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20. Oktober: Welt-Osteoporose-Tag 2016

Viel hilft nicht viel: Calciumpräparate

Osteoporose, der heimliche Knochenräuber, zählt mittlerweile zu den zehn wichtigsten Volkskrankheiten weltweit. Betroffen sind zwar überwiegend ältere Frauen und Männer, doch gerade in jungen Jahren ist es wichtig, die Knochen stark zu machen. Denn je größer die Knochenmasse, desto weniger Schaden kann ein altersbedingter Knochenabbau anrichten, der verstärkt ab dem 45. Lebensjahr einsetzt.

Ohne ausreichende Calciumzufuhr geht für die Knochengesundheit bekanntlich gar nichts. Also gehört die tägliche Calciumtablette für viele zum morgendlichen Ritual wie die Tasse Kaffee. Das gibt ein sicheres Gefühl, gut gegen Osteoporose gewappnet zu sein. Auch über eine calciumreiche Ernährung muss man sich dann doch wohl keine Gedanken mehr machen – wie praktisch!

Doch neuere Studien lassen aufhorchen, kommen sie doch zu dem Ergebnis, dass allein durch die Einnahme von Tabletten die Knochendichte sich nicht wesentlich verbessert und darüber hinaus eine zu hohe tägliche Calciumdosis nicht frei von Nebenwirkungen ist. Eine solche Überdosierung ist nur mit Tabletten möglich, nicht durch eine calciumreiche Ernährung – Grund genug, sich vielleicht doch einmal mit calciumreicher Ernährung auseinanderzusetzen.

Täglich Calcium mit der Nahrung aufnehmen

Die empfohlene Tagesdosis für Erwachsene liegt bei 1.000 mg. Es darf auch mal mehr sein, 1.500 mg sollten allerdings nicht dauerhaft überschritten werden. Der tägliche Bedarf an Calcium lässt sich durch eine calciumreiche Ernährung in der Regel problemlos decken. Milch, Milchprodukte und Käse, allen voran Parmesan und Emmentaler, sind gute Calciumquellen. Milch enthält auch das für die Calciumverwertung so wichtige Vitamin D. Wer keine Milch mag oder verträgt, greift häufiger zu grünem Gemüse wie Brokkoli oder Grünkohl und verwendet reichlich frische grüne Kräuter. Auch einige Mineralwasser mit mehr als 500 mg Calcium pro Liter sind gute Calciumquellen. Sesam und Mandeln liefern ebenfalls jede Menge Calcium. Doch nicht jedes Gemüse fördert die calciumreiche Ernährung: Einige Gemüsesorten wie Rhabarber, Spinat, Mangold und Rote Bete enthalten Oxalsäure, die die Bioverfügbarkeit des Calciums einschränkt.

Broschüre Osteoporose

Unsere Broschüre "Osteoporose"

Mit unserer Broschüre möchten wir zum einen das Bewusstsein für die Krankheit schärfen und wichtige Tipps und Hinweise zur Prävention und zum Umgang mit der Erkrankung geben. Zum anderen möchten wir ganz einfach Mut machen.

Risiken einer Selbstmedikation

Wer Calcium nur durch die Nahrung aufnimmt, braucht sich vor einer Überdosierung nicht zu fürchten. Wer hingegen Calciumpräparate nimmt, sollte wissen, dass eine Überversorgung auch die Aufnahme von Eisen, Zink und Magnesium verhindert, also für einen Mineralstoffmangel verantwortlich sein kann. Außerdem drohen verschiedene Nebenwirkungen wie u. a. Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Juckreiz, Hautausschläge und die Bildung von Nierensteinen.

Grundsätzlich gilt: Calciumpräparate sollte man nur dann einnehmen, wenn der Bedarf nicht über die Nahrung gedeckt werden kann und eine ärztliche Empfehlung bzw. Verordnung vorliegt. Damit das aufgenommene Calcium überhaupt in die Knochen eingebaut werden kann, ist außerdem Vitamin D erforderlich. Vitamin D produziert der Körper unter Einfluss von Sonnenlicht selbst – wer also täglich an der frischen Luft unterwegs ist, fördert den Knochenstoffwechsel und die Einlagerung von Calcium. Folge: Das Risiko für Knochenbrüche sinkt.