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Wis­sens­wer­tes

Laufen geht in jedem Alter

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr? Irrtum! Der Einstieg ins Laufen oder eine andere sportliche Betätigung ist in jedem Alter möglich und auch sinnvoll. Bewegung beugt schließlich so manchem Zipperlein vor, stärkt Herz und Kreislauf und macht vor allem Spaß. Egal ob man mit 30, 40, 50 oder erst mit 60 Jahren mit dem Laufen beginnt, Hauptsache, man orientiert sich an seinen individuellen Möglichkeiten und hängt die Laufschuhe fortan nicht mehr an den Nagel. Im Idealfall unterstützt man das Lauftraining mit Übungen für Koordination, Beweglichkeit und leichtem Krafttraining, so bleiben die motorischen Fähigkeiten bis ins hohe Alter erhalten und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit ist garantiert. Sicher, immer wieder machen fitte Senioren durch Marathonläufe darauf aufmerksam, was alles auch im fortgeschrittenen Alter noch möglich ist. Das kann zwar Ansporn, muss aber nicht das Ziel für alle sein. Auch kurze Distanzen, im moderaten Tempo bewältigt, bringen ein deutliches Plus für die Gesundheit. Wichtig ist aber die Regelmäßigkeit der Aktivität. Und je älter man ist, desto wichtiger werden die Phasen der Regeneration.

Gesundheit durch Bewegung

Es ist nie zu spät anzufangen! Unsere Muskulatur regeneriert sich ständig. Gerade Ältere leisten durch Beanspruchung der Muskeln einen wesentlichen Beitrag für den Erhalt ihrer Muskelmasse. Sogar ein Zuwachs an Muskulatur ist immer noch möglich, besonders nach einer längeren Sportabstinenz. Zuerst geht es aber zum Arzt für einen ausgiebigen sportmedizinischen Check. Gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Bluthochdruck oder Stoffwechselerkrankungen schließen sportliche Aktivität nicht aus, erfordern aber besondere Vorsicht. Beginnen Sie also nicht auf eigene Faust mit dem Training! In vielen Fällen verringert regelmäßiges Laufen sogar die Beschwerden. Läufer bekommen nicht nur ihr Gewicht leichter in den Griff, Laufen beeinflusst auch Zuckerstoffwechsel und Blutdruck positiv. Das Herz bleibt leistungsfähig, die Blutfettwerte halten sich im Rahmen, Rückenschmerzen treten weniger häufig auf. Regelmäßiges Laufen stärkt Immunsystem und Knochen und beugt so Osteoporose vor. Auch unser Gehirn profitiert von körperlicher Bewegung, es wird besser mit Sauerstoff versorgt, Aufmerksamkeit und Konzentration bleiben auf hohem Niveau. Natürliche Alterungsprozesse lassen sich zwar nicht aufhalten, aber zusätzliche Fitness bedeutet weniger Hilfsbedürftigkeit und somit ein Plus an Unabhängigkeit.

Jeder nach seinen Möglichkeiten

Der Einstieg ins Laufen fällt mit zunehmenden Alter vielleicht schwerer. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen! Die Geschwindigkeit ist für den Anfang unwichtig. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse empfiehlt gerade für Einsteiger eine Technik, die zwischen Gehen und Laufen liegt, nämlich das Trotting, also das Traben. Der Fuß rollt dabei nicht wie beim Gehen von der Ferse zu den Zehen hin ab, sondern wird flach aufgesetzt. So entsteht eine kleine Flugphase, der Aufprall beim Landen lässt sich aber mühelos abfedern. Ein aktiver Fussabdruck unterstützt die trabende Bewegung. Die Arme schwingen locker mit. Der Oberkörper ist aufgerichtet, aber nicht steif. So kann man leicht tief einatmen. In den ersten Wochen steigert man sein individuelles Fitness-Programm durch Tempo-Wechsel, mit dem Ziel, eine halbe Stunde am Stück zu schaffen, ohne aus der Puste zu kommen. Mit der Zeit entwickelt sich daraus vielleicht von ganz allein ein langsames Laufen. Oder man nimmt eine längere Distanz in Angriff.

Regeneration braucht Zeit

Wer auf die Signale seines Körpers hört, überfordert sich nicht. Bei Schweißausbrüchen, Atemnot, Schmerzen oder Schwächegefühl sollten Sie das Training unbedingt abbrechen! Da mit zunehmenden Alter weniger Wachstumshormone gebildet werden, erfordert die Regeneration nun etwas mehr Zeit. Es muss nicht jeden Tag eine längere Strecke bewältigt werden. Ein guter Ausgleich zum Laufen sind Yoga-Übungen, denn hier werden Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Gleichgewicht geschult. Außerdem bedeutet Yoga immer auch Entspannung. Gerade eine gute Koordination ist wichtig zur Vermeidung von Stürzen. Wettkampfambitionen können zwar in jedem Alter beflügeln, doch Genusslaufen sollte unbedingt im Vordergrund stehen.