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Vegane Ernährung

Raw Food - Was bedeutet dies?

Vegan extrem

Alles frisch, knackig, saftig und bunt! Und extrem dicht dran an der Natur: Gemüse und Obst werden nicht unansehnlich zu Brei und Matsch zerkocht, sondern pur genossen. Kein Nahrungsmittel darf auf mehr als etwa 40 °C erhitzt werden. So bleiben Nahrungsmittel echte Lebensmittel, denn die wichtigen Inhaltsstoffe werden nicht durch Erhitzen zerstört. Klingt erst einmal gut. Überzeugte Rohköstler schwärmen denn auch von einem rundum besseren Lebensgefühl mit mehr Leichtigkeit und Energie. Doch leider birgt die Raw-Food-Lebensweise auch die Gefahr einer unzureichenden Versorgung mit Nährstoffen. Und einige Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder grüne Bohnen dürfen roh gar nicht gegessen werden. Besser ist es also, immer wieder Rohkost in den Speiseplan mit einzubeziehen oder gelegentlich einen Rohkost-Tag einzulegen. Die Rohkost-Bewegung ist zwar derzeit äußerst trendy, aber nicht neu. Schon vor mehr als hundert Jahren beschrieb Maximilian Bircher-Benner die heilsame Kraft der Rohkost.

Was dürfen Raw-Food-Anhängerinnen und -Anhänger essen?

Eigentlich ganz einfach: Alles, was nicht auf mehr als 40 °C erhitzt wurde. Dazu gehört Obst, Gemüse, Nüsse und Saaten, Trockenfrüchte, sofern sie schonend getrocknet wurden, Oliven, getrocknete Tomaten, Algen, Sprossen, kaltgepresste Öle, Getreide und Wildgemüse. Wer es mit Raw Food ernst meint, muss beim Einkauf ganz gezielt nach Rohkostqualität fragen. Sauerkraut zum Beispiel gibt es das ganze Jahr über in Konserven, im Winter aber auch als echte Frischkost.

Das Augenmerk liegt in jedem Fall auf der Zubereitung. Wenn Sie einen guten Pürierstab oder einen Hochleistungsmixer besitzen, sind Smoothies, besonders in ihrer grünen Variante, eine gute Vitalstoffquelle. Hier können Sie in kleinen Mengen auch Spinat oder Grünkohl mitverarbeiten, am besten immer mit hellen Obstsorten vermischt. Gute Energiequellen sind kaltgepresste Öle und Nussmuse in allen Varianten. Trockenfrüchte können Sie sich im Backofen bei niedrigen Temperaturen selbst herstellen. Verwenden Sie dazu aber nur unversehrte Früchte. Besonders geeignet sind Aprikosen oder in schmale Ringe geschnittene Äpfel und Birnen. Für einen Getreide-Frischkornbrei wird am Vorabend eine kleine Menge geschrotenes Getreide in Wasser eingeweicht. Am nächsten Morgen mit Soja- oder Hafersahne, geriebenen Nüssen und Früchten der Saison vermischen und genießen. Salat aller Art können mit selbstgezogenen Sprossen aufgewertet werden. Dazu eignen sich Kresse, Alfalfa, Sonnenblumenkerne und Getreide.

Pro und Contra

In der Tat zerstört das Kochen einen nicht unerheblichen Anteil der empfindlichen Vitamine – bei Vitamin C sogar bis zu 50 %. Außerdem werden Vitamine und Mineralstoffe mit dem Kochwasser abgegossen. Auch viele sekundäre Pflanzenstoffe überleben die Prozedur des Kochens nicht, wie rote und grüne Pflanzenfarbstoffe und ätherische Öle.

Andere Inhaltsstoffe sind durch das Kochen allerdings besser für uns verfügbar: Carotinoide aus Möhren, Lycopin aus Tomaten und fettlösliche Vitamine aus grünem Gemüse wie Brokkoli. Auch Kartoffeln sind für uns nur in gekochter Form genießbar. Hülsenfrüchte enthalten in roher Form sogar gesundheitsschädliche Stoffe. Beim Keimen nimmt deren Konzentration zwar ab, dennoch sollten gekeimte Hülsenfrüchte kurz erhitzt werden und sind daher für echte Rohköstler nicht geeignet.

Frutarier: Wahre Exoten?

Frutarier haben eine große Hochachtung vor anderen Geschöpfen unserer Erde. Der Erntevorgang wird als Verletzung der Lebensrechte dieser Geschöpfe empfunden. Auch Knollen und Wurzelgemüse gehören dazu, da aus ihnen direkt neue Pflanzen hervorgehen können. Frutarier essen hauptsächlich Obst und Nüsse, aber auch Gemüse, die die Pflanze irgendwann ohnehin abwerfen würde wie Tomaten oder Kürbisse. Frutarier sind übrigens nicht notwendig Rohköstler. Bei Rohkost-Frutariern ist die Gefahr einer Mangelernährung besonders groß. Für Schwangere und Kranke ist diese Ernährungsweise nicht zu empfehlen, alle anderen werden um Nahrungsergänzungsmittel nicht herumkommen. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind unbedingt anzuraten, um einen Nährstoffmangel rechtzeitig festzustellen.