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Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Seit 2015 haben alle Pflegebedürftigen, die zu Hause gepflegt werden, einen Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Voraussetzung ist

  • das Vorliegen einer Pflegestufe I-III

oder

  • das Vorliegen einer Pflegestufe 0 (keine Pflegestufe, aber Einschränkung der Alltagskompetenz).

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen müssen nicht gesondert beantragt werden. Alle Kundinnen und Kunden mit einer Pflegestufe und/oder einer Einschränkung der Alltagskompetenz haben ab Vorliegen dieses Tatbestandes einen Leistungsanspruch.

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen dienen als Unterstützung, um möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause führen zu können. Jedem Pflegebedürftigen steht ein monatliches Budget zu, das wahlweise für zusätzliche Betreuungs- oder Entlastungsleistungen eingesetzt werden kann. Die monatlichen Ansprüche können gesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden.

Maßgeblich ist das Budget zum Ende des Monats, in dem die Rechnung/Erstattung gezahlt wird (unabhängig davon, wann die Leistung erbracht wurde). 

Bei den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsangeboten handelt es sich um einen Zuschuss, der zweckgebunden nur für die gesetzlich festgelegten Sachleistungsangebote eingesetzt werden kann. Ziel dieser Angebote ist es, die Pflegepersonen zu entlasten.

Über die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen können Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege, Tages- und Nachtpflege und Betreuungsleistungen durch ambulante Pflegedienste oder nach Landesrecht anerkannte niedrigschwellige Angebote finanziert werden. Es können aber auch anerkannte Haushalts- und Serviceangebote oder Alltagsbegleiter finanziert werden, die im Haushalt helfen oder bei der Organisation und Bewältigung des Pflegealltags unterstützen. Auch die Aufwandsentschädigung für einen nach Landesrecht ehrenamtlichen Helfer kann damit bezahlt werden, der zum Beispiel bei Behördengängen unterstützt oder den Besuch des Friedhofs begleitet.

Pflegebedürftigen ab Pflegestufe I ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz haben ein Budget von bis zu 104,00 € monatlich für die Inanspruchnahme der zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Liegt bei Kunden/Kundinnen (mit oder ohne Pflegestufe) eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vor, so wird für die Inanspruchnahme der zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsangebote je nach Betreuungsbedarf ein Grundbetrag in Höhe von bis zu 104,00 € monatlich oder ein erhöhter Betrag von bis zu 208,00 € monatlich als Budget zur Verfügung gestellt.

Ob der Grundbetrag oder der erhöhte Betrag gewährt wird, hängt dabei vom Ausmaß und von der Schwere der vorliegenden Schädigungen und Fähigkeitsstörungen ab, die der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) bei der Prüfung der erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz nach §45a SGB XI festgestellt hat. Der erhöhte Betrag steht dem Kunden/der Kundin bei einer in erhöhtem Maße eingeschränkter Alltagskompetenz zu.

Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann zudem bis zu 40 % der Pflegesachleistung für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden („Umwidmungsregel").