pflegedienstes nicht jeden Monat gleich hoch ausfallen muss.

    Berechnung der Kombinationsleistung:

    Sachleistung in Prozent 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10
    Pflegegeld in Prozent vom Betrag des Pflegegeldes 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90