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Mehr­fach­be­schäf­tig­te: Bei­trä­ge rich­tig auf­tei­len und be­rech­nen

Bereits seit dem 1. Januar 2015 gibt einen neuen Meldedialog im Falle einer versicherungspflichtigen Mehrfachbeschäftigung. Im Ergebnis kann dieser dazu führen, dass die Arbeitgeber eine anteilmäßige Aufteilung der Arbeitsentgelte vornehmen müssen. Doch wie funktioniert eine solche Aufteilung überhaupt?

Aufteilung von laufendem Arbeitsentgelt

Eine verhältnismäßige Aufteilung der beitragspflichtigen Einnahmen ist regelmäßig dann vorzunehmen, wenn die dem jeweiligen Kalendermonat beitragsrechtlich zuzuordnenden laufenden Arbeitsentgelte aus den versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen in der Summe die jeweilige monatliche Beitragsbemessungsgrenze überschreiten.

Um festzustellen, in welcher Höhe die Arbeitsentgelte der Beitragsbemessung jeweils zugrunde zu legen sind, sind sie nach dem Verhältnis ihrer Höhe zueinander so zu mindern, dass sie in der Summe die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nicht übersteigen (Beispiel 1).

​Beispiel 1 (Rechtskreis West, Krankenversicherungspflicht besteht)

Monatliche BBG (KV/PV) 4.125,00 €

Monatliche BBG (RV/AlV) 6.050,00 €

Laufendes Arbeitsentgelt Arbeitgeber A (Monat Mai) 2.350,00 €

Laufendes Arbeitsentgelt Arbeitgeber B (Monat Mai) 1.900,00 €

Gesamtentgelt (2.350,00 € + 1.900,00 € =) 4.250,00 €

Ermittlung der Beitragsbemessungsgrundlagen (KV/PV) für Monat Mai:

Arbeitgeber A:

2.350,00 € x 4.125,00 € = 2.280,88 €
4.250,00 €

Arbeitgeber B:

1.900,00 € x 4.125,00 € = 1.844,12 €
4.250,00 €

Hinsichtlich der Beiträge zur Renten - und Arbeitslosenversicherung findet keine anteilmäßige Aufteilung der Arbeitsentgelte statt, da die Summe der Arbeitsentgelte die maßgebende Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigt.

In die Berechnung sind die Arbeitsentgelte aus den jeweiligen Beschäftigungen nicht in unbegrenzter Höhe zu berücksichtigen, sondern nur bis zu dem Betrag der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Arbeitsentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bleiben bei der anteilmäßigen Aufteilung unberücksichtigt (Beispiel 2).

Beispiel 2 (Rechtskreis West, Krankenversicherungspflicht besteht nicht) 

Monatliche BBG (RV/AlV) 6.050,00 € *

Laufendes Arbeitsentgelt Arbeitgeber A (Monat Mai) 6.500,00 €

Laufendes Arbeitsentgelt Arbeitgeber B (Monat Mai) 1.000,00 €

Gesamtentgelt (6.050,00 €* + 1.000,00 € =) 7.050,00 €

Ermittlung der Beitragsbemessungsgrundlagen (RV/AlV) für Monat Mai:

Arbeitgeber A:

6.050,00 €* x 6.050,00 € = 5.191,84 €
7.050,00 €

Arbeitgeber B:

1.000,00 € x 6.050,00 € = 858,16 €
7.050,00 €

* Das Arbeitsentgelt von Arbeitgeber A wird für die Berechnung nur bis zum Betrag der Beitragsbemessungsgrenze (RV/AlV) berücksichtigt.

Hinzutritt oder Wegfall eines Versicherungsverhältnisses im Laufe eines Kalendermonats

Tritt zu einem bestehenden versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis im Laufe eines Monats eine weitere versicherungspflichtige Beschäftigung hinzu, sind für Zwecke der Aufteilung der beitragspflichtigen Einnahmen aus Vereinfachungsgründen die Arbeitsentgelte unabhängig vom Zeitpunkt des Beginns des Versicherungsverhältnisses dem gesamten Kalendermonat des Hinzutritts zuzuordnen. Entsprechendes gilt für den Fall, dass bei Fortbestehen eines Versicherungsverhältnisses eine weitere versicherungspflichtige Beschäftigung im Laufe eines Monats wegfällt. Gleiches gilt auch, wenn bei Fortbestehen eines Versicherungsverhältnisses eine weitere versicherungspflichtige Beschäftigung im Laufe eines Monats hinzutritt und noch im Laufe desselben Monats wegfällt.

Arbeitsentgelt aus geringfügiger und versicherungspflichtiger Beschäftigung

Übt ein Arbeitnehmer neben einer mehr als geringfügigen versicherungspflichtigen Beschäftigung eine geringfügige (weitere) Beschäftigung aus und übersteigt das Arbeitsentgelt aus beiden Beschäftigungen die maßgebende Beitragsbemessungsgrenze , findet für die Bemessung der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung eine Aufteilung der beitragspflichtigen Einnahmen nicht statt, da keine beitragspflichtigen Einnahmen aus mehreren Versicherungsverhältnissen zusammentreffen.

In der Rentenversicherung unterliegen geringfügig entlohnte Beschäftigungen der Versicherungspflicht. Für die Bemessung der Rentenversicherungsbeiträge sind die Arbeitsentgelte aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung und aus einer mehr als geringfügigen versicherungspflichtigen Beschäftigung daher aufzuteilen, wenn sie zusammen die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze übersteigen. Eine Aufteilung der Arbeitsentgelte ist jedoch nicht vorzunehmen, wenn sich der geringfügig entlohnt Beschäftigte von der Rentenversicherungspflicht hat befreien lassen.