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Organspendeausweis: Warum eigentlich nicht?

Laut Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ist die Zahl der Organspender 2014 erneut gesunken.

Viele Menschen tun sich schwer mit dem Gedanken, einen Organspendeausweis auszufüllen und bei sich zu tragen. Eigentlich gäbe es viele gute Gründe, ihn zu haben, wäre da nicht dieses leise Unbehagen. Kürzlich haben wir bei einem Gespräch zugehört, das wir im Folgenden kurz wiedergeben möchten – vielleicht erkennen Sie sich ja in einem der Gesprächspartner wieder. Vielleicht nehmen Sie dieses Gefühl, Ihre eigenen Gedanken wiederzuerkennen, zum Anlass, doch mal darüber nachzudenken, wie Sie zum Thema „Organspende“ stehen. Sie würden einen wichtigen Beitrag leisten als Vorbild für Freunde und Kollegen. Denn noch immer sind die Wartelisten für ein Spenderorgan in Deutschland so lang, dass die meisten Menschen, die ein neues Organ benötigen, vorher sterben.

Schon gehört? Martin kommt nächste Woche zurück ins Büro. Sein Spenderherz funktioniert prima, es geht ihm wieder richtig gut.

Echt ein Wunder ... Wenn ich daran denke, dass er fast gestorben wäre ... Ja, und dann dieses endlose Warten auf ein Spenderherz. Harte Zeiten, auch für seine Familie ... So was möchte man nicht erleben ...

Sag mal, wie hältst du das eigentlich mit der Organspende? Hast du einen Organspendeausweis?

Nein, hab ich nicht ... Die Sache mit den Skandalen, man hört ja viele komische Sachen. Und das mit dem Hirntod vor der Organentnahme, ob das alles immer so stimmt ...

Ich hab jetzt einen Spenderausweis. Der Skandal, das betraf letzten Endes nur wenige Fälle. Das wurde natürlich mächtig hochgekocht in den Medien, während über die vielen Fälle einer erfolgreichen Transplantation kaum jemals berichtet wird. Ich glaub, dass viele Menschen den Organspendeskandal benutzen, um sich vor einer Entscheidung zu drücken. Man hat die Regeln seither auch deutlich verschärft, so etwas kann nicht mehr vorkommen. Was das angeht, hab ich wirklich keine Angst. Ich sehe das so: Das ist eine persönliche Sache. Und wenn ich ganz sicher nicht mehr zu retten bin, kann ich vielleicht wenigstens noch jemand anders retten. Das ist doch ein tolles Gefühl!

Tja, irgendwie hast du schon recht ... Aber man denkt so ungern daran, dass man selbst zum Organspender wird ... Das hieße ja ... na, du weißt schon ...

Ja, eben. Dann ist man tot. Aber du kannst dann noch als letzte gute Tat jemand anders retten, ihm ein neues Leben schenken. Siehst du doch bei Martin – und wie glücklich auch seine Frau und seine Kinder sind ... Außerdem: Heute einen Spenderausweis bei sich zu tragen heißt ja nicht, dass einem morgen tatsächlich Organe entnommen werden. Die Aussichten, dass du trotz Spenderausweis nie ein Organ spenden wirst, sind recht groß.

OK, mag sein ...

Sag mal: Würdest du, wenn du todkrank wärest, ein Spenderorgan ablehnen, das dein Leben retten könnte? Würdest du nicht ganz im Gegenteil hoffen, dass da nicht noch 2.500 oder mehr Leute vor dir auf der Liste stehen und wie du jahrelang warten müssen? Eh du dran bist, bist du tot, so sieht es doch aus ...

Gut, was du sagst, hört sich richtig an. Ich werde darüber nachdenken ... Außerdem hab ich gehört, dass es ja auch Lebendspenden gibt. Knochenmark zum Beispiel ... Ich hab gehört, dass man sich erfassen lassen kann und wenn du zu jemandem passt, wirst du zum Knochenmarkspender. Soll ganz einfach gehen.

Stimmt, das könnte ich eigentlich auch machen. Lass uns das doch zusammen machen. Und wo wir schon beim Thema sind: Blut und Blutplasma spenden gehen könnten wir doch auch mal wieder. Und du denkst mal darüber nach, ob du nicht doch einen Spenderausweis ausfüllst. Wenn du das machst, lad ich dich zu einer Runde ein – alkoholfrei natürlich.